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Buttenwiesen

25.05.2020

Fünfte Denzel-Kapelle: Als stünde sie schon immer an diesem Ort

Die fünfte Kapelle des Projekts Sieben Kapellen der Siegfried und Elfriede Denzel-Stiftung ist eröffnet. Auf dem Bild: von links Dr. Peter Fassl, Architekt Alen Jasrevic, Landrat Leo Schrell, Elfriede und Siegfried Denzel, Bürgermeiser Hans Kaltner, Franz Mayer Ludwigschwaige und Hans Engel.
Bild: Brigitte Bunk

Die fünfte Denzel-Kapelle nahe der Ludwigschwaige in Buttenwiesen ist gesegnet. Was den Architekten und die Stifter dabei bewegte.

Die neue Kapelle an der Ludwigschwaige soll kein Ort sein, den man sich schnell mal anschaut und einfach wieder weiterfährt. Sondern ein Ort des Gebets, der Andacht, des Einkehrens und der Stille. Oder wie Stifter Siegfried Denzel am Samstag bei der Segnungsfeier sagte: „Die Stiftung soll den Menschen ein Leben näherbringen, weg von der Politik, von den täglichen Aufgaben, zur Kultur. Ein Leben, wie wir uns das eigentlich vorstellen.“

Franz Mayer ist der Eigentümer der Ludwigschwaige

Denzel bedankte sich bei seiner Frau Elfriede, die bei sämtlichen Entscheidungen eingebunden ist – und als treibende Kraft wirkt. Dass die von Architekt Alen Jasarevic gebaute Kapelle die Vorgaben voll erfüllt, da waren sich sämtliche Redner einig. Auch Franz Mayer, Eigentümer der Ludwigschwaige, stimmte zu. Er wurde für den Stifter zum Nachbarn und Freund, wie Denzel erklärte. Mayer fühlt sich dem Projekt so verbunden, dass er sich mit seiner Familie darum kümmern wird. Immerhin wollte er schon immer eine Kapelle nahe seinem Anwesen haben, wie er Dr. Fassl und Hans Engel verriet, als diese auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück an die Ludwigschwaige kamen.

Buttenwiesens Bürgermeister Hans Kaltner ist auch da

Auch Landrat Leo Schrell und Buttenwiesens Bürgermeister Hans Kaltner trugen ihren Teil dazu bei, dass alles so laufen konnte, wie sich die Stifter das erhofft hatten. Kaltner verwies auf Bert Brechts Bruder Walter, der an dieser schönen Stelle vorbeikam, und auf die mystische Welt der Sagen und Legenden, die im Donauried entstanden. Auch der Architekt zeigte sich glücklich, dass die fünfte von sieben Kapellen nun an diesem Altwasserbogen steht. An genau dem Platz auf dem dafür gekauften Grundstück, der ihn und sein Team am meisten inspirierte.

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Alen Jasarevic sagte: „Uns war es wichtig, einen Ort zu schaffen, den es so vorher nicht gab, bei dem man aber das Gefühl hat, die Kapelle steht schon immer da.“ Auf das Wesentliche haben sie sich dabei konzentriert: „Egal welches Element Sie entfernen, der Entwurfsgedanke würde in sich zusammenbrechen.“ Als Zeichen für die Begegnung mit Gott sieht der Architekt Hände, die sich zum Gebet falten. Jasarevic erläutert: „Wir haben nichts anderes gemacht, als für diese Körperhaltung ein Dach zu schaffen.“ Der Künstler Josef Zankl aus Mering hat in den Hallen der Firma Gumpp und Maier die kompletten Innenwände mit einem daumendicken Hohleisen bearbeitet.

Was der Stifter Denzel zum Werk sagt

Die Kerben sieht Stifter Denzel als Hinweis nach oben: „Wellen, die uns höher bringen.“ Das Kreuz, das aus zwei sich nicht berührenden Stahlteilen besteht, die vor dem Einbauen in einem Seitenarm der Donau lagen, teilt laut dem Architekten das hereinfließende Licht. Dass durch den Eingang nur eine Person hindurchgehen könne, soll wieder die Konzentration auf das Wesentliche fördern.


Die fünfte Kapelle der Denzel-Stiftung ist bei Buttenwiesen gesegnet.
Bild: Bunk


Dass er Teil dieses Teams renommierter Kollegen sein durfte, dafür dankte Jasarevic dem Stifter und dessen Stellvertreter Dr. Fassl. Beide dankten unter anderem auch dem Architekten Hans Engel, der das Bauwesen und die Kunst koordinierte. Und den Handwerkern, die alles zusammengefügt und nach den Vorgaben des Architekten hervorragend gearbeitet haben.

Simone Rink und Karl Hagenauer sprechen den Segen in Buttenwiesen aus

Im Rahmen der Feier bekam die Kapelle den ökumenischen kirchlichen Segen. Da die Ludwigschwaige kirchlich zu Tapfheim gehört, beteten die evangelische Pfarrerin Simone Rink und der katholische Pfarrer Karl Hagenauer gemeinsam in einer feierlichen Zeremonie, diesmal wegen Corona nur mit einer begrenzten Zahl von geladenen Gästen. Sie wünschten, dass die Besucher Gott wahrnehmen und mit ihm das Gespräch beginnen können. Indem sie mit gefalteten Händen um etwas bitten oder Dank äußern können oder damit ein Zeichen des sich Anvertrauens bilden beispielsweise. Und beide waren sich einig, dass sich an diesem Ort Himmel und Erde berühren.

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