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Peggy Knobloch

04.05.2013

Spekulationen um Peggy: Lebt sie das Leben einer anderen?

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Bild: David Ebener

Was mit Peggy geschah, ist weiter ein Rätsel: Das lässt Spielraum für Spekulationen: Eine davon ist, dass Peggy vor zwölf Jahren gar nicht ermordet wurde.

Wo ist Peggy? Seit zwölf Jahren ist diese Frage unbeantwortet. Allerlei Theorien ranken sich um ihr Verschwinden. 

Im April wird der Fall Peggy Knobloch neu aufgerollt. Die Polizei durchsucht mehrere Anwesen in Lichtenberg in Oberfranken. Doch eine Leiche gibt es noch immer nicht. Zwar hat die Polizei Knochen sicher gestellt. Doch ob es sich um Peggy handelt, ist unklar.

Wurde Peggy verschleppt?

Ein Journalist aus Regensburg behauptet, zu wissen, was mit dem Mädchen geschah. Im Fränkischen Tag erklärt er seine gewagte Theorie. Für Hans-Werner Lange ist klar, Peggy lebte das Leben einer anderen - und starb auch so.

2009 wird eine junge Frau ermordet in einem Steinbruch nahe Löbau im Kreis Görlitz gefunden. Sie wird als Yvonne Menzel identifiziert. Journalist Lange ist überzeugt: Dabei handelt es sich um Peggy.

Das neunjährige Mädchen aus Lichtenberg wurde seiner Meinung nach vor zwölf Jahren nicht ermordet. Sie wurde verschleppt.  Ulvi K. scheidet für Lange als Täter aus.  Nachzulesen bei infranken.de

Ein BR-Film greift Peggys Schicksal auf

Diese These vertritt auch BR-Journalistin Ina Jung. In ihrem Fernsehfilm "Das unsichtbare Mädchen" wird Sina (so heißt Peggy im Film) gekidnappt, verkauft und muss in einem Bordell im Osten anschaffen gehen.

Mit dem Journalisten Christoph Lemmer hat Jung nun ein Buch vorgelegt,  in dem beide den Fall Peggy nachzeichnen und einem Skandal auf die Spur gekommen sein wollen. Ihrer Ansicht nach ist der Falsche als Mörder des neunjährigen Kindes verurteilt worden. Der geistig behinderte Ulvi könne nicht der Täter sein.

Jung und Lemmer haben Akten gewälzt, um herauszufinden: Was geschah mit Peggy?

Jung und Lemmer haben Akten gewälzt und mit vielen Menschen über den Fall gesprochen. Sie machen vor allem der Polizei-Soko Peggy II Vorwürfe, die eingesetzt wurde, nachdem die erste Sonderkommission die Segel gestrichen hatte. Das Tonbandgerät der Polizei sei ausgerechnet bei Ulvis Geständnis kaputt gewesen. Ulvi habe später hartnäckig widerrufen. Entlastungszeugen seien entweder gar nicht mehr gehört oder eingeschüchtert worden. Zeiten zum Ablauf der Tat seien manipuliert worden, behaupten die beiden Autoren. Ein auf Ulvi angesetzter V-Mann in der Psychiatrie habe gelogen - und das inzwischen auch vor der Justiz eingeräumt.

Peggys Spur soll nach Sachsen-Anhalt führen

Ulvi K. war 2004 vom Landgericht Hof wegen Mordes verurteilt worden. Aber wenn die beiden Rundfunkjournalisten Recht haben sollten - wer war es dann? Wenn nicht Ulvi K. das Mädchen erstickte, um einen Missbrauch an ihr zu vertuschen - was ist dann mit Peggy geschehen? Lemmer und Jung zeichnen die Spuren nach, die die Polizei zunächst verfolgt hatte. Eine führte nach Sachsen-Anhalt, zu einem Bekannten von Peggys Familie.

Polizei und Staatsanwaltschaft in Bayreuth halten sich bei diesem Thema bedeckt. In dem Buch gebe es für die Ermittler "keine wirklich neuen Informationen", sagte Oberstaatsanwalt Ernst Schmalz. "Wir verfolgen mehrere Stränge", beschreibt er die 2012 wieder angelaufenen Untersuchungen. Das Buch enthalte nichts, was nicht auch im Visier von Polizei und Staatsanwaltschaft sei. Einzelheiten nennt er wegen der laufenden Ermittlungen nicht.

Bei der Buchvorstellung am Donnerstagabend in Hof ist auch Elke Beyer dabei. Die Bürgermeisterin von Lichtenberg sagt: "Es ist eine Geschichte, die nie aufhört. Wir wünschen uns ein Ende." Lichtenberg sei untrennbar mit dem Fall verbunden. Die Bürger wollten wissen, was genau damals geschehen sei, damit wieder Ruhe einkehren könne in das Städtchen. 

Rund 150 Beamte und 70 Helfer durchkämmten 2001 auf der Suche nach Peggy die ganze Region rund um Lichtenberg, dem Ort der vermissten "Peggy". Eine Leiche fanden sie nicht.
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Der Fall "Peggy": Keine Spur von der Leiche
Bild: Marcus Führer, dpa

dvd/dpa

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