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Bildung

20.04.2015

Neuer Kontakt mit Griechen

Auch ein Besuch am Denkmal für die Opfer eines Wehrmachtsmassakers vom Oktober 1943 im Dorf Lingiades unweit von Ioannina stand für die Stephaner auf dem Programm.
Bild: privat

Pilotprojekt am Gymnasium St. Stephan

Das Gymnasium bei St. Stephan hat als Pilotschule im Rahmen eines Austausch-Netzwerkes die erste bayerisch-griechische Schulpartnerschaft im Freistaat gestartet. Zehn Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen, die Altgriechisch lernen, verbrachten bei ihrem Antrittsbesuch in der nordgriechischen Stadt Ioannina eine ereignisreiche Woche. Neben vielen kulturellen und touristischen Erlebnissen stand ein bewegendes Zeichen der Völkerversöhnung auf dem Programm, ein Besuch am Denkmal für die Opfer eines Wehrmachtsmassakers vom Oktober 1943 im Dorf Lingiades unweit von Ioannina.

In dem Dorf hatte die Wehrmacht 1943 unter der Bevölkerung ein Massaker angerichtet. Am Mahnmal legten die Stephaner einen Kranz nieder und verliehen dem Gedanken der Versöhnung und Völkerverständigung Gestalt, indem sie in beiden Sprachen Texte des griechischen Lyrikers Jannis Ritsos und des Augsburger Dichters Bert Brecht vortrugen, nämlich Brechts pazifistische „Kinderhymne“. In diesem Rahmen kam es auch zu einer Begegnung mit einem Überlebenden des Massakers und wurde in den griechischen Massenmedien landesweit vermeldet. Die Austauschgruppe brachte auf diese Weise einen oft überhörten Aspekt der deutsch-griechischen Beziehung ein.

Das Projekt „Griechenland – damals und heute“ der Münchner Stiftung Palladion und des Kultusministeriums soll ein ganzes Netzwerk von Schulkontakten zwischen Bayern und Griechenland umfassen. Der Kontakt zwischen den humanistischen Schülern des Augsburger Gymnasiums und dem Experimentellen Modellgymnasium Sosimäas in Ioannina, der ältesten Universitätsstadt Griechenlands, zeigte für die Jugendlichen und ihre Begleitlehrkräfte, wie reich Griechenland auch jenseits der touristischen Trampelpfade ist. Demnächst steht der Gegenbesuch an. (AZ, kru)

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