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Glött

08.08.2019

Ein tierischer Schlossherr mit Allüren

Seit sechs Jahren begleitet Kater Mikesch sein Frauchen Frieda Mayer – wohin sie auch geht. Auch die Mitarbeiter bei Regens Wagner in Glött hat der Kater um den Finger gewickelt und hat im Schloss längst Kultstatus erreicht.
Bild: Tanja Ferrari

Plus Zum Weltkatzentag haben wir einen besonderen Vierbeiner besucht. Mikesch ist bei Regens Wagner in Glött der beliebteste Bewohner. Warum er sogar Aufzug fahren kann.

Selbstloser Seelentröster, guter Zuhörer und ständiger Begleiter. Mikesch hat viele Funktionen. Obendrein ist er ein guter Menschenkenner. Bei Frieda Mayer hat ihn sein Spürsinn zumindest nicht getäuscht. Seit sechs Jahren begleitet der Kater sein Frauchen bei Regens Wagner in Glött, auf Schritt und Tritt.

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Egal, wohin die ältere Dame geht, Mikesch ist an ihrer Seite. „Ist er zu müde zum Laufen, dann springt er einfach in meinen Rollator und fährt mit mir mit“, erzählt sie und streichelt den grau-weiß-getigerten Kater, der zusammengerollt auf ihrem Bett zwischen sieben Plüschkatzen döst.

Frieda Mayer und Kater Mikesch leben beide bei Regens Wagner in Glött. Der Kater begleitet sie auch zur Arbeit in der Tagesstätte.
Bild: Tanja Ferrari

Ob zur Arbeit in der Tagesstätte, beim Spazierengehen auf dem Gelände oder zum Gottesdienst in der Kirche – Mikesch ist überall mit von der Partie.

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Durch einen Zufall landet der Kater bei Regens Wagner in Glött

2012 kam der Kater durch einen Zufall in die Einrichtung. „Mikesch ist quasi ein Findelkind“, sagt Mitarbeiterin Andrea Schneider, die Mayers Wohngruppe betreut und den schlafenden Kater auf dem Bett beobachtet. Eine Kollegin hatte ihn entdeckt und kurzzeitig bei sich aufgenommen. Da er sich nicht mit ihrer eigenen Katze verstand, musste ein neues Zuhause für den Vierbeiner her.

„Wir hatten uns zu dieser Zeit überlegt, für eine Bewohnerin eine Katze anzuschaffen“, erinnert sich Schneider. Tiere seien ohnehin Bestandteil des Konzepts von Regens Wagner. Neben den Pferden, Hasen und Hunden auf dem Gelände, kann es so auch sein, dass die ein oder andere Katze in einer Wohngruppe lebt. Nur ein Name habe dem Kater noch gefehlt, als er sein neues Quartier im Schloss bezogen habe. „Wir haben uns bei der Suche von einem Kinderbuchklassiker inspirieren lassen“, sagt sie und muss lachen.

Warum Mikesch der heimliche Schlossherr ist

Als Mikesch vor sieben Jahren das erste Mal durch das Schloss streunte, dauerte es nicht lange, bis er alle Bewohner für sich begeisterte. Auch Frieda Mayer hatte den Kater sofort ins Herz geschlossen und besuchte ihn, wann immer es ihr möglich war. Da es seinem ursprünglichen Frauchen mit der Zeit immer schlechter ging und sie ihr Bett nicht mehr verlassen konnte, musste eine neue Bezugsperson her. Mayer erinnert sich: „Sein Frauchen hatte mich gefragt, ob ich auf Mikesch aufpassen kann.“

Egal, ob der Besuch beim Tierarzt, das Füttern oder unzählige Streicheleinheiten – die Damen mit der grauen Bob-Frisur kümmert sich seither mit viel Liebe und Hingabe um das Tier. Gruppenleiterin Schneider sagt: „Anfangs war Mikesch einfach nur dankbar über die Zuneigung und den neuen Schlafplatz.“ Inzwischen haben sich die Ansprüche des Katers allerdings ein bisschen angepasst. Von den Mitarbeitern wird der Vierbeiner deshalb schon mal liebevoll Schlossherr genannt.

Wie der Kater das Aufzug fahren für sich entdeckt hat

„Wenn ihm sein Fressen nicht gefällt, streunt er beispielsweise so lange durch die Gänge, bis er irgendwo ein Leckerli auftreiben kann.“ Hat der Kater keine Lust auf Gesellschaft, gönnt er sich eine Auszeit. Trotz seiner Allüren versteht es Mikesch allerdings, sich bei allen Bewohnern von Regens Wagner blicken zu lassen und ihnen Aufmerksamkeit zu schenken. „Der Kater sorgt nicht nur für Gesprächsstoff, sondern ist eine richtige Aufgabe für alle Bewohner“, betont Schneider.

Vögel und Mäuse bringt der acht Jahre alte Kater inzwischen nicht mehr als „Geschenke“ mit in das Schloss. Dafür fährt er gerne Aufzug. „Er weiß, wo er hin möchte, und steigt zielstrebig ein und aus“, sagt die Gruppenleiterin und krault den Kater anerkennend hinter seinem Ohr.

Wenn Kater Mikesch nicht gerade im Bett von Frieda Mayer döst, fährt er gerne Aufzug.
Bild: Tanja Ferrari

Wenn Mikesch nicht gerade im Bett von Mayer vor sich hin schlummert, hat er den ein oder anderen Lieblingsplatz im Schloss. Spätestens um 18 Uhr zieht es Mikesch aber nach draußen. Was er dann anstellt, weiß sein Frauchen nicht. Um Punkt 5.30 Uhr steht er allerdings jeden Morgen wieder miauend vor ihrer Zimmertür und fordert seine ersten Streicheleinheiten ein. Lachend erklärt sie: „Dann erwartet er, dass ich ihn zum Frühstücken begleite“.

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