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28.02.2013

„Vertrauen ist erschüttert“

Theater und Uni sagen Opernprojekt ab

Was für eine Enttäuschung: Das vierte gemeinsame Opernprojekt von Theater Augsburg und Leopold-Mozart-Zentrum der Universität ist gescheitert. Die Produktion „Masaniello furioso oder die neapolitanische Fischer-Empörung“, eine Barockoper von Reinhard Keiser, „muss leider ersatzlos gestrichen werden“, teilte das Theater gestern Nachmittag mit. Die Premiere wäre am 7. Mai auf der Brechtbühne gewesen. „Es ist uns in vieler Hinsicht ein Schaden entstanden, erheblich wurde auch unser Vertrauen in den Hochschulpartner erschüttert“, erklärte Chefdramaturgin Katharina John, die geschäftsführende Leiterin des Musiktheaters, auf Nachfrage.

Vier Monate nach Beginn der Vorbereitungen und sechs Wochen vor dem Start der szenischen Proben habe das LMZ seine Mitwirkung an der Barockoper abgesagt. Institutsleiter Prof. Franz Körndle habe eine „stabile Besetzung“ des Orchesters weder für die angesetzten Proben noch für die Aufführungen gewährleisten können. „Das Theater ist erst im Januar mit einem Probenplan gekommen, der schwere Eingriffe in unseren Unterricht bedeutet hätte“, rechtfertigte Körndle ebenfalls auf Nachfrage seine Entscheidung.

Die Produktion war professionell eingetaktet

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Offenbar mangelte es auf beiden Seiten erheblich an der Kommunikation. Körndle war wohl nicht bewusst, dass am Theater die gemeinsame professionelle Produktion mit allem, was dazugehört, eingetaktet war. Die in Wien lehrende Bühnenbildnerin Nicole Timm stand kurz davor, Kostüme und Bühnenbild zu realisieren. Mit der Berliner Regisseurin Katja Czelnik gab es konzeptionelle Gespräche. Nicht zuletzt hatten die Sänger des LMZ seit Monaten ihre Rollen einstudiert, seit am 15. Oktober 2012 das Vorsingen unter Beteiligung der Regisseurin stattgefunden hatte. „Es haben Vorgespräche stattgefunden, mehr nicht“, sagte dagegen Körndle. Ein Vertrag sei nicht abgeschlossen worden. Im Hintergrund geht es am LMZ auch darum, dass nicht alle Abteilungen mit den Ausgaben für das Projekt einverstanden sind.

Bei bislang drei Kooperationsprojekten haben Theater und Uni erfolgreich zusammengearbeitet. Es sei zwar nie ganz reibungslos verlaufen, weil es sich um sehr unterschiedliche Institutionen handle, „dennoch hat es immer geklappt und allen Spaß gemacht“, so John. Auch wenn sie sich momentan eine weitere Kooperation kaum vorstellen kann, „würde ich nicht wollen, dass jegliche Tür zugeschlagen ist“.

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