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Kresslesmühle

26.05.2011

Sieg der Ernsthaftigkeit

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Bei „Slam the WM“ haben die tiefgründigen Themen die Nase vorn

Für manch einen ist Fußball alles, für manch anderen ist es nichts; der eine ist Schönwetter-Fan, den anderen interessieren nur WM-Spiele. Die Bandbreite ist groß. Nicht minder groß ist das Spektrum, mit dem die zehn Slammer in der Kresslesmühle unter dem Motto „Slam the WM“ aufwarten. Frauen, Fußball, Frauenfußball sind die Themen.

Es entpuppt sich nicht als Einschränkung, es ist vielmehr ein vielschichtiger roter Faden, ein Quell der Inspiration rund um das Rund. Die Augsburger Poetry-Größe Michael Friedrichs stellt süffisant fest, dass das erste Handspiel stattfand, als Adam Evas Apfel ergriff. Die Folge: ein Platzverweis.

Lars Ruppel aus Marburg begegnet dem Fußball mit leisen und lauten Tönen aus der Sicht des Platzwarts. Mit einfachen, schönen Worten umschreibt er das traurige Dasein, das Leben im Hamsterrad zwischen Kalkwagen und Kreisliga. Er muss sich im direkten Vergleich nach der ersten Halbzeit nur der erst 14-jährigen Sarah Nordt geschlagen geben. Die junge Augsburgerin setzt auch auf einen ernsthaften Diskurs, kommt über Afghanistan, Osama bin Laden bis zum Fair Play. Der sei der richtige „Way“, reimt sie. Der Erfolg der ernsten Themen setzt sich in der zweiten Runde fort. Für Moderator Horst Thieme der Beweis, dass ein Poetry Slam zwar eine unterhaltsame Veranstaltung ist, aber dennoch kein „Quatsch-Comedy-Club“ ist. Rund 150 Slams hat er in den vergangenen Jahren veranstaltet. Der WM-Slam, der von der DFB-Kulturstiftung unterstützt wird und deutsche Bühnendichter in alle Austragungsorte führt, wo sie gegen lokale Wortkünstler in den Wettstreit treten, sei dennoch etwas Besonderes für ihn.

„Das erste Mal war ein Thema vorgegeben. Trotzdem hatten wir durch die Bank gute Beiträge“, so Thieme. In einem weiblichen Finale holt sich Franziska Holzheimer aus München mit einer kontrastreichen Darbietung den Pokal. Auf der einen Seite skizziert sie wortgewandt die klamme Angst des Spielers, auf der anderen Seite die Stärke und Strenge des Trainers. (ziss)

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