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Handel

24.05.2019

Handy unerwünscht an der Wursttheke

Jetzt reicht’s: Susanne und Christian Riedmayer fordern von ihren Supermarkt-Kunden mehr Respekt.
Bild: Thomas Obermeier

Wie Supermarkt-Betreiber in Würzburg ihre Kunden disziplinieren wollen

Da steckt man mittendrin im Fachgespräch über die jüngsten Retouren an Zalando oder den gepflegtesten Außenristpass des Fußball-TV-Abends und – ups, fast verpasst – bringt an der Wursttheke gerade noch den Satz heraus: „Äh, 150 Gramm Bierschinken.“ Ist das schon Einkaufsalltag im Smartphone-Zeitalter? Vielleicht noch nicht ganz. Aber den Besitzern zweier Supermärkte in Würzburg reicht der jetzige Zustand offenbar schon. Sie machen jedenfalls ihre Kunden darauf aufmerksam, dass es schön wäre, während des Bedienvorgangs nicht zu telefonieren. Auf entsprechenden Schildern heißt es: „Verehrte Kunden! Wir bitten Sie, während des Bedienvorgangs aus Gründen des Respekts gegenüber unseren Mitarbeitern auf Telefongespräche mit Ihrem Handy zu verzichten. Vielen Dank.“

Inhaber Christian Riedmayer sagt, zuletzt habe das Telefonieren und überhaupt die Beschäftigung mit dem Handy unter Kunden so zugenommen, dass es fast unerträglich geworden sei. Dadurch habe es viele Missverständnisse und ja, auch Ärger mit den Mitarbeitern gegeben, „einfach, weil der Kunde nicht richtig bei der Sache war“. Da sei es schon mal passiert, dass die falsche Semmel in der Tüte landete – Kunden sich aber dann beschwerten.

Immer wieder beobachtet Riedmayer auch, dass durch den ständigen Blick aufs Handy andere Menschen fast umgerannt wurden. Als auch noch eine Mitarbeiterin angepflaumt wurde, reichte es ihm. Er beschloss zu handeln. Es sei für ihn auch Zeichen der Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern, dass sie während des Bedienvorgangs nicht ignoriert würden. „Außerdem ist mir das persönliche Gespräch zu meinen Kunden wichtig. Wir sind ein kleiner Markt, und da kennt man eben viele seiner Kunden.“

Und was sagen die Kunden? „Bisher habe ich sehr viel positive Rückmeldung bekommen und die Kunden bemühen sich“, so der 47-Jährige. Auch in den sozialen Medien wird das Thema diskutiert. Viele Nutzer unterstützen die Idee. Es gibt aber auch negative Stimmen. So schreibt ein Facebook-Nutzer: „Es ist erschreckend, was sich Einzelhändler rausnehmen, um ihre Kunden zu belehren.“ (mit anf)

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