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Pfaffenhofen

25.02.2018

So will sich Pfaffenhofen vor Hochwasser schützen

Das jüngste Hochwasser an der Roth ist gar nicht lange her. Erst im Januar haben Schnee und Regen den Wasserpegel ansteigen lassen.
Bild: Andreas Schweiggert (Archivbild)

Eine neue Studie zeigt, wie der Markt in Zukunft vollgelaufene Keller verhindern kann.

Viele werden sich noch an das Hochwasser im Dezember 2010 erinnern. Die Roth, normalerweise ein kleines Flüsschen, hatte sich nach starkem Regen zu einem reißenden Strom gebildet und war schließlich über die Ufer getreten. Die örtliche Feuerwehr befand sich damals vierundzwanzig Stunden im Dauereinsatz. Aus Sandsäcken wurden eiligst Wälle errichtet. Dennoch liefen am Ende über 30 Keller mit Wasser voll und mussten ausgepumpt werden.

Nur drei Jahre später erwischte es die Region erneut. Damals, im Juni 2013, überschwemmte der Osterbach die anliegenden Häuser und Höfe. Bürgermeister Josef Walz sagte damals: „Man glaubt gar nicht, wie viel Wasser so ein kleiner Bach führen kann.“

Aus eben dieser Erkenntnis heraus hatte der Gemeinderat bereits im Oktober 2015 eine Hochwasserstudie in Auftrag gegeben. Die beauftragte Firma Sweco sollte herausfinden, welche Gebiete in Pfaffenhofen besonders gefährdet sind und welche vorbeugenden Maßnahmen die Marktgemeinde treffen sollte. Dazu sammelten die Experten Informationen über das Gelände, die Abflussmöglichkeiten von Regenwasser und wie weit der natürliche Boden durch Bauwerke bedeckt ist.

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Nun endlich stellte Andreas Klein von der Firma Sweco die Ergebnisse der Untersuchung vor. Und so viel lässt sich vorwegsagen: So dramatisch, wie man nach den letzten großen Hochwassern meinen könnte, sieht die Lage vor Ort gar nicht aus.

In Balmertshofen, durch das der Osterbach fließt, bestehen laut Studie keine Gefahren. Ähnlich sieht es in Biberberg aus. Dort seien die gemessenen Werte im Bezug auf den Hochwasserabfluss ebenfalls unbedenklich. Auch an anderen Stellen geht vom Osterbach wohl keine Gefahr aus.

Entlang der Ortsteile, die an der Leibi liegen, bestehe rein rechnerisch zwar eine geringe Überlastung. Allerdings seien aus der Vergangenheit dort keine Probleme bekannt. Etwas Nachholbedarf für die Gemeinde besteht hingegen beim Fluss Roth. In ihr hat sich in den vergangenen Jahren Kies, Sand und Schluff abgelagert. Dadurch flachte das Flussbett zunehmend ab und es kommt leichter zu Überschwemmungen. Der Fachmann nennt diesen Prozess Anlandungen. Und eben diese seien in der Roth zum Teil massiv und stellen damit eine grundsätzliche Gefahr dar – insbesondere für Roth, Berg, Pfaffenhofen und Diepertshofen.

Neben diesen Gefahren durch übertretende Flüsse weist die Studie vor allem auf wildfließendes Oberwasser hin. Gemeint ist damit das Wasser, das nach starken Regenfällen nicht versickert und sich dann auf der Oberfläche seinen Weg bahnt. Davon sei vor allem Beuren betroffen.

Neben dem Hinweis, die Anlandungen in der Roth zu entfernen, gibt die Studie auch Ratschläge für betroffene Anwohner. So könnten sie zum Beispiel die Lichtschächte erhöhen. Damit ließe sich der ein oder andere vollgelaufene Keller in Zukunft verhindern.

Weitere Maßnahmen seien aktuell nicht notwendig, urteilte Andreas Klein abschließend und auch Bürgermeister Josef Walz glaubt: „Im Moment können wir nichts anderes machen, als die Anlandungen zu entfernen.“ Denn für weitere Maßnahmen ist vor allem der Freistaat zuständig.

Der allerdings, so fürchtet die Gemeindeverwaltung, wird in den nächsten Jahren noch mit weitaus größeren Gewässern beschäftigt sein. Denn die Schäden in Pfaffenhofen waren in den letzten Jahren schlicht zu gering, als dass man hier Handlungsbedarf sieht.

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