Augsburgs erste kombinierte Demonstration zu den Themen Frieden und Klimagerechtigkeit hat am Sonntag auf der B17 stattgefunden. Auch für die Einführung eines Tempolimits sowie autofreier Sonntage wurde demonstriert. Eingebettet war die Aktion in einen dezentralen Aktionstag für Frieden und Klimagerechtigkeit. An diesem Tag fanden in ganz Deutschland verschiedene Events, Aktionen und Informationsveranstaltungen statt. In Augsburg erregten einige Frauen Aufmerksamkeit, weil sie sich am Rande der Demo ausgezogen hatten.
Für die Fahrraddemo musste die Bundesstraße rund eine Stunde gesperrt werden, Autofahrer wurden weitläufig umgeleitet, so die Polizei. In der Spitze waren es knapp 450 Radler, die an der Demonstration teilnahmen.
„Klimagerechtigkeit und Frieden sind untrennbar verknüpft“, erklärt Charlotte Lauter (19) die Demonstration. „Die Erdaufheizung wird in Zukunft zahlreiche Ressourcenkriege befeuern. Hätten wir die Energiewende nicht so sehr verschleppt, wären wir heute nicht abhängig von Putins Gas. Energie könnten wir dann direkt in der Region erzeugen, anstatt Putin jeden Tag Millionen für seine Kriegsindustrie zu überweisen“. Die täglichen Gesamtexporteinnahmen Russlands für Öl und Gas beliefen sich auf 700 Millionen Euro. „Gerade Augsburg sollte sich als Friedensstadt stärker für ein Tempolimit auf A8 und B17 einsetzten. Den Fuß vom Gaspedal zu nehmen, freut nicht nur den privaten Geldbeutel bei den aktuellen Spritpreisen“, so die Aktivistin.
Protest in Augsburg: Frauen ziehen sich am Rathausplatz aus
Nach der Fahrraddemo kam es zuerst in der Karlstraße und dann am Rathausplatz noch zu einer Spontandemo gegen die Sexualisierung des weiblichen Körpers. Mehrere Frauen zeigten sich dabei mit entblößtem Oberkörper. Hintergrund der Aktion war nach Angaben einer Teilnehmerin, dass eine Frau auf der Fahrraddemo aufgrund der Wärme ihren Oberkörper entblößte. Obwohl sie ihre Brustwarzen abgeklebt hatte, schritten daraufhin die Ordnungshüter ein, ihre Personalien wurden aufgenommen und sie erhielt eine Anzeige wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses.
Das erboste offenbar mehrere Teilnehmerinnen derart, dass sie zunächst in der Stadt die Karlstraße blockierten und danach noch mit blankem Oberkörper und überklebten Brustwarzen auf dem Rathausplatz demonstrierten. Weil Männer dieses Problem wohl nicht hätten, sahen sie sich diskriminiert.