1. Startseite
  2. Digital
  3. Die Macht der Lüge: Fake News im Netz erkennen

Soziale Netzwerke

28.12.2016

Die Macht der Lüge: Fake News im Netz erkennen

Bei der Initiative Mimikama kann man falsche Nachrichten melden und überprüfen lassen.
Bild:  Franziska Gabbert (dpa)

Geheime Nachtflüge für Flüchtlinge nach Deutschland oder die Rückkehr eines Killerinsekts - das sind Nachrichten, die nicht der Wahrheit entsprechen: sogenannte Fake News.

Nur weil etwas im Internet steht, muss es noch lange nicht stimmen. Eigentlich ist das keine überraschende Erkenntnis. Doch in jüngster Zeit machen sogenannte Fake News - also frei erfundene Nachrichten - die Runde. Sie verbreiten sich besonders schnell in sozialen Netzwerken.

Im US-Wahlkampf haben Fake News eine Rolle gespielt, aber auch in Deutschland tauchen sie auf. Woher kommen sie, und wie können Leser sie enttarnen? Die Initiative Mimikama, die auf ihrer Seite über verschiedene Fake News aufklärt, hat einige Tipps:

Ursprung: "Es gibt zum einen Fake News im amerikanischen Stil", sagt Andre Wolf von Mimikama. Dahinter stehe vor allem kommerzielles Interesse. Frei erfundene Nachrichten sollten Internetnutzer etwa auf Seiten mit Werbeanzeigen locken. "Hierzulande stehen eher ideologische Motive im Vordergrund." Es sollen Ängste geschürt und Befürchtungen bestätigt werden - etwa beim Thema Flüchtlinge. Außerdem gibt es noch Satirewebseiten, die falsche Nachrichten verbreiten. Diese sind allerdings in der Regel auch deutlich als Satire gekennzeichnet.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Skepsis: "Der erste Schritt beim Erkennen von Fake News ist ein gewisses Gefühl", sagt Wolf. Überspitzte Darstellung und das Fehlen belastbarer Quellen können Anzeichen für eine falsche Nachricht sein. Hier ist also Misstrauen gefragt. Gerade das fehlt vielen Internetnutzern aber: Ein Studie der US-Universität Stanford etwa kam jüngst zu dem Ergebnis, dass viele Schüler und Studenten einfach hinters Licht geführt werden können (mehr dazu lesen Sie hier).

Impressum: Wer sich unsicher ist, ob die Nachricht der Wahrheit entspricht, sollte die Quelle anschauen. Das bedeutet auch: In sozialen Netzwerken erst prüfen, woher etwas kommt - und es dann teilen. Auf der Ursprungsseite lohnt dann vor allem der Blick ins Impressum. "Wenn es gar keins gibt, sollte man aufmerksam werden", rät der Experte. Auch, wenn irgendeine Adresse im Ausland angeben ist, die sich nicht mit dem Inhalt der Seite erklären lässt, sollten Leser sich fragen: Warum möchte der Betreiber der Seite für seine Inhalte nicht haften?

Suchmaschine: Das Gegenchecken von Texten und Bilder kann helfen, falsche Nachrichten zu erkennen. Wenn Google und Co. Textstellen auf mehreren Webseiten abseits seriöser Nachrichtenportale wiederfinden, ist das ein Indiz für Fake News. "Viele alternative Blogs nehmen Inhalte und kopieren sie einfach unreflektiert", sagt Wolf. Bei Fotos kann die Bildersuche helfen. Ist ein angeblich aktuelles Foto beispielsweise schon 2008 im Netz aufgetaucht, kann irgendwas nicht stimmen.

Melden: Bei Mimikama können Internetnutzer Fake News melden (hier klicken). Die Initiative prüft die Nachricht und verfasst dann eventuell einen Bericht darüber. Die Initiative betreibt unter www.hoaxsearch.com außerdem eine Suchmaschine für Fake News. dpa/AZ

Mehr zum Thema Fake News:

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Nach Ansicht von IBM-Manager Bob Lord, hier während eines Gesprächs mit der Deutschen Presse-Agentur, werden werden Computer und Roboter auf lange Sicht keine autonomen Entscheidungen treffen. Foto: Marijan Murat
Digitalisierung

IBM-Manager: Computer übernehmen nicht die Kontrolle

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen