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Hochwasserschutz

01.10.2014

Flutpolder: Bürgermeister fordern Informationen

Kunz und Lenz kritisieren bisheriges Vorgehen. Winter schrieb an Umweltministerin

„Das war für uns ganz neu. Wir haben bis heute keine schriftliche Information von offizieller Seite erhalten.“ So reagierte Oberbürgermeister Frank Kunz zum Thema „Flutpolder“ (wir berichteten in unserer Dienstag-Ausgabe). Vom Wasserwirtschaftsamt wurden die Pläne vergangene Woche im Landratsamt am Rande einer Informationsveranstaltung erstmals stichpunktartig angesprochen. Kunz: „Bis zu diesem Zeitpunkt lag uns lediglich eine nachrichtliche Information durch den Abgeordneten Winter vor.“

Kunz sagte, es gelte zu unterscheiden zwischen der Festsetzung der Überschwemmungsgebiete für Egau, Glött und Zwerg (ÜG 100), für die sogenannten 100-jährigen Hochwasser, der Ausleitung des Riedstroms (die Entschädigung der Landwirte müsse eindeutig geregelt werden), der Vernässung des Auwalds durch das Projekt von „Donautal-Aktiv“ sowie den jetzt geplanten Flutpoldern.

Gesamte Bevölkerung einbinden

Flutpolder: Bürgermeister fordern Informationen

Der Dillinger Oberbürgermeister forderte gegenüber unserer Zeitung: „Ich bin der Überzeugung, dass es nicht nur für die politisch Verantwortlichen, sondern auch für unsere Landwirte, die Grundstückseigentümer und die gesamte Bevölkerung wichtig wäre, sie möglichst bald und umfassend in die vorgestellten Überlegungen mit einzubeziehen. Deshalb habe ich das Wasserwirtschaftsamt darum gebeten, in den kommenden Wochen eine Informationsveranstaltung in Dillingen durchzuführen, bei der offen und transparent über die Verbesserung des Hochwasserschutzes und die damit verbundenen Maßnahmen gesprochen wird.“

Höchstädts Bürgermeister Stefan Lenz nimmt beim Thema Flutpolder kein Blatt vor den Mund. „Dazu muss ich sagen, dass ich es bodenlos finde, dass wir immer noch nicht vom Ministerium informiert worden sind.“ Das, was er bei der jüngsten Ratssitzung habe präsentieren können, habe er sich aus dem Internet gezogen. Polder, sagt Lenz, hätten sicherlich eine hohe Wirksamkeit. „Aber ich hätte mir schon gewünscht, dass man im Vorfeld mit uns redet.“ Lenz hat sich zwischenzeitlich auch mit Tapfheims Bürgermeister Karl Malz unterhalten. „Wir haben darüber gesprochen, ob man sich landkreisweit zusammenschließt, um zu beraten, wie wir denn nun vorgehen, sofern es irgendeine Möglichkeit gibt, da zu gestalten und mitzuwirken. Im Moment habe er zwar nicht den Eindruck, dass die betroffenen Kommunen gefragt seien. „Aber Politik bedeutet eben auch manchmal mitreden, wenn man nicht gefragt ist.“ Er hoffe nun, dass die versprochenen Infoveranstaltungen bald stattfinden.

Stimmkreisabgeordneter Georg Winter hat sich laut eine Pressemitteilung unmittelbar nach der Presseinformation an Umweltministerin Ulrike Scharf gewandt und eindringlich darum gebeten, dass nicht nur die wasserwirtschaftlichen Gesichtspunkte, sondern auch die wichtigen Lebensgrundlagen, Trinkwasserschutz, Grundwasserspiegel, Naturschutz und landwirtschaftliche Nutzung, in die Gesamtabwägung einbezogen werden. Nur eine Gesamtbetrachtung aller wichtigen Aspekte, einschließlich der Kosten, könne Grundlage dafür sein, was realistischerweise umsetzbar sei.

Ohne diese vertiefte Untersuchung fehle die Basis, um die Abwägung zwischen Hochwasserschutz und Eingriff in den sensiblen Donauraum einordnen zu können. Die Ministerin habe Winter eine zeitnahe Antwort zugesichert. (vN, gau, pm)

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