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Gundelfingen

03.12.2020

In Gundelfingen schreibt der Nikolaus den Kindern Briefe

Vor dem Nikolaus-Postamt stehen Knecht Ruprecht alias Peter Hartmann und der Heilige Nikolaus alias Walter Wagenhuber (von links). Pia, Tochter von Bürgermeisterin Miriam Gruß, hat bereits ihren Brief abgegeben. Walter Hieber und WV-Vorsitzende Christine Vogt hoffen auf zahlreiche Einsendungen. Im Postamt stehen die helfenden Engel Emily und Marie und Mitinitiatorin Elke Wagenhuber bereit.
Bild: Vanessa Polednia

Plus Der traditionelle Weihnachtsmarkt muss auch in Gundelfingen ausfallen. Für die Kinder gibt es aber ein kleines Trostpflaster: Neben dem Rathaus steht ein besonderes Postamt.

Auf Glühwein, Bratwurst und festlich geschmückte Weihnachtsmarktstände müssen auch die Gundelfinger in diesem Jahr coronabedingt verzichten. Den Nikolaus kann aber auch ein Virus nicht aufhalten. Für die Kinder hat sich die Stadt in Zusammenarbeit mit dem Historischen Bürgerverein Gundelfingen und der Wirtschaftsvereinigung deshalb etwas Besonderes einfallen lassen: Seit einigen Tagen schon, können sie gemeinsam mit ihren Eltern ein spezielles Briefpapier in Form eines Stiefels in den Geschäften vor Ort abholen. Rund 600 Exemplare sind dafür gedruckt worden. Mit Wünschen und Bildern befüllt können sie dieses dann am zweiten Adventswochenende im Nikolauspostamt am Rathaus persönlich abgeben.

Der Nikolaus hat in Gundelfingen viele Helfer

Dass der traditionelle Weihnachtsmarkt nicht wie geplant stattfinden kann, war in Gundelfingen schon früh klar. Bereits Anfang Oktober fiel der Entschluss, heuer darauf zu verzichten (wir berichteten). Rainer Hönl von der Wirtschaftsvereinigung erklärt: „Wir wollten die Händler rechtzeitig informieren.“ Durch die Auflagen und Hygienebestimmungen hätte der Markt ohnehin nicht in seiner gewohnten Form stattfinden können, gibt er zu bedenken. Gerade der geldbringende Verkauf von Speisen und Glühwein, wäre durch die Vorschriften schwierig.

Doch die kleinen Mitbürger in Gundelfingen sollen der Pandemie wegen nicht komplett auf die schöne Stimmung in der Vorweihnachtszeit verzichten müssen. Als Ersatz schlug Walter Hieber vom Historischen Bürgerverein deshalb ein Nikolauspostamt vor. Eine Idee, die bei allen Beteiligten gut ankam. Die Wirtschaftsvereinigung, so Hönl, habe bereits 30 Verkaufshäuschen. Weihnachtlich gestaltet, werden in einem davon nun die zahlreichen Briefe an den Nikolaus gesammelt. „Mit Name und Adresse versehen, können die Kinder ihren Stiefel dort gemeinsam mit ihren Eltern abgeben“, erklärt er. Gleich vor Ort gebe es dann ein kleines Geschenk für jeden. Und später kommt dann sogar die Antwort vom Nikolaus. Persönlich, versteht sich. Möglich macht das Elke Wagenhuber. Einige Stunden wird sie dazu am Schreibtisch verbringen.

Sie schreibt alle Briefe per Hand

Denn die ehemalige Grundschullehrerin, die normalerweise eine Vorleseecke auf dem Weihnachtsmarkt hat, hilft dem Nikolaus mit seiner Korrespondenz. Handschriftlich sollen die Briefe alle einzeln beantwortet werden. Einige persönliche Zeilen, Weihnachtswünsche sowie eine kleine Geschichte, soll jedes Kind erhalten. „Unterschrieben werden die Briefe selbstverständlich vom Nikolaus selbst, ehe sie verschickt werden“, erklärt Wagenhuber. Die Post an den Nikolaus verschwindet aber nach dem Beantworten nicht einfach. Stattdessen sollen die Brief-Stiefel der Kinder in den Schaufenstern der Gundelfinger Geschäfte ausgestellt werden.

Es gibt kleine Überraschungen

Dass der Nikolaus ein Freund der Kinder ist und ihnen deshalb auch in der Pandemie eine Freude machen soll, findet auch Walter Hieber. „Es ist furchtbar, dass wegen Corona nichts stattfinden kann“, sagt er. Rund 40 Jahre war er selbst in das Kostüm des Nikolauses geschlüpft und hatte gemeinsam mit Knecht Ruprecht den Kindern Hausbesuche abgestattet. Bis zu zwölf Stück an einem Abend. Die Briefe, sagt er, sollten wenigstens ein kleines Trostpflaster darstellen. „Wir werden ein Glas am Nikolauspostamt anbringen und vor Ort darauf achten, dass die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden.“ Trotz Auflagen wünscht sich Hieber, dass möglichst viele Kinder mit ihren Eltern an den beiden Tagen jeweils von 15 bis 19 Uhr den Weg dorthin finden.

Damit die Kinderaugen ein wenig glänzen

Das hofft auch Hönl. Kindergarten- und Schulkinder, sagt er, hätten in früheren Jahren immer direkt nach den Sommerferien für ihren Auftritt auf dem Gundelfinger Weihnachtsmarkt geprobt. Es wurde gesungen und getanzt. In der Corona-Pandemie ist das unvorstellbar. „Erwachsene können sich gut ein Jahr lang zurücknehmen, aber für Kinder ist das nicht leicht“, gibt er zu bedenken. Natürlich, so Hönl, erhoffe man sich von der Aktion auch das Weihnachtsgeschäft vor Ort zu beleben. Bislang laufe der Verkauf nur schleppend und die Frequenz der Kunde lasse zu wünschen übrig. Eine Onlineplattform für den Adventsmarkt, wie sie in der Nachbarstadt Heidenheim umgesetzt wird, war auch in Gundelfingen kurz im Gespräch. „Viele unserer Händler haben schon Webseiten eingerichtet und die Kunden wissen davon“, sagt er. Für die Zukunft – nach Corona – soll aber ein solches Projekt realisiert werden: ein Onlineauftritt aller vorhandenen Geschäfte und ihrer Waren. Das Nikolauspostamt ist am Wochenende von 15 bis 19 Uhr geöffnet.

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