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Dillingen

11.11.2019

Dillingen trauert um einen Politiker und Unternehmer mit sozialem Gewissen

Der frühere Dillinger Stadtrat und Unternehmer Karl Christa ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Ausgezeichnet wurde er unter anderem mit dem goldenen Ehrenring der Kreisstadt Dillingen und dem Bundesverdienstkreuz.
Foto: Archiv Christa/Repro von Neubeck

Der bekannte Dillinger Mitbürger Karl Christa ist gestorben. Auch das „Christahochhaus“ stammt von ihm.

Große Trauer und Mitgefühl löste am Wochenende in Dillingen und darüber hinaus die Nachricht aus, dass der in weiten Kreisen bekannte politisch und sozial engagierte Mitbürger Karl Christa verstorben ist. Er erlag am Freitag im Alter von 88 Jahren den Folgen einer schweren Krankheit. Noch wenige Wochen vorher hatte er zusammen mit seiner Frau Gisela in der Basilika St. Peter das seltene Fest der Diamantenen Hochzeit feiern dürfen, was ihn mit sichtlich großer Freude erfüllt hatte. Über vier Jahrzehnte leitete der Wirtschaftsrepräsentant das väterliche Baugeschäft.

Das Unternehmen zählte in den besten Jahren bis zu 200 Mitarbeiter

Karl Christa wurde 1931 als drittes Kind des Bauunternehmer-Ehepaars Josef und Franziska Christa geboren. Nach Schule und Studium musste der Maurermeister und Bau-Ingenieur schon früh durch die Krankheit und dann den plötzlichen Tod des Vaters das elterliche Baugeschäft führen, damals war er erst 25 Jahre alt. Er baute das Unternehmen, das in den besten Jahren bis zu 200 Mitarbeiter zählte, kontinuierlich aus. 1972 hatte Christa das große Verwaltungs- und Bürohochhaus an der Großen Allee errichtet, auch heute noch nur das „Christahaus“ genannt.

Betrieb wurde an die Nachtweide verlagert

Der technische Betrieb wurde an die Nachtweide verlagert. Angeschlossen an die Firma war auch lange Jahre eine Zimmerei. Hervorgetan hat sich das Unternehmen im Fertigbau und in der Errichtung von Ziegelmontagehäusern. Zu den Aufträgen gehörten die wichtigsten Großbaustellen im damaligen Dillingen, von Kirchen über Schulen bis zu Hallen und Supermärkten in benachbarten Grenzgebieten. Dabei war Karl Christa stets die soziale Komponente in der Firmenführung ein besonderes Anliegen. Er hat unzähligen „kleinen Leuten“ zu Eigenheimen verholfen, außerdem stets die Anliegen aller Vereine großzügigst mit Sach- und Arbeitsleistungen unterstützt. Umso schmerzlicher war für ihn der 15. Dezember 2000, als die Firma, unter anderem wegen nicht aktuell eintreibbarer Außenstände, Insolvenz anmelden musste. Deshalb war es ihm auch nicht vergönnt, seine Pläne, das Firmengelände in der Innenstadt einer neuen städtebaulichen Nutzung zuzuführen, zu realisieren. Inzwischen steht dort der imposante Bau des Bayerischen Bauernverbands, Notariats und der Dillinger Orthopäden Dr. Beck und Dr. Deml.

Wirtschaftsreferent im Dillinger Stadtrat

Daneben gab es noch den Partei- und Kommunalpolitiker Karl Christa, der über Jahrzehnte die Dillinger Anliegen vehement vertrat. Seine politische Tätigkeit mündete bereits 1966 in die erste Wahl in den Dillinger Stadtrat, dem er dann in ununterbrochener Folge drei Jahrzehnte, bis auf seinen freiwilligen Rückzug 1996, angehörte. Einige Zeit war er auch Fraktionsvorsitzender. Ab den 70er Jahren war Karl Christa als Wirtschaftsreferent des Stadtrats und im Vorstand des Turnvereins Dillingen aktiv. Als Mitglied des Wirtschaftsbeirats der Union war er auch über ein Jahrzehnt Aufsichtsrat der Volksbank Donauwörth und in der Vertreterversammlung der Volksbank Dillingen. Auch im Ruhestand ließ ihn die Politik nicht los, er war lange Jahre Beisitzer im CSU-Ortsverband und regelmäßiger Gast beim CSU-Stammtisch seines politischen und persönlichen Freundes Rüdiger Borke. Christas Wirken wurde unter anderem durch den „Goldenen Meisterbrief“, den goldenen Ehrenring der Großen Kreisstadt Dillingen und das Bundesverdienstkreuz öffentlich gewürdigt.

Er war ein Anlaufpunkt für viele

Bleibt der Familienmensch Karl Christa. Verwurzelt in Ehe, Familie, Freundeskreis und einer schier endlosen Anzahl von besten bis guten Bekannten war er immer Anlaufpunkt für viele, die seine Nähe, seinen Zuspruch und seinen Rat, ja, aber auch seine fast unerschöpfliche Hilfe, suchten. In bester Harmonie seit 1959 mit Gisela, geborene Gebhard, verheiratet, gingen zwei Söhne (Andreas und Arnulf) und eine Tochter (Dorothee) hervor. Schwiegersohn Dr. Ludwig Düthorn ist Chefarzt der Anästhesie am Donauwörther Krankenhaus. Die beiden Söhne, früher als Geschäftsführer im elterlichen Betrieb tätig, haben inzwischen neue, hervorragende bis global herausragende berufliche Herausforderungen gefunden. Vier bildhübsche Enkeltöchter waren Opa Karls großer Stolz. Sie trauern ebenso um Karl Christa, wie die gesamte Familie mit Verwandten, Freunden und Bekannten, die einen liebenswerten und bis ans Ende sozial engagierten Menschen verloren haben.

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