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Erntedank: Es fehlt an Wertschätzung für die Landwirte

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Kommentar Von Berthold Veh
05.10.2019

Viele Bauern fühlen sich zu Unrecht an den Pranger gestellt und verantwortlich gemacht. Warum es für die Landwirte, die zuverlässig Lebensmittel erzeugen an Wertschätzung fehlt.

Die Debatte um die Landwirtschaft ist vor diesem Erntedankfest ziemlich aufgeheizt. Viele Bauern fühlen sich zu Unrecht an den Pranger gestellt und als Alleinschuldige für den Artenrückgang und die Belastung des Trinkwassers verantwortlich gemacht. Der Bayerische Bauernverband hat in diesen Tagen deshalb auch im Landkreis damit begonnen, auf den Feldern grüne Mahnkreuze aufzustellen.

Warum vorbildliche Betriebe in Vergessenheit geraten

Es ist bedauerlich, dass in dieser Diskussion wieder einmal das Kreuz missbraucht wird und als Zeichen des Protests herhalten muss. Es ist aber auch schade, dass bei dieser Debatte immer wieder pauschal über die Landwirte hergezogen wird. In der Tat gibt es viele Bauernhöfe, die diesen Namen nicht mehr verdienen, weil es sich um Industriebetriebe mit einer aus dem Ruder laufenden Massentierhaltung handelt. Auf der anderen Seite existieren aber gerade auch bei uns noch vergleichsweise kleinere Betriebe, die verantwortungsvoll mit der Natur umgehen. Die Agrarpolitik sollte endlich umdenken und gerade diese Höfe mehr fördern.

Warum es ein Skandal ist, beim Gemüse nur auf die Optik zu achten

Was völlig verloren gegangen ist: Es fehlt an Wertschätzung gegenüber den Bauern, die zuverlässig Lebensmittel erzeugen und für gedeckte Tische sorgen. Bei uns sind Gemüse, Brot und Fleisch Massenware. Dennoch ist es ein Skandal, dass Salat, Karotten und Kohl, die nicht den optischen Vorgaben entsprechen, vernichtet werden. Genug zu essen zu haben, ist alles andere als selbstverständlich, denn immer noch hungern Menschen in vielen Ländern der Erde. Das Erntedankfest bietet die Gelegenheit, sich zu besinnen. Und dankbar zu sein, dass es uns gutgeht.

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Lesen Sie dazu auch unseren Artikel: Hässliches Gemüse hat keine Chance

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