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Nördlingen
25.01.2013

Strenesse muss straffen

Ein Outfit aus der neuen Herbstkollektion von Strenesse.
Foto: Ronald Hummel

Das Unternehmen Strenesse will wachsen – und sucht dafür nach einem finanzkräftigen Investor.

Luca Strehle hat Wort gehalten. Im Frühjahr, als der 37-Jährige die Leitung des Modeunternehmens Strenesse von seinem Vater Gerd Strehle übernommen hatte, kündigte er an, die Zahl der Marken zu reduzieren. Das Ergebnis konnten die Gäste der Strenesse-Fashion-Show in Nördlingen, wo das Unternehmen die Herbst/Winter-Kollektion präsentierte, sehen.

Modeimpulse aus den 1920er- bis 1970er Jahren

Strehle hat die Linien „Strenesse Gabriele Strehle“ sowie „Strenesse Blue“ vereint, um sich mit der Kernmarke „Strenesse“ im unübersichtlichen Modemarkt abzuheben. 250 Gäste erlebten eine Kollektion, die vieles miteinander kombiniert und sowohl den elegant-femininen als auch den sportlich-legeren Look zulässt. Die Designer griffen dabei Modeimpulse aus England aus den 1920er bis 1970er-Jahren auf.

Nicht nur innerhalb der Kollektionen hat Strenesse gestrafft, auch die kreativen Köpfe im Haus sind weniger geworden: Luca Strehles Mutter Gabriele Strehle, die das Modelabel mit ihrem Mann Gerd aufgebaut hatte und 37 Jahre Chefdesignerin war, schied im Herbst aus. Nun kündigte auch Schwester Victoria Strehle ihren Rückzug an.

Neuausrichtung während Babypause

Von einem Bruch innerhalb der Familie ist in Nördlingen aber keine Rede. Vielmehr heißt es, beiden erschien die große Umstrukturierung als geeigneter Zeitpunkt für einen Rückzug. Victoria Strehle war für ein Jahr in Babypause; in diese Zeit fiel die Neuausrichtung des Bruders. „Wir hatten viele Gespräche über eine mögliche neue Funktion Victorias im Unternehmen und ich hätte es gerne gesehen, wenn sie wiedergekommen wäre“, sagte Luca Strehle unserer Zeitung. „Aber es lief schließlich darauf hinaus, dass sie den Wendepunkt konsequent für den Ausstieg nutzte und wir trennten uns in gutem Einvernehmen.“ Beide scheidenden Kreativdirektorinnen werden vom früheren Designchef des Labels „Strenesse Gabriele Strehle“ ersetzt; die kreative Seele scheint so gewahrt.

Luca Strehle hat dem Unternehmen, das zuletzt 70 Millionen Euro Umsatz machte, einen Wachstumskurs verordnet. Die Zahl der Filialen in Deutschland will er bis 2017 auf 40 verdreifachen. Der letzte von derzeit 17 Läden wurde Ende 2012 am Berliner Ku’damm eröffnet. In diesem Jahr folgt die Edeladresse Kö-Bogen in Düsseldorf, ebenso ein Shop am Stuttgarter Flughafen. Mit weiteren Plänen hält man sich derzeit allerdings zurück. „Wir richten uns nach dem Kaufverhalten und der Konjunktur in der Textilbranche“, sagt Strehle. Diese sei im vergangenen Jahr so katastrophal gewesen wie seit acht Jahren nicht mehr. Strenesse leidet unter der Kaufzurückhaltung in Südeuropa, vor allem in Italien. „Sogar das Luxussegment, das sich bisher gut hielt, bröckelt jetzt weg“, sagt Strehle.

Am Stammsitz beschäftigt das Unternehmen derzeit 205 Mitarbeiter, 15 Stellen wurden gestrichen. Bundesweit sollen durch neue Filialen aber Jobs hinzukommen. Für dieses Wachstum sucht Strenesse einen finanzkräftigen Investor, der jedoch der Familie nicht das Heft aus der Hand nehmen soll. „Die Gespräche sind in einer heißen Phase“, sagt Strehle und deutet an, dass seine Pläne wohl auch hier aufgehen.

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