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Augsburg

26.05.2011

Heimatpfleger kämpft für Kamin von Hasen-Bräu

Der Kamin von „Hasenbräu“ in der Innenstadt ist gefährdet: Es gibt bereits eine Abbruchgenehmigung.
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Der Kamin von „Hasenbräu“ in der Innenstadt ist gefährdet: Es gibt bereits eine Abbruchgenehmigung.
Bild: Fotos: Adrian Bauer, Silvio Wyszengrad

Augsburgs Heimatpfleger Hubert Schulz will den Kamin von Hasen-Bräu noch nicht verloren geben, auch wenn eine Abbruchgenehmigung vorliegt.

„Ich werde das Thema in der Diskussion halten“, kündigt er an. Sein Argument: „Dieser Brauereikamin ist ein in die Stadt hinein wirkendes Wahrzeichen, das Identität schafft.“

Wie berichtet, steht der Umzug der Brauerei auf das Schlachthof-Gelände bevor. Das Areal nahe der Maximilianstraße soll neu bebaut werden. Die alten Gebäude werden bis auf die Mälzerei abgerissen. Auch der Kamin soll fallen. Er vertrage sich nicht mit der neuen Wegeführung, so das Argument.

Schulz warnt davor, den Schlot abzureißen. Die historischen Schornsteine der Brauereien und Fabriken sind aus seiner Sicht nicht nur ein wichtiges Stück Stadtgeschichte. Sie seien auch städtebaulich markante Merkzeichen, von denen nur noch eine Handvoll übrig sei. Und es werden immer weniger.

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Zwar hat auch die Denkmalpflege dem Abbruchantrag für den Kamin von Hasen-Bräu zugestimmt. Schulz, ein renommierter Architekt, vertritt aber eine andere Auffassung. Der Schlot sei wichtig, um die Geschichte des Brauereigeländes lebendig zu erhalten. Das Wahrzeichen könne ein gutes Verkaufsargument bei der Vermarktung des Geländes sein. Das zeigen laut Schulz Beispiele wie die historischen Fabrikbauten auf dem AKS-Gelände. Aus Sicht des Heimatpflegers ist es an der Zeit, ein Signal zu setzen und die letzten Kamine zu retten.

Und so sieht es bei anderen Kaminen aus:

Goldene Gans Der Schlot auf dem alten Brauereigelände nahe der Maximilianstraße wurde vergangene Woche abgerissen, um neuer Wohnbebauung Platz zu machen.

Glaspalast Die Stadt ist Eigentümerin des denkmalgeschützten, aber maroden Schlots am Kesselhaus beim Glaspalast im Textilviertel. Über den Abbruch, der hohe Sanierungskosten ersparen soll, wurde im Stadtrat erbittert gestritten. Momentan liegt die Angelegenheit auf Eis. Laut Stadtbaurat Gerd Merkle ist heuer kein Geld vorhanden, um den Kamin zu richten. Ziel sei, das Denkmal zu erhalten und 2012 die Mittel im Etat anzumelden. Ob die Stadt den Industriekamin am Glaspalast wirklich rettet, dazu ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Dierig-Gelände Am Mühlbach in Pfersee steht ein 36 Meter hoher Fabrikkamin. Laut Stadt steht der Eigentümer dem Erhalt des Schlots aufgeschlossen gegenüber. Bei der Sanierung gebe es jedoch bautechnische Probleme. Das Mauerwerk muss ein Stück abgetragen werden. Die Frage sei, ob der Kamin so stabil ist, dass in selber Höhe neu aufgemauert werden kann.

Barmherzige Schwestern Auf dem Ordensgelände (Gögginger Straße), dem ehemaligen Bürgerbräupark, steht noch ein historischer Kamin. Nach Angaben der Heimatpflege gibt es für diesen erhaltenswerten Schlot eine Abbruchgenehmigung. Auf dem Areal entsteht für 25 Millionen Euro ein Kloster.

Hutfabrik Lembert Das historische Fabrikgebäude mit Kamin an der Haunstetter Straße wäre aus Sicht der Heimatpflege als Ensemble schützenswert. Es steht aber nicht in der Denkmalliste. Damit sei auch der Fortbestand des Schlots nicht langfristig gesichert.

AKS Auf dem Gelände der Augsburger Kammgarnspinnerei (AKS) wurde der Kamin am denkmalgeschützten Kesselhaus vom Eigentümer des Areals vorbildlich saniert. Gerhard Huber im Bauordnungsamt bestätigt: „Das ist gut gemacht.“

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