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Augsburg

15.03.2020

Weltverbrauchertag: Die häufigsten Fallen für Verbraucher

Oft haben es die Trickbetrüger auf ältere Menschen abgesehen.
Bild: Alexander Kaya

Egal ob ungewollte Verträge oder der überteuerte Notdienste: Ein Experte verrät zum Weltverbrauchertag, worauf man achten sollte.

Der 15. März steht jedes Jahr im Zeichen des Verbraucherschutzes. Dann ist Weltverbrauchertag. „Ob zu lange Vertragslaufzeiten oder die Horror-Rechnung vom Schlüsseldienst: In vielen Bereichen sind Verbraucher immer noch nicht ausreichend geschützt“, betont Hans Werner Ziegler von der Augsburger Beratungsstelle der Verbraucherzentrale Bayern. Ziegler hat täglich mit unterschiedlichsten Fällen zu tun, kennt viele Fallen und weiß, wie man sich wehren – oder besser noch – schützen kann. Den Weltverbrauchertag nimmt er daher zum Anlass, auf die fünf häufigsten Kostenfallen im Alltag aufmerksam zu machen:

Wechsel des Energieanbieters: Immer wieder werden Verbrauchern unbemerkt Strom- und Gasverträge untergeschoben. Dafür nehmen Vermittler am Telefon oder an der Haustür Kontakt auf und fragen dabei neben der "Beratung" Daten der Verbraucher ab,d ie für einen Anbieterwechsel benötigt werden. Dass der Vermittler im Namen des Verbrauchers einen Wechsel einleiten will, macht er dabei nicht deutlich. Die Betroffenen erfahren davon oft erst nachträglich aus der Auftragsbestätigung davon, kennt Ziegler Fälle.

Tipp: „Häufig wird bei diesen Haustürgeschäften nicht ausreichend über das Widerrufsrecht belehrt“, weiß Ziegler. In einigen Fällen könne man sich daher genau auf dieses Versäumnis berufen und ein Ausstieg aus einem womöglich ungewollten Vertrag ist auch nach Ablauf der üblichen 14-tägigen Widerrufsfrist möglich.

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Zu lange Vertragslaufzeiten: Betroffen sind oft Fitnessverträge, Zeitschriftenabonnements oder Telefonverträge. Zu guten Konditionen bekommen Verbraucher oft nur Verträge mit einer zweijährigen Laufzeit angeboten. Diese verlängern sich automatisch oder bei Veränderungen des Vertrags um ein weiteres Jahr, wenn der Verbraucher sie nicht rechtzeitig kündigt. Das wird von vielen Verbrauchern schlicht übersehen oder vergessen, sodass sie länger als gewollt an ihren Vertrag gebunden sind.

Tipp: Verbraucher sollten sich bei jeder Vetragsänderung bewusst sein, dass sich damit auch die Vertragslaufzeit verlängern kann. Gezieltes Nachfragen beim Anbieter klärt auf. „Danach kann entschieden werden, ob man darauf eingehen möchte oder nicht“, so Ziegler.

Unerlaubte Telefonwerbung: Telefonwerbung gegenüber Verbrauchern ohne deren vorherige ausdrückliche Zustimmung ist unzulässig. Sie wird mit einem Bußgeld von bis zu 300 000 Euro belegt. Unseriöse Anbieter nutzen diese Anrufe dennoch weiter häufig, um Verbrauchern ungewollte Zeitschriftenabos oder andere Verträge unterzuschieben.

Tipp: Auch hier liegt oft eine nicht ausreichende Widerrufsbelehrung vor. Dies können Verbraucher nutzen, um auch zu einem späteren Zeitpunkt noch vom Vertragsabschluss zurück zu treten.

Inkassokosten: Viele Inkassounternehmen machen selbst dann, wenn ihre Tätigkeit nur im Versenden eines Mahnschreibens besteht, oft deutlich überhöhte und unangemessene Kosten geltend. Ein weiteres Problem: Verbraucher sehen sich immer wieder ungerechtfertigten Inkassoforderungen gegenüber.

Tipp: Inkassounternehmen dürfen für Ihre Dienste maximal jene Gebühren verlangen, die auch ein Rechtsanwalt für den konkreten Fall berechnen dürfte. Erscheint einem der Betrag zu hoch lohnt es sich also, sich die Gebührenordnung genauer durchzulesen, rät der Verbraucherschützer.

Überteuerte Notdienste: Unseriöse Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe nutzen Notlagen von Verbrauchern aus. Sie verlangen häufig für unsachgemäß durchgeführte Leistungen völlig überhöhte Beträge und drängen ihre Kunden zu einer sofortigen Bezahlung. Preise für eine einfache Türöffnung von über 1000 Euro sind keine Seltenheit. Auch andere Bereiche wie die Schädlingsbekämpfung oder die Rohrreinigung fallen durch unsachgemäße Arbeiten und unverhältnismäßig hohe Geldforderungen auf.

Tipp: Nicht den Anbieter mit der größten Anzeige im Telefonbuch zu Hilfe rufen. „Ganz oft stecken dahinter die schwarzen Schafe“, so Ziegler. Dazu sollten Verbraucher Rechnungen nicht direkt vor Ort begleichen. Schon gar nicht, wenn sie übertrieben hoch erscheinen. Mit dem Argument, dass nur unbare Rechnungsbegleichungen steuerlich angesetzt werden können, sollte man auf eine schriftliche Rechnung pochen. So bleibt Zeit, sich mit Verbraucherschützern über die Höhe der Kosten zu beraten.

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