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Region Dillingen

11.07.2014

Gefährliche Raupe kann Allergie und Juckreiz auslösen

Nicht zu nahe kommen: Nahezu flächendeckend ist der Eichenprozessionsspinner in diesem Jahr im Landkreis Dillingen verbreitet.
Bild: Archivfoto Landratsamt Dillingen

Der Eichenprozessionsspinner hat Hochsaison. Wie man sich vor dem unangenehmen Tierchen schützen kann.

Starker Juckreiz, Quaddeln am ganzen Körper, gereizte Mund- und Nasenschleimhäute: Ausgelöst werden diese Symptome von der Raupe des Nachtfalters, dem Eichenprozessionsspinner (EPS). Erstmalig trat dieser im Landkreis 2010 im Eichwaldbad auf. „Seitdem behandeln wir das Freibad mit einer vorbeugenden Spritzbehandlung“, so Wolfgang Behringer, Leiter der Donau-Stadtwerke Dillingen-Lauingen.

2012 mussten Eichwaldbad und Auwald wegen der Raupe gesperrt werden

Besonders aktiv war die Raupe im Jahre 2012, als das Eichwaldbad und diverse Gebiete des Auwaldes sogar gesperrt werden mussten. Die Spritzbehandlung ziele auf die ersten beiden Larvenstadien ab und verhindere die Entwicklung der flugfähigen Gifthaare. Weiterhin erläutert der Werkleiter der DSDL: „Die verwendeten Präparate, das Pflanzenextrakt des Neembaumes, sind umweltverträglich und gefährden weder Mensch noch Haus- und Wirbeltier.“

Eichen an einem sonnigen Platz sind besonders gefährdet

Wo der Eichenprozessionsspinner am häufigsten lebt, weiß Peter Hurler, Sprecher des Landratsamtes in Dillingen: „Momentan kann ein Auftreten des Eichenprozessionsspinners im gesamten Landkreis, besonders an besonnten Eichen, festgestellt werden. Dies sind häufig Bäume an Waldrändern, in Parks, Ortsbegrünungen, Gärten, an Sportplätzen und Schwimmbädern. Also dort, wo sich Menschen – auch mit ihren Haustieren – oft aufhalten. Die meisten Fälle wurden entlang der Donau und nördlich der Donau gemeldet.“

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Außerdem sei die Aktivität der Raupe seit 2010 gestiegen. Sie trete meistens im Mai und Juni auf.

Die giftigen Haare der Raupe lösen Hautreizungen und Jucken aus

Das Berühren der Brennhaare, die ab dem dritten Larvenstadium zu wachsen begännen, kann zu Allergien führen. Hurler sagt: „Für den Menschen sind die fast unsichtbaren Haare der Raupen gefährlich, die bei Berührungen in die Haut und Schleimhaut eindringen können. Menschen reagieren darauf unterschiedlich. Deshalb ist bei anhaltenden oder rasch auftretenden schweren Symptomen ein Arzt aufzusuchen.“

Gewarnt werde ebenfalls vor den Nestern der Raupe, da sich auch in diesen noch Haare des Eichenprozessionsspinners befinden würden. Würden die Raupenhaare ins Auge gelangen, könne es dort zu einer akuten Bindehautentzündung mit Rötung, Lichtscheu und starker Schwellung der Augenlider kommen. Hurler: „Wenn sich die Brennhaare durch die Hornhaut bohren, ist eine Hornhautentzündung die Folge. Die Effekte treten 15 bis 60 Minuten nach Kontakt mit den Brennhaaren auf. Bei Reizungen an Mund und Schleimhaut kann der Mensch mit schmerzhaftem Husten bis hin zu Asthma bronchiale reagieren.“

Bei Kontakt mit der Raupe gut abduschen und Kleider waschen

Die Empfindlichkeit steige mit der Häufigkeit des Kontaktes stetig. Die mit Widerhaken versehenen Härchen würden sich bevorzugt in dünne und feuchte Hautstellen bohren, sagt Hurler. Das Gefährliche daran sei, dass diese Haare ein lösliches Protein enthalten, dass eine Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems verursachen könne. Die unterschiedliche Stärke des Krankheitsbildes hinge mit einer individuellen Empfindlichkeit zusammen.

Im schlimmsten Fall – das sind jedoch laut Hurler Einzelfälle – werden allergische Schockreaktionen, Schwindel, Schüttelfrost, Fieber und Blutdruckabfall beobachtet. Das Landratsamt empfiehlt, Befallsgebiete zu meiden, Hautbereiche mit Kleidung zu schützen, Raupen und Gespinste nicht zu berühren und sofort die Kleidung zu wechseln und sorgfältig mit Haarreinigung zu duschen, wenn es zum Kontakt mit der Raupe käme.

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