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Milchviehtag in Bissingen

28.11.2019

Klimawandel: Wegen der Trockenheit wurde das Futter knapp

Wenn es den Tieren gut geht, geht es auch den Landwirten gut. Die Kühe vorne blicken neugierig zum Fotografen, während sich die hinteren nicht vom gerade erhaltenen Futter abhalten lassen.
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Wenn es den Tieren gut geht, geht es auch den Landwirten gut. Die Kühe vorne blicken neugierig zum Fotografen, während sich die hinteren nicht vom gerade erhaltenen Futter abhalten lassen.
Bild: Brigitte Bunk

Beim nordschwäbischen Milchviehtag ist auch der Klimawandel Thema. Das neue Klimaschutzgesetz, so hieß es, könne auch eine Chance sein.

Die Landwirte betrifft der Klimawandel mehr als jeden anderen Bereich, leitete Magnus Mayer, Behördenleiter des Wertinger Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) am Dienstag den ersten Vortrag beim Nordschwäbischen Milchviehtag ein. Doch welche Auswirkungen hat das kürzlich verabschiedete bayerische Klimaschutzgesetz auf die Landwirtschaft?

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Annette Freibauer von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Freising stellte klar: „Viele Dinge, die eh schon unterwegs sind, oder die dem Betrieb bei der Weiterentwicklung helfen.“ Die Leiterin des Instituts für Ökologischen Landbau, Bodenkultur und Ressourcenschutz erläuterte das anspruchsvolle Thema: „Klimaschutz und Landwirtschaft: Vor welchen Herausforderungen stehen wir?“

Ein Referent rät, das Klimaschutzgesetz als Chance anzunehmen

Insgesamt drei hochwertige Vorträge boten die beiden AELF Wertingen und Nördlingen und das Fachzentrum Rinderhaltung in Mindelheim an im Bissinger Gasthaus Krone, in dessen Saal wesentlich mehr Gäste Platz gehabt hätten. Freibauer bat ihre Zuhörer: „Nehmen Sie die Maßnahmen des Klimaschutzgesetzes als Chance an.“ Da der Landwirtschaft biologische Prozesse zugrunde liegen, bei der Tierhaltung wie bei der Bodenbearbeitung, sei es unmöglich, keine Emissionen zu erzeugen, betonte die Expertin. Das Ziel sei eine treibhausgas-effiziente Produktion. Also die Emissionen zu mindern, die Kohlenstofferzeugung zu senken, fossile Energie und Rohstoffe durch Bioenergie zu ersetzen, Fläche für erneuerbare Energien bereitzustellen und nachwachsende Rohstoffe anzubauen.Ihr ist klar: „Das geht nur, wenn die Molkerei entsprechende Preise zahlt und auch die Verbraucher dazu bereit sind.“

Klimawandel: Wegen der Trockenheit wurde das Futter knapp

Fast 100 Maßnahmen stehen im Raum

Denn das alles kostet Geld. Fast 100 Maßnahmen stehen beim bayerischen Klimaschutzgesetz im Raum, und laut Freibauer soll bis Weihnachten klar sein, was für die Landwirtschaft relevant ist. Viele der Forderungen würden bereits aus anderen Gründen umgesetzt, beispielsweise durch die Düngeverordnung. Drei zusätzliche Maßnahmen nannte Freibauer: Etwa den Klimacheck für den einzelnen Betrieb, wobei ein Berater klärt, wo Energie und Kosten gespart werden können. „Das sind Fragen, denen Sie sich in Ihrem Betriebsmanagement eh jeden Tag stellen müssen.“ Der Moorschutz steht ebenfalls im Fokus. So soll auf Moorböden beispielsweise Nassgrünland entstehen, um dem Torfschwund entgegenzuwirken. Außerdem soll der Humusabbau gestoppt, beziehungsweise Humus aufgebaut werden, um die Bodenfruchtbarkeit zu fördern.

Bis zu 40 Prozent des Futters fehlten

Viele Fakten darüber, wie die Fütterung in schwierigen Ernte- und Futterjahren wie 2018 laufen kann, bekamen die Milchbauern von Thomas Jilg vom Landwirtschaftlichen Zentrum Baden-Württemberg in Aulendorf. 30 bis 40 Prozent des Futters haben wegen der extremen Trockenheit gefehlt. „Da kann man nicht mehr gut schlafen, wenn man weiß, dass das Futter nicht reicht“, ist ihm klar. Da die Ertragsrückgänge gewaltig sein können, müssen Anpassungsmöglichkeiten gesucht werden.

Aber: „Dabei muss die Strukturversorgung sichergestellt sein.“ Was bedeutet, dass die Tiere gesundheitliche Probleme bekommen können, wenn zuviel Grob- durch Kraftfutter ersetzt wird. Futter zukaufen könne nur, wer genug Geld dafür habe. Jilg erklärte Änderungen im Futterbau und in der Ackernutzung. Wichtig sei die Überlegung, wie viel Jungtiere gebraucht werden und auch der Kuhbestand solle kritisch durchgesehen werden, wobei mehr Kühe als Jungvieh im Stall stehen sollten.

Im dritten Vortrag stellte Hans-Jürgen Kunz von der Christian-Albrecht-Universität Kiel verschiedene Kälberställe vor mit der Frage im Hintergrund, ob diese Schuld seien an Atemwegserkrankungen von Kälbern.

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