Zwei Anwohner hatten gegen den Fußgängerzonen-Versuch in der Augsburger Maximilianstraße geklagt - mit Erfolg. Die Stadt muss die Straße ab dem 19. August wieder für den Verkehr freigeben und alle Schilder abbauen. Unter unseren Leserinnen und Leser wird das Thema stark diskutiert, wie diese Zuschriften zeigen:
"Weg vom Augsburg-light-Denken"
Diese Straße muss intelligenter umgestaltet werden. Weg vom Augsburg-light-Denken. Weg vom Bäumchen und Bänkchen-Denken. Weg von der Party-Highlight-Denke. Hin zur Jahrtausende alten Geschichte und Kultur dieser Stadt, die nicht nur in Museen zu bestaunen sind, sondern live in öffentlich zugänglichen Werkstätten und Kreativ-Ateliers erlebbar und nachvollziehbar werden. Alle hier geschaffenen Produkte von Musik, Malerei, Bildhauerei, Architektur, Kunstfotografie, künstlerische Textilgestaltung, Filmkunst, Schnitzkunst und vieles mehr können von den flanierenden Besuchern dieser „einzigartigen Kulturmeile“ mit wertsteigerndem Maximilianstraßen-Stempel sofort erworben werden.
Als Krönung dieser Idee sollte ein Kreativatelier für kleine Künstlerinnen und Künstler aus unterschiedlichen Kindertagesstätten, in Zusammenarbeit mit professionellen Künstlern und Künstlerinnen diesem Gesamtprojekt Charme und Flair verleihen und somit einen neuen Weg der kulturellen Bildung aufzeigen. (Walter M. Neumair, Augsburg)
"Fehlen die Kunden wegen etwas anderem?"
Herr Rehm sollte sich mal fragen, ob das Ausbleiben der Kunden nicht auch an etwas anderem, als fehlende Parkplätze vor seiner Haustür, liegen kann! (Carmen Beer, Augsburg)
"Die Situation sachfremd beurteilt"
Es zeigt sich wieder einmal, dass Grüne Ideologie gepaart mit Aktionismus und nicht vorab geklärter Rechtslage zum Scheitern verurteilt ist. Wenn Frau Weber folgendes Zitat: „…dass der Straßenraum in seiner ganzen Breite nicht als Fußgängerzone genutzt wurde“ verbreitet, zeigt es doch, dass sie die Situation vollkommen sachfremd beurteilt und sich von grüner Ideologie leiten lässt.
Wie soll ich den Straßenraum gesamtheitlich als Fußgänger nutzen, wenn der Linienbus 32, Taxis sowie Anliegerverkehr durchfahren und vor allem Radfahrer auf ihren E- Bikes durch die Straße rasen? Auch Fußwege sind kein Tabu. Eine Fußgängerzone ist, schon wie der Name es sagt, für Fußgänger und nicht für andere Verkehrsteilnehmer, Anwohner ausgenommen, aber man muss ja der Fahrradlobby gewogen sein. Es zeigt sich halt zum wiederholten Mal, dass in der Stadtregierung kein Innenstadtverkehrskonzept vorhanden ist, die Fuggerstraße mit eingeschlossen. (Helmut Schuessler, Augsburg)
"In Augsburg funktionieren nur noch drei Dinge"
Es sollte ein Zeichen sein für eine Innenstadt mit weniger Autos. Allerdings hätten man erwarten können, dass die vielfältig vertretenen Juristen in der Stadtverwaltung schon geahnt hätten, dass dieses Vorhaben auf wackligen Beinen steht. Hier werden Gelder für zuerst Planung und Umbau (inzwischen zum dritten Mal) und nun wieder für Rückbau, Gerichtsverfahren, Gutachten etc. und Saunamöbel auf der Straße verschwendet. Schon ein kleiner Bruchteil davon wäre bei anderen Problemen (Stichwort: Kein Geld für WC -Sanierung in Schulen) äußerst hilfreich. Parkplätze vernichten und Autofahrer vergrämen, das in Verbindung mit längeren ÖPNV-Taktzeiten und teureren Tickets beweisen eine konfuse Ideologie! In Augsburg funktionieren leider nur noch drei Dinge: die Feuerwehr (Gott sei’s gedankt!), die Verkehrsüberwachung und die Marketingabteilung für die beiden grünen (Ober)-bürgermeisterinnen! (Reinhard Müller, Augsburg)
"Ist die Existenz gefährdet, muss man sich wehren"
Ich habe immer wieder den Eindruck, unsere Stadtregierung hat keinerlei Ahnung von Wirtschaftskreisläufen. Immer wieder liest man, dass den Gewerbetreibenden in unserer Stadt von der Verwaltung Steine in den Weg gelegt werden. Ich kann die Klage von Herrn Rehm insofern nachvollziehen: Wenn meine Existenz auf dem Spiel steht, muss ich mich wehren.
