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Dillingen

06.09.2019

Ein Hauch europäischer Spitzenklasse in Dillingen

Helene von Rechenberg erweist sich als Organistin der Spitzenklasse und verzaubert die Zuhörer in der Dillinger Basilika.
Bild: Gernot Walter

Plus Organistin Helene von Rechenberg lässt klassische Stücke in der Basilika neu aufblühen und begeistert die Zuhörer mit ihren Interpretationen.

Fördervereinsvorsitzender Paul Olbrich hatte bei der Begrüßung der rund 200 Besucher auf die Vita der Tutzinger Organistin Helene von Rechenberg hingewiesen, die sich inzwischen in der europäischen Spitzenklasse etabliert hat. Das hochkarätige Programm bestätigte diese Einschätzung aufs Nachhaltigste. Den Zuhörern begegnete eine Künstlerin, die große Musikalität, außergewöhnliches technisches Können und ein ausgeprägtes Musikverständnis offenbarte.

Melodisch, temporeich und ohne Spannungsverlust

Das „Te Deum“-Programm spiegelte den inneren Zusammenhang zwischen der theologischen Aussage und der kompositorischen Absicht. Namentlich erwähnt bei Max Reger und Jeanne Demessieux; die Paraphrase von Marcel Dupré über Beethovens „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre“ gehörte zweifellos ebenso zum Themenkreis wie Joh. Seb. Bachs „Allein Gott in der Höh’ sei Ehr“ (BWV 676). Dieses Trio des Leipziger Thomaskantors gelang H. von Rechenberg erstaunlich schlank, temporeich, ohne Spannungsverlust, dynamisch bestens abgestimmt mit hingetupftem Basso und eleganter Melodieführung.

Im Präludium und Fuge C-Dur Bachwerkverzeichnis 545 erzielte die Organistin mit markantem Pedal, ausgewogener Registerwahl, fließenden Melodien und exzeptioneller Fuge eine starke Wirkung.

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Wie die Organistin den Charakter der Orginalmelodien veränderte

Die Beethoven-Paraphrase wurde durch von Rechenberg zu einem majestätisch-sinfonischen Kunstwerk. Sie bettete in die Klangpracht Duprés die Originalmelodie, nahm deren Charakter immer wieder auf, umschmeichelte sie, steigerte sie, gab ihr ein akkordgesättigtes Aussehen und gestattete ihr mit dem Schweller eine überraschende Schlusspointe.

Voller Kontraste die beiden „Großer Gott, wir loben dich“. Zunächst der gewaltige Reger’sche Kosmos aus belebten Pedalfiguren, Tonleiterreihen, melodischem Ausstrahlen des „Te Deums“: Imponierend, mit welcher Selbstverständlichkeit Helene von Rechenberg die Struktur durchleuchtete. Bei dem 1958 entstandenen Werk der damals 37-jährigen Französin Jeanne Demessieux basiert das dreiteilige sinfonischen Opus auf Fragmenten des ambrosianischen Lobgesangs. Verblüffende Akkorde, Ostinatoreihen, rhythmische Einwürfe mit Oktavsprüngen im Bass zu den ersten drei Tönen des „Te Deums“, abgehackte Begleitung, andauernde vorwärtsgerichtete Aktionen kennzeichneten die furiose Interpretation.

Was das musikalische Finale besonders machte

In einem brillanten Finale schloss die Hymne mit einzigartigen Akkordkaskaden. Mit ungewohnten Flötentönen hat die Organistin das „Benedictus“ aus den zwölf Stücken für Orgel op. 59 von Max Reger in spätromantischem Schwelgen aufblühen lassen. Die „Toccata“ gab Helene von Rechenberg die Gelegenheit, ihre technische Meisterschaft, aber auch ihre geistige Durchdringung des populären Werks Regers zu zeigen. Begeisterter Beifall eines hingerissenen Publikums.

Weitere Konzerte des Orgelsommers:

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