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Augsburg

01.12.2019

Wie Weihnachten in Augsburg nachhaltig in Erinnerung bleibt

In der Fuggerei etwa kann man jedes Jahr Christbäume aus den stiftungseigenen Kulturen in Blumenthal und Holwinkel erwerben. Es gibt weitere Möglichkeiten, unbehandelte Weihnachtsbäume aus der Region zu kaufen.
Bild: Becker

Ob Christbaum, Festtagsbraten, besonderer Schmuck oder Krippenzubehör. Man kann nachhaltig Weihnachten feiern, wie diese Tipps aus Augsburg zeigen.

Werner Kramer vom Krippenverein Augsburg und Umgebung ist ein passionierter Krippenbauer. Er hat weit über 300 der heiligen Ställe bei sich zu Hause. Sein Tipp: „Geht mit offenen Augen durch den Wald. Da liegt so vieles herum, das man verwenden kann.“ Wurzeln, Rinden und Moos etwa. „Auch Sand ist ein wunderschönes Material, Kies und Steine“, zählt er auf.

Mit Moos und Wurzeln lassen sich Krippen aufpeppen.
Bild: Becker

Augsburger Krippenfreunde verwenden gerne Naturmaterialien

Er und die Mitglieder des Vereins würden viele Naturmaterialien verwenden. Einen kleinen Tipp hat er noch für Familien mit Kindern. Tierfiguren, die eigentlich als Spielzeug gedacht sind, würden sich teils auch gut für Krippen eignen. Weitere Anregungen kann man sich übrigens im Museum Oberschönenfeld holen. Dort präsentiert der Verein am Sonntag, 1. Dezember, aus Anlass seines 100-jährigen Bestehens ausgesuchte Exponate. Und wer mit den Profis beim Krippenbau mithalten will, der sollte sich ohnehin Zeit nehmen. „Für eine richtige Krippe brauchen Sie ein Jahr“, sagt Kramer.

Christbäume aus der Region Augsburg

Lange Transportwege, etwa aus Skandinavien, und der Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutz- und Düngemitteln verpassen vielen Christbäumen eine schlechte Ökobilanz. Besser also auf umweltfreundliche Bäume aus der Region setzen: Beim Christbaummarkt in der Fuggerei bekommt man ab Donnerstag, 5. Dezember, unbehandelte Bäume aus den stiftungseigenen Kulturen in Blumenthal und Holzwinkel. Mit dem Erlös werden Fuggereiwohnungen renoviert. Man tut also auch noch etwas Gutes. Auch in der Baumschule Schlegel im Bärenkeller gibt ab 5. Dezember ökologische Christbäume aus nächster Nähe Ebenso beim Markt auf Gut Mergenthau, ab 1. Dezember, hier mit Bio-Siegel. Zum Erlebnis wird der Baumkauf beim Selberschlagen, etwa im beleuchteten Winterwald von Schloss Unterweikertshofen.

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Augsburger Designer in der Annastraße

Wer seine Familie und Freunde auf nachhaltige Weise beschenken will, kann zum Beispiel in der Annastraße in die „Zwischenzeit“, wo Designer aus Augsburg und der Region ihre Produkte anbieten. Labels wie „Datschi Trachten“ stellen Kleidung und Accessoires her. Caps mit der Aufschrift „Grantler“ oder Pullover mit dem Druck „I schau ned beas i grins bloß ned jeden depp o“ sind ein perfektes Geschenk für alle, die den bayerisch-schwäbischen Lebensstil lieben.

 

Neben Kleidung bietet hier das Atelier Ki Schmuck an, wobei alle Stücke Unikate sind und teilweise aus alten Fahrradteilen hergestellt wurden. Auch für Feinschmecker gibt es in der Zwischenzeit Geschenkideen. Etwa Obstbrände, hergestellt aus regionalem Obst. Ein ideelles Geschenk kann man beim Lechhauser Junglandwirt Andreas Burkhardt kaufen. Er bietet Patenschaften für Bienenweiden auf Agrarflächen an. In einer Weihnachtsaktion offeriert er Parzellen fürs kommende Jahr – inklusive einem Glas Augsburger Bienenhonig und einer Urkunde. „Dieses Jahr hatten wir rund 160 Paten und haben uns über die rege Beteiligung gefreut“, sagt er.

