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Gastspiel

03.01.2020

Afrikaner präsentieren Artistik auf allerhöchstem Niveau

Eine Einlage mit Hula-Hoop-Reifen im Kongress am Park.
Bild: Mercan Fröhlich

Der „Circus Mother Africa“ präsentiert im Kongress am Park eine mitreißende Geschichte und einen Abend voller Körperbeherrschung.

Welch eine Freude, welch ein Rhythmus! Von den ersten Minuten an ist der Zuschauer mitten hineingenommen in das Geschehen auf der Bühne: Der „Circus Mother Africa“ war im Kongress am Park auf seiner Europatournee zu Gast und zog sein Publikum mit seinen „neuen Geschichten aus Khayelitsha“ in den Bann. Das Bühnenbild entführte auf den Marktplatz von Khayelitsha, eines der größten südafrikanischen Townships, mit seinen Wellblechhütten, wo es laut und bunt zugeht: Hier wird gehandelt, gelacht, gesungen und getanzt, Männer buhlen um die Frauen, auch die Frauen zeigen, was in ihnen steckt.

Dieses Werben umeinander geschah auf höchstem Niveau, mit Akrobatik, bei der man sich entweder gar nicht mehr wegzuschauen traute oder – wenn’s schier menschenunmöglich wurde – lieber kurz die Augen schloss. Da sprang ein Schlangenmensch herein, auf seinen Händen, die Füße irgendwie nach vorne ausgestreckt, ohne den Boden zu berühren. In einem fort verdrehte, verknotete der Schlangenmensch seine Arme, seine Beine, seinen ganzen Körper, als hätte er anstatt Knochen nur dehnbaren Gummi. Wie erleichtert war das Publikum, als er wieder als ganzer Mann unversehrt auf der Bühne stand! Spannung pur, Staunen, Aufatmen, das prägte den Abend. Für ein afrikanisches Lebensgefühl standen die lebendige, rhythmisch vorantreibende Musik der „Mother Africa Band“, die rasanten Tanznummern, die Farben, die Kostüme und die spritzigen Kurzszenen auf dem Marktplatz.

Ein Kopfstand auf dem Kopf des Partners ausbalanciert

Schlag auf Schlag, bestens choreografiert, fügten sich die Artistik-Nummern ein, alle auf höchstem Niveau ausgeführt. Es wurde jongliert mit Tellern und Schüsseln, erst ein, dann zwei, schließlich drei Diabolos hielt ein Künstler in höchster Geschwindigkeit und dabei noch um sich selbst drehend in der Luft.

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Körperbeherrschung pur und Ästhetik bewiesen zwei Artisten, die sich zur menschlichen Pyramide bauten, bei der der Partner im Kopfstand nur auf dem Kopf des anderen ruhte. Ein riesiger Monoreifen kreiselte über die Bühne, rasend schnell zuweilen, als ob darin kein Mensch eingespannt wäre, der sich in diesen Schwung hineinbegab und ihn in Bewegung hielt. Eine Hula-Hoop-Künstlerin brachte es fertig, einen Hula-Hoop-Reifen um ihren Haarschopf kreisen zu lassen.

Atemberaubend auch die Nummer eines Künstlers mit einem Buben, die sich spielerisch um ein Buch balgten. Scheinbar nebenbei ließ der Ältere auf dem Rücken liegend den Buben Saltos drehen. Ähnlich faszinierend war es, als ein anderer Künstler eine dicke elastische Stange, die zwischen den Schultern von zwei Männern eingespannt war, wie ein Trampolin für Höhenflüge nutzte. Am Ende erzählte die Geschichte von einer Hochzeit als rauschendem Fest. Ein toller Schluss für den wunderschönen Abend!

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