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Geburtstag

28.12.2018

Theresia Volk: Auch mit 100 ein „Frühmensch“ geblieben

Seit annähernd 20 Jahren sind die 100-jährige Theresia Volk und Alexandra Biburger in guter Nachbarschaft miteinander verbunden.

Die Seniorin ist an sportlicher Aktivität und aktuellen Nachrichten interessiert. Die Zeitungslektüre gehört zum Frühstück unbedingt dazu.

Schnell geht es zünftig zu im Wohnzimmer, wo Gratulanten ans Terrassenfenster klopfen und Schwiegersohn Manfred Nachbaur immer wieder zum Telefon im Flur eilt. Die Zeitung ist eines der Gesprächsthemen, das für Theresia Volk „wichtiger ist als Essen“. Schon um vier Uhr morgens setzt sie sich meist zum ersten Mal zur Lektüre nieder, weil sie, wie sie sagt, „ein Frühmensch“ ist. Dann bekommt sie auch ihre „restless legs“ wieder unter Kontrolle, wenn sie barfuß über den kühlen Fliesenboden geht. Ansonsten steigert die Hochzollerin ihr Wohlbefinden im Allgemeinen durch Sport.

Auch im Alter von 100 Jahren geht sie zweimal pro Woche zur Gymnastik bei der DJK Hochzoll. Mit den heutigen Sportkameraden und der Familie – insgesamt 35 Personen – ist sie dort an diesem Freitag zur Geburtstagsfeier verabredet. Schon als Kind war sie beim TVA aktiv. Auf die Frage nach der bevorzugten Sportart, sagt sie: „Geräte“. Damit meint sie jedoch nicht Gewichte an Seilzügen, sondern Barren, Reck, Ringe und all das.

Wieder klingelt es. Einer der Besucher betätigt sich als Türöffner und lässt Nachbarin Alexandra Biburger herein, die der Jubilarin ein geschmackvolles Blumenarrangement und eine Glückwunschkarte bringt. Wie sich zeigt, sind die alte Dame und die Besucherin seit annähernd 20 Jahren in guter Nachbarschaft miteinander verbunden.

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Ihre finsterste Stunde liegt gut ein Jahr zurück

Theresia Volks finsterste Stunde war an einem Tag 2017, als ihre einzige Tochter Karla völlig unerwartet starb. Sie schüttelt kaum sichtbar den Kopf. „Geht die einfach vor mir“, sagt sie, als könne sie es immer noch nicht fassen, „da kommt man nicht drüber weg.“ Umso wertvoller empfindet sie das gute Miteinander mit dem Schwiegersohn. „Es ist ganz toll, dass wir uns so gut verstehen“, sagt sie, „wir machen alles gemeinsam.“ Der 81-Jährige ist gelernter Schreiner und wäre sicher Koch geworden, wenn er sich nicht der Bearbeitung von Holz verschrieben hätte. Er lächelt verschmitzt, wenn er die Alternative präzisiert: „Ich wäre aber gleich Alfons Schuhbeck geworden.“ Heute darf er sich der „Spezialkoch für Oma“ nennen. Theresia Volk ist glücklich, solange sie sich nicht langweilt. „Ich mag gerne arbeiten“, erklärt sie und ist froh, dass sie ihren Haushalt und den Garten bis heute selbst besorgen kann.

Mit Manfred Nachbaur sitzt sie bisweilen auch vor dem Fernseher, wobei sie keine Spielfilme, sondern aktuelle Ereignisse bevorzugt. Und eingedenk der Begegnungen Kai Pflaumes mit über Hundertjährigen, sagt Nachbaur: „Oma, nimm dir ein Beispiel, nächstes Jahr fahren wir nach Namibia“. Sie lächelt, weil ihr Südtirol immer genug war.

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