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24.10.2018

Millionen gegen den Borkenkäfer

Wie Bayern sich vor dem Schädling schützt

Bruntál im Osten Tschechiens. Wo einst Fichtenwälder standen, sind große Flächen zu Steppen geworden. Schuld daran ist der Borkenkäfer. Martin Neumeyer, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten, hat es mit eigenen Augen gesehen. „Um ganz Bayern herum ist die Lage besorgniserregend“, sagt er. Dass sich der Schädling so gut vermehren konnte, liege vor allem am Klimawandel und seinen Folgen. „Es war außergewöhnlich warm und trocken dieses Jahr“, sagte Neumeyer. Beste Voraussetzungen für die schnelle Vermehrung des Borkenkäfers.

Anders als in Tschechien habe Bayern das Problem mit dem Insekt weitestgehend im Griff. Rund 1300 Mitarbeiter suchten 2018 in knapp 1000 Bezirken nach dem Schädling – ausgerüstet mit modernster Technik. „Wir haben eine spezielle App entwickelt, wodurch rasch befallene Bäume entdeckt und gefällt werden können“, erklärt Neumeyer. Da sich der Käfer schnell vermehrt, müsse frühzeitig reagiert werden. Insgesamt investierte der Freistaat 8,7 Millionen Euro in die Käfersuche. Zudem seien Nasslager errichtet worden, um das Holz länger zu lagern und befallene Bäume von dem Käfer zu befreien. Mit den Lagern könnten der Holzmarkt gesteuert und der Holzpreis stabil gehalten werden. Im Geschäftsjahr 2018 wurden in Bayern insgesamt rund 4,79 Millionen Kubikmeter Holz geschlagen, das sind etwas weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig erwirtschafteten die Bayerischen Staatsforsten 371,9 Millionen Euro und einen Gewinn von 53 Millionen Euro. Erstmals wurde darauf verzichtet, 20 Millionen Euro an das Finanzministerium zurückzuführen. Dazu hat sich der Aufsichtsrat entschieden, um für die kommenden beiden Jahren gerüstet zu sein.

2019 werde mit einem geringen Gewinn gerechnet. „Mittelfristig wird sich der Holzmarkt erholen“, sagte Neumeyer und ging sogar weiter: „Deutschland ist auf dem Weg in ein Holzzeitalter.“ Im Haus- und Wohnungsbau sei der nachwachsende Rohstoff stark nachgefragt. Als leichtes Baumaterial könne es zum Ausbau bestehender Gebäude eingesetzt werden, was für die Nachverdichtung in Städten wichtig sei.

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