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Weltbild

27.06.2012

Verlagsgruppe wird nicht verkauft

Wildbild wird nicht verkauft, sondern in eine Stiftung umgewandelt.
Bild: Ulrich Wagner

Wegen Erotiktiteln im Angebot des Weltbild-Verlages wollte sich die katholische Kirche von dem Unternehmen trennen. Nun ist alles anders: Weltbild wird nicht verkauft.

Das teilte der Vorsitzende der Geschäftsführung des Verlags, Carel Halff, am Mittwoch mit und bestätigte damit einen Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Die Gesellschafterversammlung habe am Dienstag beschlossen, dass sämtliche Anteile der Weltbild-Gruppe in eine neu zu gründende Stiftung eingebracht werden sollen.

"Für alle Mitarbeiter ist das eine gute Perspektive, denn nichts ist so auf Dauer angelegt wie eine Stiftung", sagte Halff. Die Stiftung, deren Unternehmensform eine GmbH bleibe, solle gemeinnützige, kulturelle und kirchliche Ziele verfolgen. 

Weltbild sollte verkauft werden

Mit der Entscheidung für eine Stiftung gaben die Gesellschafter ihren Beschluss vom November auf, die Verlagsgruppe zu verkaufen. Damals hielten sie es nach massivem innerkirchlichen Druck für ihre Pflicht, sich von einem Unternehmen zu trennen, das erotische und esoterische Titel im Angebot hatte. "Es geht nicht, dass wir in der Woche damit Geld verdienen, wogegen wir sonntags predigen", hatte damals unter anderen Kardinal Joachim Meisner aus Köln gewettert.

Nach Meinung von Kirchenexperten befeuerte auch Papst Benedikt XVI. die Entscheidung zum Verkauf. Die Gesellschafter enthoben damals drei Aufsichtsräte ihres Amtes und nahmen die Geschäftsführer an die kurze Leine.

Zwölf Diözesen sind an Weltbild beteiligt

Das Landeskomitee der Katholiken hatte zuvor darauf gedrungen, den Augsburger Weltbild-Verlag in eine Stiftung umzuwandeln. "Das ist natürlich ein ganz schwieriges Unterfangen", sagte der Vorsitzende, Albert Schmid, im März am Rande der Vollversammlung des Landeskomitees in Augsburg.

"Es sind ja zwölf Diözesen beteiligt und der Verband der Diözesen - das muss man alles unter einen Hut bringen." Dabei gehe es auch um wirtschaftliche Interessen. Den Mitarbeitern böte die Umwandlung in eine Stiftung eine Perspektive, sagte er. "Verkauf wäre die Radikallösung."

Die Umsetzung wird laut Weltbild einige Monate dauern, viele Einzelheiten müssten noch geklärt werden. Alle Anteilseigener seien große Körperschaften und die Umwandlung daher sehr aufwendig.  dpa

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