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Fall Peggy

04.07.2016

Peggy nach 15 Jahren wohl tot in Wald gefunden

Peggy verschwand im Jahr 2001. Jetzt wurde wohl ihre Leiche gefunden.
Foto: David Ebener (dpa)

Das Schicksal der verschwundenen Peggy bewegt die Menschen seit 15 Jahren. Nun scheint zumindest klar: Die Neunjährige ist tot. Ein Pilzsammler fand Skelettreste.

Mehr als 15 Jahre lang war die kleine Peggy aus Lichtenberg verschwunden. Nun hat die Ungewissheit über das traurige Schicksal des neunjährigen Mädchen wohl ein Ende. Ein Pilzsammler hat am Samstag im Grenzgebiet zwischen Bayern und Thüringen zufällig Teile eines Skeletts gefunden. Polizei und Staatsanwaltschaft teilten mit, dass es sich bei den Knochen „höchstwahrscheinlich“ um die sterblichen Überreste von Peggy Knobloch handelt. Der Fundort liegt etwa 15 Kilometer von Peggys Heimatort entfernt.

Schon die erste Untersuchung in der Rechtsmedizin Jena brachte klare Hinweise. Zudem fand die Polizei auch bislang nicht näher bezeichnete Gegenstände, die dem Mädchen zuzuordnen sind. Möglicherweise handelt es sich um Kleidung, einen Schulranzen oder eine Barbie-Puppe, die die Neunjährige bei sich hatte. Eine Todesursache stehe noch nicht fest, sagte Bayreuths Leitender Oberstaatsanwalt Herbert Potzel. Weitere Ergebnisse der rechtsmedizinischen Untersuchung sollen heute bekannt gegeben werden.

Peggy war 2001 zum letzten Mal lebend gesehen worden

Die Polizei durchkämmt mit Hundertschaften das Waldstück in Thüringen, in dem ein Pilzsammler die mutmaßlichen Skelettteile von Peggy entdeckt hatte.
8 Bilder
Fall Peggy: Pilzsammler findet Leichenteile im Wald
Foto: Bodo Schackow, dpa

Peggy war am 7. Mai 2001 nach Schulschluss zum letzten Mal lebend gesehen worden. Der Fall entwickelte sich zu einem der rätselhaftesten der jüngeren Kriminalgeschichte (hier lesen Sie die Chronologie des Falles). Einige Monate nach Peggys Verschwinden präsentierte die Polizei den geistig Behinderten Ulvi Kulac als Täter. Er habe Peggy umgebracht um zu vertuschen, dass er sie sexuell missbraucht hat, hieß es damals. Kulac wurde 2004 wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. In einem Wiederaufnahmeverfahren zehn Jahre später aber sprach ihn das Landgericht Bayreuth frei, nachdem die Hauptbelastungsindizien weggebrochen waren und sich herausgestellt hatte, dass sein Geständnis unter dubiosen Umständen zustande gekommen war.

Reihe weiterer spektakulärer Suchaktionen

In den vergangenen Jahren gab es dann eine Reihe weiterer spektakulärer Suchaktionen. Mal suchten Taucher in einer Talsperre in Sachsen nach Peggys Schulranzen, mal gruben die Ermittler ein Grundstück in Lichtenberg um. Zwischenzeitlich gerieten auch Bekannte von Peggys Familie aus Halle/Saale ins Visier der Polizei. Doch die Verfahren wurden eingestellt.

Auch wenn Peggys Tod jetzt feststeht, für die Ermittler beginnt die Arbeit nun ganz von vorn. Sie wollen klären, wie Peggy zu Tode kam und wer ihr Mörder war. Die Auswertung zahlreicher Spuren vom Fundort und Vernehmungen stünden an, sagte Polizeisprecher Jürgen Stadter. mit afp

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