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Initiative

19.02.2018

Im Lern-Café sind Studenten die Lehrer

Drei Freiwillige berichten, wie sie neben ihrem Studium Flüchtlingen helfen, in Deutschland anzukommen.

Es gibt junge Leute, die trotz eines Studiums noch Lust und vor allem Zeit haben, anderen Menschen zu helfen. So zum Beispiel Masterstudenten im Bereich Finanz- und Informationsmanagement an der Universität Augsburg. Sie betreiben das Lern-Café im Café Tür an Tür an der Wertachstraße und pauken dort mit Flüchtlingen Deutsch, Mathematik und Englisch. Etwa 400 Flüchtlinge haben inzwischen von dem Angebot profitiert.

Maximilian Blume ist einer der Hauptorganisatoren vom letzten Jahr. Er ist mit den erzielten Erfolgen sehr zufrieden. "Es ist schwierig zu sagen, dass wir ihnen allen Deutsch oder Mathe,beigebracht‘ haben, aber bei denen, die regelmäßig kommen, sind schon sehr deutliche Fortschritte erkennbar", sagt er. Bei einigen Flüchtlingen klappe es mit dem Deutschsprechen schon so gut, dass sie sich sehr freuen, wenn man sich mit ihnen auch über tiefgründige Themen unterhält. Die Kommunikation wurde wichtiger als der eigentliche Lernstoff.

Lern-Café: Interesse der Flüchtlinge ist groß

Jedes Jahr wechselt die Leitung des Lern-Cafés. Es gibt einen Generationenwechsel bei den studentischen Lehrern. Diesmal überreichten Maximilian Blume, Melissa Schafranek und Christian Wiethe symbolisch einen Schlüssel an die Studierenden des Nachfolgejahrgangs. Sie gaben den Neuen auch ein paar Tipps. Sie sollen darauf achten, dass teilnehmende Flüchtlinge Freude an dem freiwilligen Angebot haben und es nicht als Last und Verpflichtung empfinden. Außerdem informierten sie die Nachfolger über die Organisation des Lern-Cafés, zum Beispiel darüber, wie man wann den notwendigen Papierkram erledigt und wie man am besten homogene Lerngruppen bildet. Am ersten Tag nach der Übergabe arbeiteten auch noch alle zusammen. Die alten Hasen zeigten den Neuen, wie sie es bisher gemacht haben. Anschließend stellten sich die Nachfolger alleine ihren Aufgaben.

Blume und seine Kollegen wollen aber auch weiterhin im Lern-Café vorbeischauen und bei Bedarf Vertretungen übernehmen. Denn das Angebot liegt ihnen sehr am Herzen. Das zurückliegende Jahr bewerten die Studenten als "absolut positiv", auch wenn das freiwillige Engagement einige Zeit erforderte. Blume wendete pro Woche durchschnittlich etwa sechs Stunden Arbeit für das Lern-Café auf. Dafür machte er selbst Erfahrungen, wie man Inhalte vermittelt, auch wenn man kein Experte ist. In persönlichen Gesprächen hätten die Helfer auch viel über kulturelle Unterschiede und Erfahrungen aus anderen Ländern gelernt.

Das Interesse der Flüchtlinge ist so groß, dass die Teilnehmerzahl steigt. Daher freuen sich die Studenten über jede Hilfe. Auch Nicht-Studenten seien als ehrenamtliche Lehrer willkommen. "Gerade in den Semesterferien wird es mit der Betreuung schwierig, wenn nur Studenten helfen. Manchmal sind alle gleichzeitig verreist", sagt Maximilian Blume.

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