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Aus der Angst in neues Leben

Kommentar Von Birgit Alexandra Hassan
01.04.2021

Gerade zu Ostern machen sich die Menschen Gedanken über den Tod und das Leben. Dabei erkennen sie womöglich immer wieder etwas Neues.

Macht es einen Unterschied, ob eine 30-Jährige oder ein 100-Jähriger stirbt? Natürlich, sagen wir alle sofort. Gleichzeitig kann es sein, dass die beiden in ihrem individuellen Sterbeprozess genau mit dem Gleichen hadern – dem Bewusstsein, nicht genug gelebt zu haben.

Doch was bedeutet Leben? Ostern bietet uns – ebenso wie eine überlebte schwere Krankheit – womöglich die Chance, ein ganz neues Empfinden für das Leben und die Lebendigkeit in uns zu entwickeln.

Wann haben Sie (letztmals) ein Kribbeln unter ihrer Haut, wann Ihren innersten Beckenboden vibrieren gespürt? Wann haben Sie auf Ihr Bauchgefühl statt die Worte eines anderen Menschen gehört? Wie fühlen Sie sich ganz allein mit sich selbst? Bleiben Sie sich selbst treu, sobald Sie mit anderen Menschen unterwegs sind? Wo liegt für Sie der Unterschied zwischen aktiv sein und sich im Aktionismus verlieren? Was bedeutet Ihnen ein ehrliches Gespräch mit Freund oder Freundin? Wann haben Sie sich selbst das letzte Mal rundum verwöhnt – sich selbst als Geschöpf Gottes in jedem noch so winzigen Detail angenommen?

Fragen, die sich womöglich eignen, mit neuem Bewusstsein in den Karfreitag und das Osterfest zu gehen. Fragen, die uns anregen können, uns selbst wieder zu spüren und wahrzunehmen. Fragen, die uns vielleicht ermöglichen, aus der (Todes-)Angst in ein neues Leben zu gehen. Ein Leben, in dem wir womöglich wieder unserem Körper, unserem Verstand und einer inneren Führung vertrauen und „unseren Tagen mehr Leben einhauchen“ können.

Dafür müssen wir weder als 30-Jährige noch als 100-Jähriger im Sterben liegen. Womöglich reicht bereits, dass wir so manche äußere Einschränkung als Sterbeprozess erkennen. Und damit innerlich neu zu leben beginnen. Frohe Ostern!

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