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Die Angst vor dem Wolf

Kommentar Von Markus Raffler
16.08.2018

Es war tatsächlich ein Wolf, der mehrere Kälber im Oberallgäu gerissen und fast vollständig ausgeweidet hat. In der Diskussion braucht es jetzt mehr Sachlichkeit.

Für einen Landwirt ist das eigene Vieh viel mehr als nur ein Wirtschaftsfaktor. Umso größer waren die Ängste, umso quälender war die Ungewissheit, mit denen Allgäuer Bauern in den vergangenen Wochen klarkommen mussten. Nun herrscht endlich Klarheit: Es ist tatsächlich ein Wolf, der mehrere Kälber im Oberallgäu gerissen und fast vollständig ausgeweidet hat.

Der überfällige DNA-Beweis bietet nun die Chance, mehr Sachlichkeit in die emotional geführte Wolfsdiskussion zu bringen. Und er ebnet den Weg hin zu raschen Entschädigungen. Das eigentliche Problem aber löst der DNA-Abdruck selbst dann nicht, wenn der Freistaat den Abschuss wie gefordert freigibt. Niemand weiß derzeit, ob ein einzelner Wolf oder ein Rudel die Tiere getötet hat. Und niemand weiß, ob sich das Tier überhaupt noch im Allgäu aufhält oder bereits weitergezogen ist.

Sicher ist nur eines: Der Wolf wird die Menschen im Allgäu noch lange beschäftigen. Je früher es griffige Strategien im Umgang mit dem Raubtier gibt, desto schneller kehrt Ruhe in die aufgewühlte Tourismusregion ein.

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