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Bayern

15.06.2013

Landesamt warnt vor Kolibakterien an Badeseen in Hochwassergebieten

Badeseen wie hier der Oberrieder Weiher bei Breitenthal sollen in nächster Zeit vorsichtshalber gemieden werden, empfiehlt das Landratsamt Günzburg.
Bild: Monika Leopold-Miller (Archiv)

Kolibakterien, Öl und Treibgut: In den Hochwassergebieten droht Schwimmern in Seen noch Gefahr. Das Landesamt für Gesundheit rät hier vom Baden ab.

Das  für Gesundheit LGL rät wegen gesundheitlicher Risiken noch vom Schwimmen in vielen Badeseen in den bayerischen Hochwassergebieten ab. "Ich würde empfehlen, in den betroffenen Regionen noch nicht in den Seen zu baden", sagte LGL-Sprecherin Katrin Grimmer in Erlangen. Nach Starkregen oder Hochwasser bestehe die Gefahr, dass von Äckern Gülle in die Seen geschwemmt werde. Kolibakterien könnten dann zu Magen-Darm-Erkrankungen führen.

Die Lage ist wegen des Hochwassers in Günzburg weiter angespannt. 600 Einsatzkräfte sind im Einsatz.

Anfällig seien besonders kleine Kinder und ältere Menschen. "Auch Entzündungen an offenen Hautstellen sind denkbar." Weitere Gefahren sah Grimmer durch herumtreibende Gegenstände und Verunreinigungen durch Öl. Schwimmer sollten sich in jedem Fall vor dem Baden über die Wasserqualität informieren.

Badeverbot an Seen im Landkreis Deggendorf

Das LGL ist allerdings nicht für Warnungen und Sperrungen an den Badeseen zuständig. "Das machen die Gesundheitsämter vor Ort", erläuterte Grimmer. "Die Behörden nehmen regelmäßig Proben der Gewässer, die wir auswerten." Die Ergebnisse für 388 bayerische Badestellen sind auf der Internetseite des LGL abrufbar.

Diese Untersuchungen haben im Landkreis Deggendorf dazu geführt, dass dort für alle überwachten Seen ein Badeverbot ausgesprochen werden musste. Der Landkreis Traunstein warnt an seinen Seen vor Verunreinigungen und Treibgut. "Dieses und die zum Teil noch starke Trübung des Gewässers können die Schwimmer in Lebensgefahr bringen", heißt es auf der Internetseite des Landratsamtes. In Franken ist unter anderem der Baggersee Breitengüßbach bei Bamberg betroffen - auch hier wird vom Schwimmen abgeraten.

Vielerorts keine Bedenken

In einigen Hochwasserregionen zeichnet sich immerhin ein positiver Trend ab. So meldete der Landkreis Rosenheim am Freitag, dass die Proben von 14 Badegewässern bakteriologisch einwandfrei waren. Etwa am Happinger See oder dem Waldsee in Schechen könne bedenkenlos gebadet und geschwommen werden. Dem Landratsamt Starnberg sind derzeit nur "in einem eher unattraktiven Badegebiet" am Ammersee Auffälligkeiten bekannt.

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Am Chiemsee war eine Probe aus Chieming frei von bedenklichen Keimen. "Wir hoffen, dass sich dieser Trend bis Ende nächster Woche für den ganzen Chiemsee fortsetzen wird", sagte eine Sprecherin des Tourismusverbands Chiemsee-Alpenland. Momentan rät aber auch sie noch zur Vorsicht. Für die beliebten Badeorte im fränkischen Seenland wurde eine vorsorglich ausgesprochene Badewarnung mittlerweile aufgehoben.

Der Tipp von Katrin Grimmer: "Im Zweifelsfall direkt bei den Gesundheitsämtern nachfragen. Die sind am nächsten dran." Es werde sicher weitere ein bis zwei Wochen dauern, bis sich die Lage an den verunreinigten Badeseen normalisiert habe. dpa

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