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Augsburg

26.02.2015

Grippewelle bei den Stadtwerken: Der Ferienfahrplan bleibt

Wegen des weiterhin hohen Krankenstandes aufgrund der Grippewelle gilt für Straßenbahnen auch in der kommenden Woche der Ferienfahrplan.
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Wegen des weiterhin hohen Krankenstandes aufgrund der Grippewelle gilt für Straßenbahnen auch in der kommenden Woche der Ferienfahrplan.
Bild: Silvio Wyszengrad

Der Krankenstand ist bei den Stadtwerke-Fahrern ist weiterhin hoch. Deshalb gilt weiter der Ferienfahrplan. Die Auswirkungen der Grippewelle sind längst in der Stadt zu spüren.

Wegen des weiterhin hohen Krankenstandes aufgrund der Grippewelle gilt für Straßenbahnen auch in der kommenden Woche (ab Montag, 2. März) der Ferienfahrplan. Die Straßenbahnen fahren nicht im Fünf-Minuten-Takt, sondern ganztags im 7,5-Minuten-Takt. In der Hauptverkehrszeit am Morgen fahren zusätzliche Trams.

Laut Stadtwerken sind 76 Fahrer wegen der Grippe im Krankenstand. "Mit dem Ferientakt bei den Straßenbahnen bieten die swa ihren Fahrgästen zwar ein etwas reduziertes, dafür aber planbares und möglichst verlässliches Angebot", so Sprecher Jürgen Fergg. Die Straßenbahnen fahren seit Montag im 7,5-Minuten-Takt, weil zu viele Fahrer fehlen. Bei den Bussen gibt es keine Auswirkungen.

Zwei Menschen gestorben

Die Grippewelle hat Augsburg weiter fest im Griff. Zwei Menschen sind nun an der Influenza gestorben. Laut Gesundheitsreferent Dirk Wurm handelt sich um eine Person in hohem Alter sowie um einen Patienten mit Vorerkrankungen. Wann und wo die Menschen gestorben sind, dazu gibt es keine Informationen.

Grund zur Panik bestehe nicht, beruhigt der Gesundheitsreferent. Der Verlauf der Influenza sei in diesem Jahr nicht anders als in anderen. „Wenngleich die Zahl der Krankheitsfälle höher ist.“ Dass eine Grippe bei bestimmten Personengruppen lebensbedrohliche Ausmaße annehmen könne, sei „kein Novum“, so Wurm. Bislang wurden in Augsburg 92 Grippefälle gemeldet. Die Dunkelziffer wird aber deutlich höher eingeschätzt.

Schulen: Mobile Reserve komplett ausgeschöpft

Auch im staatlichen Schulamt hofft man auf ein Abebben der Grippewelle. Denn die Situation an den städtischen Grund- und Mittelschulen mit ihren rund 1500 Lehrern sei angespannt. Die mobile Reserve mit 60 Pädagogen, die bei Ausfällen im Stadtgebiet kurzfristig einspringen kann, ist komplett ausgeschöpft. „Einen solchen Engpass haben wir sonst nicht“, sagt Schulamtsleiter Gerhard Nickmann. Fällt nun ein Lehrer aus, muss sich die Schule anderweitig behelfen: mit Unterrichtsausfall zum Beispiel. Die Schüler können auch auf andere Klassen aufgeteilt werden oder ein Lehrer führt zwei Klassen parallel. Möglich sei auch, dass ein älterer Schüler in niedrigen Stufen die Aufsicht führt, erklärt Nickmann.

Gesunde Belegschaft muss Überstunden schieben

Auch im Handel macht sich die Grippewelle bemerkbar. Bei Galeria Kaufhof bleiben in diesen Tagen häufiger mal Kassen geschlossen. „Es kann auch sein, dass wir mit dem Aufräumen in Umkleidekabinen und Warenregalen nicht hinterher kommen“, sagt Abteilungsleiterin Carola Pflaum. Etwa 15 Prozent der Mitarbeiter sind erkrankt. Die Kollegen versuchten zwar, die Ausfälle so gut es geht aufzufangen, berichtet Pflaum. Dennoch seien einige Abteilungen dünner besetzt als üblich. In den Industriebetrieben erschwert die Grippe die Produktion. Es sei derzeit in einigen Bereichen eine „enorme Herausforderung“, sagt Jens Krüger, Sprecher von Premium Aerotec. „Durch den Einsatz aller und durch interne Verschiebungen konnten Produktionsausfälle aber bisher vermieden werden.“

Bei MAN Diesel & Turbo muss die gesunde Belegschaft Überstunden schieben. Etwa 140 der knapp 2000 Mitarbeiter in der Produktion sind krank, berichtet Sprecherin Christine Karl.

Und selbst die, die sich eigentlich um die Erkrankten kümmern sollen, bleiben von einer Ansteckung nicht verschont. Im Klinikum musste ein Pool mit knapp einem Dutzend Krankenpfleger aktiviert werden, um Ausfälle auf den Stationen auszugleichen. Wie viele der 5500 Mitarbeiter von der Grippe betroffen sind, konnte Sprecherin Ines Lehmann nicht sagen. Die Versorgung der Patienten sei aber sichergestellt.

In der Notaufnahme des Klinikums mussten Patienten in den vergangenen Tagen trotzdem mitunter mehrere Stunden warten. Die Station war teilweise so überfüllt, dass Krankenbetten zwischenzeitlich sogar auf den Fluren stehen mussten. Verschärft wird die Situation durch den Zulauf an Patienten, die eigentlich nur Erkältungssymptome haben, aber eine Grippe fürchten und deswegen in die Notaufnahme kämen, berichtet Krankenhaussprecherin Lehmann.

Ob der Höhepunkt der Grippe-Erkrankungen schon erreicht ist oder wann er vorbei ist, dazu konnte Gesundheitsreferent Wurm keine Prognosen abgeben.

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