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"Sommer in Orange"

11.08.2011

Regisseur Marcus H. Rosenmüller über die Idee zum neuen Film

Auf authentischen Kindheitserlebnissen in Bayern beruht der neue Film „Sommer in Orange“ von Marcus H. Rosenmüller.
Bild: Foto: Annette Zoepf

Marcus H. Rosenmüller hat einen neuen Film: "Sommer in Orange". Im Gespräch erzählt er, wie die Idee zum Film entstanden ist.

Wenn der aus dem oberbayrischen Hausham stammende Regisseur Marcus H. Rosenmüller einen neuen Film präsentiert, sind die Premierenkinos meist ausverkauft. In Augsburg, wo sein kultiges Debütwerk „Wer früher stirbt, ist länger tot“ besonders erfolgreich lief, stellte der Publikumsliebling jetzt sein neues Opus „Sommer in Orange“ vor. Darin geht es um das Komik wie Dramatik garantierende Zusammentreffen von festgefügter bajuwarischer Dorfstruktur und chaotisch-wildem Bhagwan-Kommuneleben. Wetterbedingt wie üblich vom Lechflimmern in die dreimal ausverkauften Kinos Mephisto und Thalia verlegt, wurde der Film vom Publikum begeistert gefeiert.

Rosenmüller, der auch Michael Vetter (Ton), Doerthe Komnick (Szenenbild) und den Augsburger Michael Binzer (Szenenbild-Assistenz) mitgebracht hatte, versprach gut gelaunt, „so lange weiterzudrehen, bis ich es irgendwann mal ins Augsburger Freiluftkino schaffe“.

Ihr neuer Film zeigt, was passieren kann, wenn eine Bhagwan-Kommune sich in einem traditionsgeprägten bayrischen Dorf niederlässt. Wie ist die Idee zu „Sommer in Orange“ entstanden?

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Rosenmüller: Die Idee stammt von Drehbuchautorin Ursula Gruber, deren persönliche Erlebnisse in den Film eingeflossen sind und die an mich herangetreten ist. Sie und ihr Bruder Georg, der einer der Produzenten von „Sommer in Orange“ ist, können auf eigene Kindheitserinnerungen in einer Bhagwan-Kommune in Schäftlarn zurückgreifen.

Eigene Erfahrungen mit der Bhagwan-Sekte haben Sie nicht gemacht?

Rosenmüller: Nicht so direkte Erfahrungen wie die Ursula und der Georg. Aber im Jahr 2001 war ich im indischen Poona als Stipendiat an der Filmhochschule und habe mich auf Bhagwan-Spurensuche in der Stadt begeben. Mein Interesse an dem Thema wurde also nicht erst kürzlich geweckt.

Der Kontrast zwischen individueller Sehnsucht nach Freiheit einerseits und einem geregelten, aber eben auch einengenden Leben in der Gemeinschaft andererseits steht auch diesmal im Mittelpunkt Ihres Films...

Rosenmüller: Festgefügte bayerische Dorfstruktur prallt auf wildes Kommuneleben, Blasmusik auf Urschrei-Therapie, Leberkässemmel auf Vollkornkost: Letztlich aber will ich beide Seiten versöhnlich darstellen. Menschliche Schwächen sind allen gemeinsam, und so dient die Prügelei beim großen Dorffest als Symbol für das buchstäbliche Zusammenraufen unterschiedlicher Menschen.

Wie gestalteten sich die Dreharbeiten von „Sommer in Orange“?

Rosenmüller: Gedreht haben wir im Mai und Juni 2010. Ziemlich langwierig war die Suche nach dem geeigneten Hauptschauplatz. Schließlich sind wir südlich von München fündig geworden – und zwar nur 30 Meter von jener Wirtschaft entfernt, wo bereits „Wer früher stirbt, ist länger tot“ entstanden ist. Der Mai war leider stark verregnet, aber für die große Dorffest-Sequenz mit 400 Komparsen wurde das Wetter Gott sei Dank rechtzeitig besser.

Diesmal wirken nur wenige Darsteller mit, die man aus Ihren anderen Filmen kennt. Warum?

Rosenmüller: Die Hauptrolle der Lili, also der Ursula-Figur, spielt Amber Bongard aus Potsdam, ein unglaubliches Naturtalent, ihren Bruder Fabian stellt Béla Baumann dar. Erwachsene Rollen verkörpern Petra Schmidt-Schaller als Mutter, Oliver Korittke und Georg Friedrich als Kommunebewohner. Die Sichtweise der Kinder interessiert mich immer ganz besonders, weil sie im Unterschied zu den Erwachsenen viel schneller bereit zum Wandel und offen für Unbekanntes sind. Das ist etwas, was meist auch uns Erwachsenen keineswegs schaden würde.

Ab 18. August ist „Sommer in Orange“ zu sehen beim Lechflimmern oder im Kinodreieck im Thalia/Mephisto. Eine Freundin-Preview ist am Montag, 15. August, um 20 Uhr im Mephisto.

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