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Joo Kraus

17.11.2014

Pop verträgt sich gut mit Jazz

Dem Trompeter hat es vor allem Michael Jackson angetan

So muss er klingen, der Jazz des 21. Jahrhunderts: frisch und neuartig. Dabei war es im Grunde genommen nichts weiter als tönende Pop Art, was der Ulmer Trompeter, Sänger und Komponist Joo Kraus gemeinsam mit dem Stuttgarter Tales-in- Tones-Trio während des „Painting Pop“-Konzertes im gut besuchten Augustanasaal zelebrierte.

Altbekanntes in innovativem Gewand brachte der insbesondere durch das Hip-Jazz-Projekt Tab Two (mit Bassist Hellmut Hattler) bekannt gewordene Joo Kraus zu Gehör. Das Repertoire von Kraus’ jetziger Formation orientierte sich während des vom Jazzklub Augsburg veranstalteten Konzerts an den letzten beiden Silberlingen, die der Trompeter veröffentlichte. Zu hören gab es dabei so ziemlich alles, was Kindheit und Jugend des Ulmer Tausendsassas geprägt haben mögen. Und das waren neben solch unvergessenen Nummern wie Sade’s „Smooth Operator“, Toto’s „Africa“ oder der Titelmelodie zur Krimiserie „Sledge Hammer“ insbesondere Songs des King of Pop Michael Jackson. Ihm hatte Kraus sein 2010 erschienenes Album „Songs from Neverlands“ gewidmet, dem 2011 das prämierte „Painting Pop“ folgte. Beide Alben, im Laufe des zweieinhalbstündigen Abends zu gleichen Teilen präsent, nehmen sich altbekannte Songs zur Brust, um sie in jazziger Attitüde neu zu interpretieren.

Diese zeitgemäße Aufarbeitung der Melodien funktioniert auch auf der Bühne prächtig. So kam Jacksons „Thriller“ als fein austarierte Jazz Samba zu Gehör, während „The Way You Make Me Feel“ zum abstrakten, ultra-langsamen Blues à la Tom Waits mutierte. Ein Abwechslungsreichtum, der nur durch die immense Wandlungsfähigkeit der Musiker möglich war.

Ralf Schmid an den Keyboards zeigte sich als ein Meister des reduziert-pointierten Tastenspiels, während Veit Hübner mit modern-poppiger Melodieführung am Kontrabass glänzte. Drummer Marcel Gustke vervollständigte das Tales-in-Tones-Trio mit seinem faszinierenden, sensibel eingesetzten Ideenreichtum. Darüber erklang das erhabene Trompetenspiel von Bandleader Kraus, das von gehauchter New-Jazz-Attitüde bis zum salonfähigen BeBop reichte und durch die eingesetzten elektronischen Verfremdungsmittel ins Hier und Jetzt transportiert wurde.

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