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Lauingen

21.08.2018

Lauinger schreibt über den geschundenen Prager Frühling

Am 23. August 1968 stand obige Mitteilung in der DZ.
Bild: /DZ

Ein Lauinger berichtet als Zeitzeuge über den August 1968. Vor 50 Jahren war er hautnah dabei, als Geschichte geschrieben wurde.

„Prager Frühling“, ein Begriff, der vor 50 Jahren die Vorgänge in der Tschechoslowakei trefflich beschrieben hat.

Im Frühjahr des Jahres 1968 war Alexander Dubcek zum Generalsekretär der tschechoslowakischen Kommunistischen Partei KPC gewählt worden. Unter seiner Führung startete die Partei ein Liberalisierungs- und Demokratisierungsprogramm, das mit dem Slogan „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ beschrieben worden war.

Mit der Aufhebung der Pressezensur im Februar des Jahres erfolgte geradezu eine Informationsexplosion, und im ganzen Land hatte sich in allen Gesellschaftsschichten eine Liberalisierungseuphorie für alle Lebensbereiche unter dem Erhalt eines reformierten, demokratischen Sozialismus breitgemacht. Mitten in diese tschechoslowakische Lebenseuphorie reiste der damals 19-jährige Lauinger Wolf Stikklas auf Einladung von Freunden im August 1968 nach Prag.

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Wolf Stikklas hat ein Buch über das Erlebte geschrieben

Dieser Besuch sollte den 19-jährigen Lauinger jedoch auch zum Zeuge über das werden lassen, was in der Nacht vom 20. auf den 21. August geschah. Etwa eine halbe Million Soldaten aus der Sowjetunion, Polens, Ungarns und Bulgariens besetzten innerhalb von wenigen Stunden alle strategisch wichtigen Positionen im Land. Wie Wolf Stikklas diesen Einmarsch vor 50 Jahren erlebte, hat er in seinem jetzt erschienenen Buch „Ein geschundener Frühling – Prag 1968“ geschrieben.

In eindringlichen Worten berichtet der Autor über seine damaligen Erlebnisse in Prag und setzt diese in Verbindung mit der Geschichte und den Menschen des Landes.

Dabei erinnert er ebenso an die Auslösung des Dreißigjährigen Krieges durch den Prager Fenstersturz im Jahr 1618, den Beginn der Eigenstaatlichkeit der Tschechoslowakei am Ende des Weltkrieges 1914 bis 1918 sowie das Münchner Abkommen im Jahr 1938 mit der Zerschlagung des Landes ein halbes Jahr später durch Hitlerdeutschland. Dabei zeigt Stikklas im Rückblick auf die erlebten Ereignisse in Prag auch auf, dass der „Prager Frühling“ letztendlich durch die Breschnew-Doktrin, in der die Militärintervention vom 21. August 1968 gerechtfertigt wurde, hätte seinerzeit leider niemals zum Erfolg führen können.

Titel: Ein geschundener Frühling – Prag 1968, erschienen im Tredition Verlag Hamburg.

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