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Verkehr

27.02.2016

Gratis-Frühstück für Radler

Morgendliche Stärkung für Radler: Christoph Mießl (links) gibt Robert Wollenschläger einen Muffin mit auf den Weg.
Bild: Annette Zoepf

Wer am Freitagmorgen am Theater vorbeiradelte, wurde mit kleinen Kuchen, Tee und Kaffee überrascht. Das soll erst der Anfang gewesen sein

Ein Brett auf dem Gepäckträger macht aus dem Fahrrad einen Tisch, auf dem sich Kuchen und Muffins stapeln. Daneben stehen Thermoskannen mit frischem Kaffee und Tee bereit. Das große Schild „Gratis Auftanken für Radfahrer“ erklärt, was es mit dem Stand vor dem Theater auf sich hat. Die Aktion am Freitagmorgen haben engagierte Radler ins Leben gerufen.

Christoph Mießl, Mitglied im Vorstand des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs ADFC in Augsburg, erklärt die Idee: „Wir finden es toll, dass die Leute Fahrrad fahren, gerade um diese Uhrzeit und bei solcher Kälte. Dafür möchten wir sie belohnen und ein Zeichen setzen.“ Mit dabei waren auch die Critical Mass, die Fahrradblogs Radirrwege und Things on Augsburgs Lanes und das Biotaxi Augsburg. Es ist das erste Mal in Augsburg, dass man Kaffee und Kuchen an Radfahrer verteilt, doch in Zukunft soll die Aktion regelmäßig stattfinden.

Ein Radfahrer kommt an die Kreuzung gefahren und hält wegen der roten Ampel an. „Danke, dass Sie nicht ins Auto gestiegen sind, sondern auf das Fahrrad“, ruft ihm Martin Wohlauer (ADFC) zu, der gemeinsam mit Mießl, Flo Schneller (Radirrwege) und Sven Külpmann (Things on Augsburgs Lanes) das Frühstück verteilt. „Ich bin Radler mit Leib und Seele und fahre bei jedem Wetter Fahrrad“, antwortet der Mann. Aber Zeit, hier in Ruhe einen Kaffee zu trinken, haben wenige. Die meisten haben es eilig auf ihrem Weg zur Arbeit. Die Aktion finden sie dennoch toll.

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Elisabeth Bischoff hat einen Augenblick länger Zeit und lässt eine Grünphase an der Ampel verstreichen. „Ich finde die Aktion eine super Idee und wirklich richtig nett“, lobt sie. Die Frau fährt das ganze Jahr über die vier Kilometer mit dem Rad zur Arbeit und das seit Jahrzehnten. Eine Fahrradstadt sei Augsburg momentan nur teilweise. „Es gibt schon noch gefährliche Stellen, an denen man als Fahrradfahrer sehr aufpassen muss, da man keinerlei Schutz gegenüber den Autos besitzt“, sagt sie.

Auch vor dem Theater kommt es am Freitagmorgen zu kritischen Situationen. Um ein Haar werden zwei geradeaus fahrende Radfahrer binnen kürzester Zeit von zwei rechtsabbiegenden Lastkraftwagen übersehen, darunter auch ein Kind. Es gibt demnach noch viel zu tun, bis Augsburg eine vollkommen fahrradfreundliche Stadt ist.

Das findet auch Matthias Fürstenberger: „Man erkennt Ansätze, dass es besser wird, doch ich hatte dieses Jahr schon wieder zwei platte Reifen wegen herumliegender Glasscherben.“ Außerdem finde er die Abgasbelastung an großen Straßen wie der Karlstraße störend. „Es mag sein, dass ich da durch meine Tochter sensibilisiert bin, da diese im Kinderwagen immer auf Auspuffhöhe sitzt, aber das finde ich wirklich nicht ideal für Radfahrer“, bemerkt er. Über die Aktion der Radler freue er sich aber, denn so etwas habe er noch nie erlebt. Da nimmt er sich sogar Zeit, in Ruhe eine Tasse Kaffee zu trinken. Beinahe jeden Tag fährt Matthias Fürstenberger insgesamt zehn Kilometer Fahrrad und das auch im Winter.

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