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Buchloe

15.12.2014

15-Jährige macht Oben-Ohne-Selfie - Foto kursiert nun bei Schülern

Eine 15-Jährige aus Buchloe hat ihren nackten Oberkörper fotografiert und das Bild ihrem Freund geschickt. Das Foto wurde weitergereicht. Symbolbild
Bild: Stefan Sauer dpa

Eine 15 Jahre alte Schülerin hat ein Selfie mit nacktem Oberkörper gemacht. Sie schickte das Oben-Ohne-Bild ihrem Freund. Dort blieb es allerdings nicht.

Über eine Schule wurde der Polizei bekannt, dass in Schülerkreisen über eine WhatsApp-Gruppe derzeit ein Oben-ohne-Foto einer 15-jährigen Mitschülerin kursiert. Das Mädchen hatte sich mit nacktem Oberkörper fotografiert - ihr Kopf war allerdings nicht auf dem Foto zu sehen. Sie schickte das freizügige Selfie ihrem Freund. Dort blieb es allerdings nicht.

Sexting: 15-jähriger Buchloer schickte Nackt-Selfie weiter

Dessen Freund, ein ebenfalls 15-jähriger Buchloer, schickte das Bild an andere Mitschüler weiter. Die Polizei stellt im Pressebericht klar, dass es sich hierbei in keinster weise um einen Scherz handelt. "Dieses unbefugte Weiterversenden von privaten Aufnahmen ist nicht nur moralisch verwerflich, sondern stellt auch eine Straftat nach § 201a Strafgesetzbuch (Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen) dar."

Wie tragisch ein sogenanntes Sexting (verschicken von erotischen Nachrichten oder Nacktselfies) verlaufen kann, hat der Fall der 13 Jahre alten Hope aus Florida gezeigt. Hope war verliebt und wollte ihrem Schwarm imponieren: Doch das Oben-Ohne-Foto, das die 13-Jährige einem Jungen schickte, landete in den Händen eines anderen Mädchens und wurde von diesem an Bekannte weitergeschickt. Eine Kettenreaktion, die Hope zur Zielscheibe von extremem Cybermobbing machte. Und sie in den Selbstmord trieb. Hope erhängte sich.

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Ein extremes Beispiel - doch mittlerweile verschicken Jugendliche beim sogenannten Sexting nicht nur erotische Nachrichten per SMS, sondern auch Nacktselfies. "Schon immer haben Paare sich intime Fotos geschenkt", sagte Harald Schmidt von der Kriminalprävention des Bundes und der Länder in Stuttgart. "Früher hatte man allerdings die Negative zu Hause in der Schublade, heute landet jedes Foto per Klick auf irgendwelchen internationalen Servern oder wird, wenn es dumm läuft, in den sozialen Medien weiterverbreitet."

Was die wenigsten wissen: Wer ein Bild über Whatsapp verschickt, tritt seine Nutzungs- und Bildrechte automatisch an den Anbieter ab. So steht es in den AGBs.

"Nacktbilder können Jugendlichen auch Jahre später Probleme machen"

"Die Schweizer James-Studie hat gezeigt, dass rund sechs Prozent der jungen Handybesitzer schon mal erotische Bilder von sich selbst verschickt haben", bestätigt Laurent Sédano, Medienexperte bei der Stiftung Pro Juventute aus Zürich. Jugendliche seien sehr offen und nutzten die technischen Möglichkeiten mit einer großen Naivität.

Fast selbstverständlich sei es dabei schon, dem festen Freund oder der festen Freundin Nackt- oder sogar Selbstbefriedigungsbilder zu schicken. "Das gilt als großer Vertrauensbeweis", sagt Sédano. Leider würden die Jugendlichen nicht daran denken, dass so eine Beziehung irgendwann mal vorbei sein kann. Harald Schmidt nennt konkrete Risiken: "Nacktbilder können Jugendlichen auch noch viele Jahre später Probleme machen, zum Beispiel bei Bewerbungen." Fatal, wenn der Arbeitgeber nach dem Namen googelt und dann auf die Aufnahmen stößt.

Werden die Bilder der Kinderpornografie zugerechnet, zeigen sie also Geschlechtsorgane oder eindeutige Handlungen von Personen unter 14 Jahren, kann sich jeder, der die Bilder weiterleitet, strafbar machen. Außerdem bestehe immer das Risiko, Persönlichkeitsrechte zu verletzen, sagt Schmidt. Eindeutige Gesetze gebe es dazu aber nicht.

Eine Anzeige gegen die Whatsapp-Freunde erstatten - diesen Weg gehen noch nicht viele Eltern betroffener Kinder. "Wichtig ist es, per Screenshot Beweise zu sammeln: Wer hat die Bilder wann und an wen weitergeleitet?", sagt Schmidt. Mittels Anzeige und Strafbestand könne dann der Anbieter gezwungen werden, die belastenden Fotos vom Server zu löschen. dpa/AZ

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