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24.07.2010

Nachtigallenschlag in Fuggers Turnierhöfen

Das Werner-Egk-Quartett (Dace Salmina-Fritzen, Eva Berschet, Monika Hettinger, Jakob Janeschitz-Kriegl, v. li.) musiziert in den Höfen der Fuggerhäuser. Foto: F. Gellert
Bild: F. Gellert

Das Wetter spielte an diesem Tag noch mit und so stand einem musikalischen Sommerabend unter freiem Himmel im Turnierhof der Fuggerhäuser nichts entgegen. Beim Auftritt des Werner-Egk-Quartetts - vorwiegend zusammengesetzt aus Mitgliedern des Philharmonischen Orchesters Augsburg - im Rahmen der Reihe "Die Fugger und die Musik" vergaß man bald, dass man sich im Stadtzentrum befand, und konnte in der Ruhe des umschlossenen Innenhofes die klaren Streicherklänge auf sich wirken lassen.

Locker leicht und mit spielerischer Heiterkeit spiegelte Wolfgang Amadé Mozarts Quartett in A-Dur KV 169 die laue Sommerstimmung wider. Gut abgestimmt im Kolorit präsentierten Dace Salmina-Fritzen und Eva Berschet (Violinen), Monika Hettinger (Viola) und Jakob Janeschitz-Kriegl (Violoncello) das vergnügliche Werk, das zu den Wiener Quartetten gezählt wird.

Abrupt erfolgte der Wechsel zur spannungsvollen Atmosphäre, die Werner Egks "Die Nachtigall" vermittelte. Ein tonschön filigranes Klangspektrum zeichnete Dace Salmina-Fritzens Violinspiel aus, das mal zart und ätherisch, mal zupackend kraftvoll geriet. Als Studentin erhielt die in Lettland geborene Geigerin 2002 den Kunstförderpreis der Stadt Augsburg. Seit 2004 spielt sie im Philharmonischen Orchester.

Am lang gehaltenen Spannungsbogen, der sich über alle vier Sätze des Werkes zog und auch in den verhaltenen Pianopartien nicht verebbte, zeigte sich das gut eingespielte Streicherteam. Sinnliche Melancholie und schwere Süße lag über Giacomo Puccinis "Chrysanthemen". Das Frühwerk des Meisters der italienischen Oper verbreitete dabei eher herbstliche Assoziationen und tiefschürfende Innerlichkeit. Harmonisch fließend, mit nahtlos gestalteten Übergängen begeisterte zum Abschluss des Konzerts Gaetano Donizettis Quartett Nr. 9 in d-Moll. Prägnante Läufe und präzises Zusammenspiel in den Unisono-Partien vermittelten virtuose Leichtigkeit ohne in Showeffekte abzugleiten. Unspektakulär, aber aussagekräftig, wurde der musikalische Gehalt auf den Punkt gebracht.

Kräftiger Applaus am Ende für die Musiker, denen es im bunten Scheinwerferlicht trotz Mückenangriffen gelang, sich ganz auf ihr Spiel zu konzentrieren.

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