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Augsburg
10.05.2022

"Geburtenkontrolle" für Tauben: Tierschützer richten neuen Taubenschlag ein

Natalie Gauggel vom Tierschutzverein kontrolliert den neuen Taubenschlag im Grottenau-Gebäude.
Foto: Silvio Wyszengrad

Der Augsburger Tierschutzverein richtet den nächsten Standort mit "Geburtenkontrolle" für Stadttauben ein. Doch es gibt noch eine größere Problemzone in der Stadt.

Vielerorts gelten Tauben als eine Plage. In Augsburg werden sie dagegen in denkmalgeschützte Gebäude einquartiert. Im früheren Postbau in der Grottenau hat der Tierschutzverein gerade einen neuen Taubenschlag in Betrieb genommen. Das betreute Quartier im Dach des heutigen städtischen Verwaltungskomplexes und Uni-Standortes soll verhindern, dass sich Tauben zu einer Plage für die Umgebung entwickeln. In der Nachbarschaft befinden sich der Stadtmarkt und das Staatstheater.

Augsburg gilt als erste Stadt in Deutschland, die konsequent auf betreute Taubenschläge setzte. Und das seit mehr als 20 Jahren. Heute gibt es 13 Standorte mit Taubenschlägen oder Taubentürmen in der Innenstadt und in den Stadtteilen. In jedem finden zwischen 50 und 200 Vögel Unterschlupf. Sie werden kontrolliert gefüttert, damit sie die meiste Zeit im Inneren bleiben. Wenn alles passt, verbrächten Tauben bis zu 90 Prozent der Zeit in ihrem Schlag, sagt Natalie Gauggel, zuständig für das Taubenprojekt beim Tierschutzverein Augsburg und Umgebung. Dort brüten sie, dort fressen sie und dort bleibt der größte Teil des Drecks.

6200 Taubeneier wurden 2021 in Augsburg ausgetauscht

In den betreuten Taubenschlägen findet außerdem eine gezielte Geburtenkontrolle statt. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer tauschen die gelegten Eier gegen Plastikeier aus, damit der Nachwuchs reduziert wird. Allein im vergangenen Jahr seien in Augsburg mehr als 6200 Taubeneier ausgetauscht worden, berichtet Heinz Paula, Vorsitzender des Tierschutzvereins. Damit werde vermieden, dass sich die Tauben explosionsartig vermehren. Die Erfolge zeigen sich nach seinen Beobachtungen deutlich im Augsburger Stadtbild. "Sogar am Rathausplatz sieht man kaum Tauben", sagt er.

Das Augsburger Modell für Stadttauben ist zu einem zentralen Projekt für den Tierschutzverein geworden. Der Aufwand für die betreuten Schläge ist beträchtlich. Mindestens zweimal pro Woche sehen die Helfer in den Nistboxen nach, um Eier auszutauschen. Die Schläge müssen regelmäßig mit artgerechtem Körnerfutter und Einstreu versorgt und gereinigt werden. Rund 85.000 Euro Zuschuss erhält der Verein von der Stadt für die Betreuung von Tauben und anderen Tieren. Umweltreferent Reiner Erben (Grüne) spricht von einer "funktionierenden Kooperation". Denn wenn es zu einer Überpopulation von Tauben komme, nehme auch die Verschmutzung in der Stadt zu.

Die künstlichen Taubeneier zum Austauschen liegen schon bereit.
Foto: Silvio Wyszengrad

Augsburg hat Taubenprobleme am Hauptbahnhof

Betont wird, dass bei den Taubenschlägen die Eigentümer der Immobilien mitspielen müssen. Die Stadt stellt inzwischen mehrere, teils denkmalgeschützte Gebäude zur Verfügung. Aber auch Firmen und Institutionen machen mit. Problemzonen gebe es vor allem noch am Hauptbahnhof und in Pfersee, sagt Paula. Der anfangs schlecht angenommene Taubenturm am Schwabencenter sei immer besser belegt. Viele andere Städte im In- und Ausland interessieren sich für das Augsburger Modell. Anfragen gebe es bis aus Prag und Barcelona.

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10.05.2022

Solange es Menschen gibt, die die Ratten der Lüfte auch noch gezielt (!) füttern wie z.B. morgens und nachmittags im Bereich Stadtbad und das auch noch auf Rad- und Fusswegen, solange werden solche Bemühungen mit irgendwelchen Plastikeiern nichts bringen.

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