Newsticker

RKI meldet am Sonntag 14.611 neue Corona-Fälle
  1. Startseite
  2. Bayern
  3. Zauberhafter Budenzauber? Kirchen sind gegen zu frühe Weihnachtsmärkte

Weihnachtszeit

22.11.2018

Zauberhafter Budenzauber? Kirchen sind gegen zu frühe Weihnachtsmärkte

Das Engelesspiel darf am Eröffnungsabend auf dem Augsburger Christkindlesmarkt nicht fehlen.
Bild: Silvio Wyszengrad

In vielen Städten öffnen jetzt die Weihnachtsmärkte. In anderen ist der Budenzauber schon Anfang November eröffnet worden. Den Kirchen behagt das nicht.

Darauf können sich gläubige Christen schnell einigen: Nikolaus und Christkind bringen im Dezember Geschenke – und der Weihnachtsmann, dieser Rentierschlitten fahrende Rauschebartträger, kann einpacken! Das katholische Bonifatiuswerk etwa ruft alle Jahre wieder eine „Weihnachtsmannfreie Zone“ aus.

Was die Kirchen gegen den Weihnachtsmann haben

Schließlich steht der heilige Nikolaus aus kirchlicher Sicht für wahre Nächstenliebe und nicht für Ware – wie der Weihnachtsmann, der seinen Kritikern als Sinnbild schnöden Konsums und Erfindung des US-Getränkeherstellers Coca-Cola gilt.

Womit wir bei den Budenstädten wären, die gerade landauf, landab errichtet werden: die Weihnachtsmärkte. Während der Augsburger wie viele andere erst am 26. November eröffnet, verwandelt der Lindauer seit Donnerstag die Stadt „in eine Weihnachtsinsel“ und der in Essen seit 16. November „die Essener City in ein historisches Dorf in Fachwerkoptik“, wie es auf lindau.de und ruhr-tourismus.de heißt.

Im Essener Stadtteil Steele herrscht sogar seit 9. November vorweihnachtlicher Budenzauber. Was nicht bloß den Pressesprecher des katholischen Bistums Essen stört.

Was die Kirchen gegen Weihnachtsmärkte haben

Auch Johannes Minkus, Sprecher der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, kann darüber nur den Kopf schütteln. „Weihnachtsmärkte gehören in die Adventszeit und sollten frühestens nach dem Totensonntag öffnen“, sagt er.

An jenem Tag, dem 25. November, werden in evangelischen Kirchengemeinden die Namen aller Verstorbenen des zu Ende gehenden Jahres verlesen. „Und danach kommen die Leute aus der Kirche und müssen an den Glühweinständen vorbei. Das finde ich unpassend.“

Im tief katholischen Altötting übrigens eröffnet der Christkindlmarkt am 24. November; tags drauf ist verkaufsoffener Sonntag.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

26.11.2018

Nichts mehr im Lot; der Osterhase wartet schon hinterm Weihnachtsbaum.

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren