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Steve Jobs tot

06.10.2011

Apple: Abschied vom Computer-Visionär

Steve Jobs im März
Bild: Jeff Chiu, dapd

Der Visionär, dessen Ideen die Welt mit dem Logo eines angebissenen Apfels verbindet, ist tot: Steve Jobs revolutionierte nicht nur die Computer-Technologie, sondern auch den Alltag der Menschen, die Produkte seiner Firma Apple nutzen. In den 70er Jahren schuf er mit dem Apple II die Grundlage für den Siegeszug der Heimcomputer, deren Bedienung er in den 80er Jahren mit der Maus kinderleicht machte. Nach der Jahrtausendwende krempelte Jobs mit dem iPod das Musik- und mit dem iPhone das Handygeschäft um. Mit dem iPad verhalf er im vergangenen Jahr schließlich einer weiteren Innovation zum Durchbruch: den Tablet-PCs, jenen Computerscheiben mit berührungsempfindlichem Bildschirm.

Der an Krebs leidende Jobs starb am Mittwoch im Alter von 56 Jahren im Kreise seiner Familie im US-Bundesstaat Kalifornien - gut einen Monat, nachdem er sich aus gesundheitlichen Gründen von der Konzernspitze zurückgezogen hatte. Auf seiner Webseite würdigte Apple den Vordenker mit einem Schwarz-Weiß-Foto, auf dem Jobs im typischen Rollkragenpullover mit hellem Blick durch seine runde Brille schaut, als schwirrten in seinem Kopf noch Ideen für zahllose weitere digitale Neuheiten.

Wie so viele Erfolgsgeschichten des Computerzeitalters beginnt auch die von Apple in einer Garage. Im Fall von Jobs gehörte diese seinen Adoptiveltern in Kalifornien. Der 21-Jährige baute dort Ende der 70er seine ersten Computer, das Startkapital des Studienabbrechers stammte weitgehend aus dem Verkauf seines VW-Busses. Zuvor hatte er auf einer Indienreise nach spiritueller Erleuchtung gesucht und bei Atari, der US-Kultfirma aus Elektronik-Pioniertagen, an Videospielen herumgetüftelt.

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In der Garage brütete Jobs mit Kumpel Steve Wozniak dann eine bahnbrechende Idee aus: Computer sollten so einfach werden, dass jeder sie im Alltag bedienen kann. Mit dem Apple II machten beide ihre erste Million. 1984 feierte Apple mit dem Macintosh-PC, der erstmals über eine Computermaus verfügte und über das Klicken von Bildschirmsymbolen bedient werden konnte, einen weiteren Erfolg. Doch nur ein Jahr später musste Jobs das Unternehmen nach einem internen Machtkampf verlassen.

Jobs gründete die Firma NeXT, dessen Computer aber nie populär wurden. Erfolgreicher war dagegen seine Beteiligung am Animationsfilm-Studio Pixar. Mit Apple ging es in dieser Zeit bergab. 1996 holte der Konzern Jobs zurück - erst als Berater, dann wieder als Chef.

Seitdem entwickelte sich Apple von einem Pleitekandidaten zu einem der wertvollsten Unternehmen weltweit. Jobs hauchte der Macintosh-Reihe neues Leben ein und verband beim Computer iMac innovative Technik und intuitive Bedienung mit kühnem Design. Dieser Dreiklang machte auch die anderen Apple-Produkte, die nach Jobs' Rückkehr auf den Markt kamen, zu Kultprodukten. Zugleich drang der Konzern auf andere Geschäftsfelder vor und eroberte mit dem Online-Musikladen iTunes den Markt für digitale Musik. Mit Applikationen für iPhone und iPad entstand ein ganz neuer Softwarezweig.

Trotz des immensen Erfolges gab sich Jobs bescheiden. "Ich bin in der Mittelklasse aufgewachsen und habe mich nie besonders für Geld interessiert", sagte der stets schlicht in Jeans und schwarzen Pullover gekleidete Milliardär einmal. Im Privatleben folgte nach einer langen Zeit als Single, in der er auch eine Affäre mit der Folk-Sängerin Joan Baez hatte, im Jahr 1991 die Heirat mit seiner Frau Laurene. Jobs hinterlässt vier Kinder, darunter eine Tochter aus einer vorehelichen Beziehung.

Immer wieder hatte Jobs in den vergangenen Jahren wegen seiner Krankheit Auszeiten nehmen müssen. 2004 erkrankte er an Bauchspeicheldrüsenkrebs, vor zwei Jahren musste er sich dann einer Lebertransplantation unterziehen. Ende August übergab Jobs schließlich das Zepter an seinen Nachfolger Tim Cook. Er habe stets gesagt, dass er zurücktreten werde, wenn er seine Aufgaben als Firmenchef nicht mehr erfüllen und den Erwartungen nicht mehr gerecht werden könne, hatte der Apple-Mitgründer erklärt. Nur wenige Wochen später verstarb er. afp

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