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Augsburg: Verspätete Briefe: Post kämpft auch in Augsburg mit Personalmangel

Augsburg

Verspätete Briefe: Post kämpft auch in Augsburg mit Personalmangel

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    Briefträger in der Augsburger Maximilianstraße: Weil Personal ausfällt, kommen Briefe derzeit häufiger mit Verspätung.
    Briefträger in der Augsburger Maximilianstraße: Weil Personal ausfällt, kommen Briefe derzeit häufiger mit Verspätung. Foto: Silvio Wyszengrad

    Briefe und Zeitschriften, die verspätet ankommen. Post, die im falschen Briefkasten landet. Pakete, die einfach irgendwo abgelegt werden: Die Beschwerden von Post-Kundinnen und -Kunden nehmen ständig zu. Allein im September sind bundesweit knapp 5000 Reklamationen bei der Bundesnetzagentur eingegangen. Diese Zahl sei ungewöhnlich hoch. Auch in Augsburg und dem Umland gibt es Probleme. Aus verschiedenen Stadtteilen gibt es Beschwerden, die Post käme nicht mehr pünktlich. Auf abonnierte Zeitschriften etwa mussten manche zuletzt tagelang warten - da fällt es besonders auf, weil der normale Zustelltag bekannt ist.

    "Leider erfolgt die Zustellung in Augsburg in vereinzelten Fällen nicht in der Qualität, wie es unsere Kundinnen und Kunden gewohnt sind", teilt Unternehmenssprecherin Sonja Radojicic auf Anfrage mit. Grund sei neben dem Fachkräftemangel ein deutlich erhöhter Krankenstand. Aufgrund der dynamischen Entwicklung der Infektionszahlen sei nicht ausschließen, dass es in vereinzelten Regionen vorübergehend auch weiter zu Verzögerungen in den Betriebsabläufen kommen werde. Auch eine Augsburger Postbotin bestätigt das gegenüber unserer Redaktion. "Es fallen ja nicht nur Kolleginnen und Kollegen direkt in der Zustellung aus, sondern beispielsweise auch in den Sortierzentren." Zuletzt mussten in ihrem Zuständigkeitsbereich zwei Bezirke für einen Tag liegen gelassen werden, weil nicht ausreichend Personal zur Verfügung stand.

    Die Post sucht in Augsburg nach Personal

    Tageweisen Ersatz für erkrankte Kolleginnen und Kollegen könne die Post nur schwer liefern, bestätigt die Postbotin. "Man kann nicht einfach jemanden in einen fremden Bezirk schicken, wo er sich überhaupt nicht auskennt. Unsere Aufgaben umfassen ja mehr, als nur Briefe in einen Briefkasten zu stecken", erklärt sie. Auch Post-Sprecherin Sonja Radojicic spricht den Personalmangel offen an. "Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind momentan stark umworben. Dies trifft auch auf diese Region zu und ist in der Logistikbranche besonders stark spürbar." Man habe in den letzten Wochen und Monaten neue Beschäftigte eingestellt, freue sich aber über weitere Bewerbungen.

    Ein weiterer Aspekt, der für Verzögerungen sorgen kann, ist der zunehmende Arbeitsaufwand. "Wir Zusteller bringen nicht nur Briefe, sondern auch kleinformatige Pakete und Warensendungen. Da ist die Menge seit Corona deutlich gestiegen. Dazu haben wir einige Briefe, deren Zustellung auf verschiedene Art dokumentiert werden muss. Auch das braucht Zeit", erzählt die Postbotin aus ihrem Arbeitsalltag. In Einzelfällen könne es am Ende von Touren zu Abbrüchen kommen, weil die Dienstzeit endet, schildert auch Sonja Radojicic. "Wir achten darauf, dass diese Haushalte am nächsten Tag priorisiert behandelt werden." Die Post bitte um Verständnis und entschuldige sich für diese Unannehmlichkeiten. Nicht immer aber sei sie selbst für Verzögerungen oder falsch eingeworfene Briefe zuständig. "Wenn ich mir die Post von den betroffenen Kunden zeigen lasse, stelle ich immer wieder fest, dass diese von anderen Dienstleistern zugestellt wurde", erzählt die Augsburger Postbotin.

    Die Post liefert auch an Montagen an Augsburgerinnen und Augsburger

    Immer wieder für Diskussionsstoff sorgt das Gerücht, dass viele Augsburgerinnen und Augsburger montags gar keine Post erhielten. Ganz stimme das aber nach Angaben der Post nicht. "Die Post stellt auch montags ganz regulär zu", betont Sonja Radojicic. Einzige Ausnahme: Es gibt keine Dialogpost, also Post mit werblichen Inhalten. Diese werde tatsächlich nur von Dienstag bis Samstag gebracht. Allerdings sei das Sendungsvolumen an Montagen deutlich geringer. Für manche Kundinnen und Kunden, deren Briefkasten montags leer bleibt, sei womöglich schlicht keine Post unterwegs gewesen.

    Die Brief- und Paketzusteller der Deutschen Post liefern bundesweit regulär jeden Werktag rund 49 Millionen Briefe und rund 6,7 Millionen Pakete aus. Konkrete Zahlen für Augsburg gibt es keine. 88 Prozent der Briefe erreichen laut Post ihre Empfängerinnen und Empfänger bereits am nächsten Werktag, über 79 Prozent sind es im Paketbereich. "Das schafft kein anderes Postunternehmen in Europa", so Radojicic. Setzt man die Menge der Zustellungen ins Verhältnis zu den aktuellen Beschwerden, so sei deren Zahl verschwindend gering, urteilt die Bundesnetzagentur. Die deutliche Zunahme an Beschwerden könne jedoch ein Indikator sein, dass Handlungsbedarf bestehe. Zudem müsse man mit einer Zahl an Kunden kalkulieren, die keine Beschwerde bei der Bundesnetzagentur einreicht.

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