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Festival

07.10.2019

Klapps erweist sogar dem Bauhaus Reverenz

"Schneckenalarm" mit Cordula Nossek vom Dachtheater Wien ist beim Klapps-Festival zu sehen.
Bild: dachtheater.com

Angela John hat wieder ein sehr abwechslungsreiches Figurentheater zusammengestellt. Manches geht auch unter die Haut.

Frau John, Ihr klapps-Festival 2019 , das am Freitag beginnt, bietet ein außergewöhnlich reichhaltiges Angebot. Wie kriegen Sie das hin?

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Angela John: Wir bemühen uns immer, ein abwechslungsreiches Programm aufzustellen. Wir selber sind auf der Suche nach Stücken und wir bekommen auch Angebote. Dieses Jahr hat sich ein total abwechslungsreiches Programm ergeben, was die Art der Figuren und des Spielens angeht. Irgendwie hat sich dieses Jahr auch mit unserem internationalen Gast der europäischen Marionettengala ein so komprimiertes Programm ergeben. Die Vorverkaufszahlen sprechen für sich, dass es bei unseren Besuchern gut ankommt.

Wie haben das Prager Marionettentheater Spejbl und Hurvinek, das Salzburger Marionettentheater und die beiden deutschen Solisten Bernd Lang und Markus Dorner zusammengefunden?

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Angela John: Die Gala wird von Markus Dorner organisiert und war schon einmal vor zwei Jahren unterwegs. Jetzt hatten sie wieder Lust, etwas gemeinsam zu unternehmen. Sie bieten einzelne Szenen – die Gespräche zwischen Vater und Sohn, Ausschnitte aus Mozart-Opern „Don Giovanni“ und „Die Zauberflöte“ sowie die Drei Tenöre, live gesungen. Sichtlich macht dies der Gruppe selber großen Spaß.

Puppenspiel ist nicht nur nett, es kann manchmal auch unter die Haut gehen. Etwa wenn das Theater auf der Zitadelle Berlin ein tierisches Quartett im Altersheim zeigt.

Angela John: Zitadelle versteht es sehr gut, auch schwierige Themen – die Katze, die hier mitspielt, leidet an Demenz – mit einem Augenzwinkern und Berliner Schnauze rüberzubringen. Sodass man nicht betroffen da sitzt, sondern noch mitlachen kann.

Sicher knistert die Luft, wenn Cordula Nossek zeigt, „was Rotkäppchen schon immer über Sex wissen wollte“?

Angela John: Auf jeden Fall. Ich habe mich bei dem Titel sofort an Woody Allen erinnert. Frau Nossek und wir kennen uns schon lange. Sie organisiert die Puppenspieltage in Mistelbach und wir hatten schon öfter Kooperationen mit internationalen Figurentheatern. Irgendwann kündigte sie an, selbst auch wieder öfter auf Tournee zu gehen. Auf dieses Stück habe ich sofort reagiert.

Sogar eine Reverenz an 100 Jahre Bauhaus haben Sie zu bieten.

Angela John: Christian Fuchs hat die alten Bauhaus-Marionetten mit offizieller Genehmigung nachgebaut. Ich bin von dem klassischen, schlichten Design immer fasziniert gewesen. Auch hier hat uns der Zufall in die Hände gespielt. Es ist kein richtiges Abendstück, eher Infotainment mit Vortrag und Aufführung. Das ist etwas für eingefleischte Puppenliebhaber, gespielt im intimeren Rahmen im Ballettsaal, um von allen Seiten diese Technik anschauen zu können.

Die Freunde des Augsburger Puppenspiels richten inzwischen im 20. Jahr das klapps-Festival aus.

Angela John: Wir sind ein privater Verein und bekommen von der Stadt Augsburg einen Zuschuss. Zu Beginn des Festivals werden gleich die Verträge fürs nächste klapps von Kulturreferent Thomas Weitzel unterschrieben. Ohne unsere Hauptsponsoren, die Lechwerke und die Stadtsparkasse, könnten wir das Ganze aber nicht auf die Füße stellen. Wir können bei mehr als 20 Vorstellungen und zehn Theatern gar nicht alles auf die Eintrittspreise umlegen.

Und es gibt immer genug Publikum, das sich für Figurentheater begeistert?

Angela John: Ich glaube, dass der Kreis der klapps-Besucher immer größer wird. Und ich freue mich, dass wir auch mit unserem Zweijahreszyklus seit 2013 die Leute bei der Stange halten können. Schon am ersten Tag des Vorverkaufs kamen Interessenten mit einer Liste, was sie sehen wollen. Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Informationen unter www.klapps.de; Karten in der Augsburger Puppenkiste und im Abraxas, Tel. 0821/324-6355.

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