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Dillingen

23.05.2017

Internationaler Halleluja-Lobpreis

Großartig präsentierten sich die „PiccaDilly’s“ bei ihrem geistlichen Konzert in der Christkönigskirche.
Bild: Gernot Walter

Die PiccaDilly’s boten in Dillingen ein überwältigendes geistliches Programm.

Mit dem Bach-Choral „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ eröffneten die PiccaDilly’s ihre geistliche Stunde beziehungsreich, die sie triumphal mit Leonard Cohens „Hallelujah“ beschlossen. Die Zuhörer in der vollen Christkönigskirche feierten begeistert den Auftritt des Vorzeigechores, dem Klaus Nürnberger als Dirigent die Impulse gab.

Seine Absicht, einen Bogen zu spannen von den mehrstimmigen Chorsätzen aus der Renaissancezeit zur Gegenwart, konnte deshalb gelingen, weil diese Aufgabe die Bandbreite des Chores zuließ. So wurde Henry Purcells „Hear my prayer“ zum achtstimmigen Klangereignis mit verklärten leeren Quinten am Schluss. Im „Sicut cervus“ von Palestrina verwoben sich die vier Stimmen kontrapunktisch zu schwebender Polyfonie; Mozarts „Ave verum“ erklang als verinnerlichtes homofones Glaubensbekenntnis.

In der europäischen Chorliteratur des 20. Jahrhunderts hat sich vor allem in Norwegen Wegweisendes getan. Deshalb war es naheliegend, dass Klaus Nürnberger gleich fünf Chorsätze ausgewählt hat. So verfasste der 39-jährige Ola Gjeilo mit „Evening prayer“ eine Klanglandschaft voller Emotionen, die anrührte.

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Im Abendgebet nach Augustinus entfalteten die PiccaDilly’s eine Crescendo-Wucht auf hymnisch vorgetragener Akkordbasis, die sich siebenstimmig ausdrucksstark in den Kirchenraum erhob. In „Northern lights“ (Pulchra es) vom gleichen Komponisten war der tonsichere Alt die verbindende Klammer zu den parallel geführten anderen drei Stimmen in ruhig fließender Harmonik. Von Tore W. Aas gab es zwei getragene schöne vierstimmige Gospels „God so loved the world“ und „Shine your light“. Spröde Harmonik, Tonartwechsel, geteilte Soprane, leicht gelöste Tonreibungen und Pianissimo-Kultur kennzeichneten „Peace I will leave with you“ von Knut Nystedt. Hier wie im „Ave Maria“ (Morten Lauridson) offenbarten die 45 Sängerinnen und 15 Sänger unbegleitet ihre vokalen Qualitäten.

Beispielhafte Intonation, angespannte Aufmerksamkeit, bestechende rhythmische Sicherheit, zuverlässige Einsätze, gekonnte thematische Ausrichtung, ausgewogene stimmliche Präsenz, Stereo-Effekt durch punktuell in der Frauenriege verteilte Männer: Exponierte Grundlagen für die einprägsamen Segenswünsche des Engländers John Rutter, für die ergreifende „Cantique de Jean Racine“ (Gabriel Fauré) und das aufwühlende „Here I am Lord“ (L. Larson).

Eine Novität die instrumentale Begleitung: Wann hat man schon ein Vibrafon und eine E-Zither gemeinsam erlebt? Was Christian Kempter mit seinen vier Klöppeln auf die Tonplatten zauberte, war hörgenussreich und klanguntermalend für die Chorsätze zugleich. Weniger spektakulär Jörg Lanzinger, aber melodiös singulär bei Intermezzo-Soli. Beide alternierten mit Schlagzeug (Kempter) und E-Bassgitarre (Lanzinger) und sorgten für einen unwiderstehlichen Drive.

Am E-Piano wechselten improvisationsstark Ulrich Weber und elegant-versiert Eva Horner ab. Der instrumentale Spirit befeuerte die PiccaDilly’s zu einem optimistischen Gospel „He never failed me yet“ mit einem ekstatischen Solo des Dirigenten. Schließlich triumphierte der Chor mit „Hail Holy Queen“ aus „Sister Act“ und rief Begeisterungsstürme hervor, die sich bei „You raise me up“ und einem umwerfenden „I can tell the world“ fortsetzten. Leonard Cohens programmatischer Titel „Hallelujah“ beendet ein großartiges Konzert, das von Angelika Miller und Gerhard Schmidt-Keitel vortrefflich anmoderiert wurde. Die PiccaDilly’s präsentieren ihr Programm erneut am Samstag, 27. Mai, in der Klosterkirche Maria Medingen und am Sonntag, 28. Mai, in der Pfarrkirche Obermedlingen jeweils um 19 Uhr.

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