Rezeptur für Natronteig zum Basteln

Die einfachste umweltfreundliche Methode ist Selbermachen. Anhänger aus Salzteig basteln und bemalen, wie in der Kindheit etwa. Wer gerne ganz weiße Anhänger möchte, sollte einen Natronteig ausprobieren. Dafür rührt man eine Tasse Natron, eine halbe Tasse Speisestärke und eine dreiviertel Tasse Wasser bei mittlerer Hitze in einem Topf zusammen. Wenn die Konsistenz kartoffelbreiartig ist, kann der Teig in einer abgedeckten Schüssel zum Abkühlen zur Seite gestellt werden. Sobald der Teig nicht mehr warm ist, kann man ihn kneten und ausrollen.

Kreativer Christbaumschmuck kann selbst gebastelt werden - etwa aus Zeitungspapier.
Bild: Lisa Gilz

Danach mit Plätzchenformen ausstechen und ein paar Stunden trocknen lassen. Nur daran denken, ein Loch an den Rand zu machen, damit der Schmuck auch aufgehängt werden kann. Eine andere nachhaltige Möglichkeit sind Kugeln aus Altpapier. Dafür mehrere Kreise ausschneiden, in der Mitte falten und zusammenkleben. Die Kugeln können bemalt, oder mit Perlen aufgewertet werden.

Bäuerliche Erzeuger verkaufen in Augsburg

Der Trend geht auch dazu, alten Schmuck umarbeiten zu lassen. Der ideelle Wert bleibt dabei erhalten. Nicole Eidel vom Atelier Eidel erzählt, dass Umarbeitungen ein häufiger Wunsch sind. „Dabei muss aus einem Ring aber nicht immer ein neuer Ring werden.“ Es können auch andere Stücke gefertigt werden. Der Preis hänge davon ab, wie viel altes Material verwendet werden kann und welche Qualität es habe. Auch bei der Silberschmiede stellt man fest, dass Umarbeitungen gefragter werden. Geschäftsführer Patrick Bartel-Zwack sagt: „Schmuck hat einen ideellen Wert, eine eigene Geschichte.“ Auch finanziell lohne es sich oft, alten Schmuck umzuarbeiten. „Wenn das Gold ausreicht, kann man 25 bis 50 Prozent sparen.“ Zudem seien in altem Schmuck oft seltene Elemente verbaut, etwa ungewöhnliche Edelsteine. Letztlich spiele sicher auch die Nachhaltigkeit eine Rolle. „Wir leben in einer Zeit des bewussten Konsums.“

Auch bei einem Gänsebraten kann der Verbraucher auf Nachhaltigkeit achten.
Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Man kann mit gutem Gewissen schlemmen, wenn man es nachhaltig macht. Die passenden Zutaten zum Festbraten bekommt man bei bäuerlichen Erzeugern in Augsburg, etwa bei Höfles Hofladen in Inningen. Dort gibt es auf Bestellung regionales Rindfleisch oder heimisches Geflügel wie Gänse, Enten oder Puten aus artgerechter Haltung. Auch Wild aus eigener Jagd ist zu haben, zudem frische Karpfen oder Forellen aus der Region. Beim Bestellen muss man sich beeilen.

Letzter Termin ist der 30. November. Wer will, kann sich im Laden auch mit Kartoffeln oder heimischem Blaukraut eindecken. Anja Höfle freut sich, dass mehr Kunden bewusst einkaufen. Vielen sei nicht nur das Bio-Label wichtig, sondern auch, dass die Produkte aus der Region kommen. Und wenn an den Festtagen einiges an Essen übrig bleibt, was aufbewahrt werden muss? Man kann Küchenfolien aus Plastik und Aluminium vermeiden.

Claudia Schwarz verkauft in ihrem Laden Wachs & Kunst in der Peutingerstraße beim Dom Bienenwachstücher aus eigener Herstellung. Sie seien ideal zum Verpacken von Käse, Brot, angeschnittenem Gemüse oder Obst, belegten Brötchen oder zum Abdecken von Bechern und Schüsseln, sagt sie. Lebensmittel halten länger frisch. Sogar Einfrieren geht. Zum Wiederverwenden kann man sie kalt mit Wasser und Seife abwaschen.

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02.12.2019

Wenn Fleisch einfach nur aus der Region kommt, ist das aus meiner Sicht nicht sehr nachhaltig. Wichtig ist, dass die Tiere artgerecht gehalten werden. Bei intensiver, konventioneller Haltung und Fütterung mit südamerikanischem Soja hilft es nicht viel, wenn der Hof in der Region ist. Da erscheint es mit sinnvoller, Fleisch von (Bio-) Weiderindern zu beziehen, auch von weiter her.

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