Falls es unseren Stadtoberen noch nicht aufgefallen sein sollte: Weniger Umsatz bedeutet auch weniger Steuereinnahmen. Und anstatt dass man den ansässigen Firmen hilft, auch die Abwanderung in den Versandhandel zu überwinden durch guten Service - da gehört auch die gute Erreichbarkeit der Geschäfte dazu -, werden den Geschäftsleuten immer mehr Sachen aufs Auge gedrückt, die den Handel behindern.
Man könnte meinen, Augsburg ist eine reiche Stadt, sie braucht keine Steuereinnahmen. Klimaschutz ist in Ordnung, aber mit Maß und Ziel. Man kann nicht einfach einen Schalter umlegen, und damit die Steuerzahler verunsichern. Wenn die Geschäfte weggehen, schaut Augsburg mit dem Ofenrohr ins Gebirge: Steuereinnahmen ade. (Regine Borstorff, Augsburg)
"Erst denken, dann starten"
Es gibt einen alten Sinnspruch: „Erst besinn‘, dann beginn‘“. Der ist den Grünen erkennbar fremd. Da muss unbedingt irgendeine Schnapsidee durchgeboxt werden – und dann schau‘ mer mal. (Kost‘ ja nix. Nur Steuergelder. Und den Rest zahlen die Bürger). In Augsburg brauchten sie also dringend ein „Flaggschiffprojekt“, um ein „symbolisches Zeichen zu setzen“. Und so musste die Maxstraße partout zu einer „Fußgängerzone“ umgestrickt werden – von der man schon vorher hätte wissen können, dass die weder eine Fußgängerzone, noch alltagstauglich sein wird.
Denn wer „flaniert“ schon (womöglich mit Kinderwagen oder Rollator) auf einer holprigen Straße, auf der er Bussen, Taxis, Lieferwagen und den unvermeidlichen Radlern entfliehen muss, wenn er stattdessen auf bequemen sechs Meter breiten, komfortablen Gehwegen mehr als genug Platz hat – und auch mal in ein Schaufenster schauen kann? Na, hätte man sich zuerst besonnen, hätte man das gar nicht erst begonnen. (Bernhard John, Augsburg)
"Verkehrsberuhigung wäre ein Meilenstein gewesen"
Die Verkehrsberuhigung in der Maxstraße ist dahin. Eine laienhafte und unzureichende Begründung der Stadt zur verkehrsberuhigten Zone fehlte, um das Gericht zu überzeugen, dass es notwendig sei, die Maxstraße als Fußgängerzone und damit verkehrsberuhigt auszuweisen. Was passiert nun mit den gestrichenen Parkplätzen sowie den Sitzgelegenheiten? Die Beruhigung wäre für die Prachtmeile ein weiterer Meilenstein auch für den Umweltschutz gewesen. So werden wieder Autos in die Straße gelassen, die ihren Dampf ablassen. (Jürgen Hajek, Augsburg)
"Wo waren hier die Juristen der Stadt?"
Wenn Kaiser Maximilian und die Fugger und Welser heute mit ihren Kutschen die Prachtmeile befahren wollten, würden sie bestimmt aufgehalten werden, ihr seid zu laut und eure Pferde hinterlassen zu viel Mist und der ist zudem nicht CO2 frei! Der größte Mist ist allerdings, was die ideologisch angehauchte Stadtregierung wieder vermurkst hat. Hat sie denn keine befähigten Juristen, die ihnen gleich gesagt hätten: Was ihr vorhabt, geht vor das Verwaltungsgericht. Aber die grandiosen Politiker haben halt nicht damit gerechnet, dass betroffene Bürger Klage gegen diesen Blödsinn einreichen!
Zum Verwaltungsgericht wäre noch zu sagen: Helft der Stadt doch, eine Lösung zu finden für, aber nicht gegen das Klimacamp, aber an einem anderen Ort. Mein Vorschlag wäre, liebe Klimacamper, besorgt euch doch einen alten Zirkuswagen, bemalt ihn mit euren Sprüchen, spannt zwei Pferde davor und fährt ganz Augsburg damit ab, vor allem die Kinder werden begeistert sein, denn sie helfen euch bestimmt begeistert beim Pferdeäpfel einsammeln. (Reiner Mayr, Königsbrunn)
"Stadtregierung mit Verfalldatum"
Diese grün-schwarze Stadtregierung hat ein Verfalldatum, und das sind die nächsten Stadtratswahlen. Eine für die Bürger nicht mehr nachvollziehbare Stadtpolitik, wie z.B. jahrelange Duldung eines Schandflecks namens Klimacamp, obwohl es auch andere Plätze gäbe. Genehmigungen auch noch der unsinnigsten Demonstrationen durch grüne Irrlichter. Tempo 30 Ankündigung in einer der belebtesten Straßen der Stadt, weitere sollen folgen. Zum Teil autofreie Maxstraße, durch das Gericht aufgehoben. Aufhebung von PKW-Abstellplätzen zum Vorteil von Lastenrädern.
Deutlich ist die grüne Handschrift erkennbar, viele Bürger wollen diese Dominieren einer grüne Stadtregierung nicht mehr hinnehmen. (Hans J. Schneider, Augsburg)