Newsticker
Umfrage: Nur jeder vierte Ungeimpfte will sich noch impfen lassen
  1. Startseite
  2. Bayern
  3. Kirche: Er kennt die Höhen und Tiefen des Lebens

Kirche
01.04.2019

Er kennt die Höhen und Tiefen des Lebens

Diakon Christian Wild will immer ansprechbar sein.
Foto: Klaus Rainer Krieger

Wie ein Diakon im Bistum Augsburg anderen Menschen hilft. Nun kann ein Jubiläum gefeiert werden

Wenn Diakon Christian Wild in der Stadt zu einem Termin muss, bricht er eine halbe Stunde früher auf. Als Mann der Kirche will er immer ansprechbar sein und Zeit für die Menschen haben. Wenn über schwerwiegendere persönliche Probleme geredet werden muss, bittet Christian Wild in den Moritzpunkt der Augsburger katholischen Cityseelsorge. Hier hat er sein Büro, an der Nahtstelle zwischen der Kirche und dem alltäglichen Leben.

Genau das ist der Ort der Ständigen Diakone, die als Berufsgruppe am Samstag ihr 50-jähriges Jubiläum im Bistum Augsburg feierten. „Wir haben allen Grund, dieses Jubiläum freudig zu begehen“, sagte Bischof Konrad Zdarsa. Sein Vorgänger Josef Stimpfle war 1969 einer der ersten Oberhirten, die verheiratete Männer zu Diakonen weihte. Inzwischen wurden 222 Diakone in Dienst genommen. Sie kommen aus völlig unterschiedlichen Berufen, sind Polizist und Pilot, Landwirt und Kaufmann, Krankenpfleger und Hochschulprofessor. Christian Wild war vorher als Grafikdesigner tätig. Vor zehn Jahren ist er geweiht worden, mittlerweile ist der 64-Jährige der Sprecher der Ständigen Diakone im Bistum Augsburg.

Er kennt die Höhen und Tiefen des Lebens. Zweimal war er arbeitslos in einem Alter, wo man nicht so rasch wieder eine neue Stelle findet. Christian Wild weiß, wie Menschen zumute ist, die ganz am Boden angekommen sind. Als Seelsorger kann er ihnen Mut machen, nicht aufzugeben, sondern weitere Schritte zu unternehmen. Oder neu zu beginnen. Zu Wilds Tätigkeiten gehören auch die Vorbereitung auf Konfessionswechsel, Wiedereintritt in die Kirche und Erwachsenentaufe.

Es habe seine Zeit gedauert, bis er seine Rolle gefunden hat, sagt er. Priester will Wild niemals werden. Auch wenn er am Altar tätig ist und das Evangelium verkündet, Taufen und Trauungen hält, sieht sich der Diakon nicht als ein Gegenüber der Gemeinde. Er trägt auch kein Klerikerhemd. Wie sähe das aus, wenn er Händchen haltend mit seiner Frau unterwegs ist? Für Wild gehört zu der Berufung wesentlich sein Verheiratet-Sein, das Zusammenleben mit einem Partner und die Verantwortung für eine Familie. „Meine Frau ist ein wichtiges Korrektiv für mich“, sagt er. Sie stellt ihm kritische Fragen, sodass seine Predigten im Hier und Jetzt geerdet sind.

Ausdrücklich ist Ruth Wild bei seiner Diakonenweihe um ihre Einwilligung gefragt worden. Für die Seelsorge wird große Verfügbarkeit erwartet. Der Ruf zu einem Sterbenden wirft schon mal die Wochenendplanung über den Haufen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.