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So brauchen wir keine Widerspruchslösung

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Kommentar Von Jakob Stadler
08.09.2018

Wenn alle, die bereits dazu sind, einen Organspendeausweis hätten, bräuchte es keine Widerspruchslösung.

Wenn es mehr Organspender gäbe, könnten mehr Menschen gerettet werden. Im Jahr 2017 fiel die Zahl der Organspenden in Deutschland auf ein historisches Tief. Bundesweit wurden 769 Menschen nach dem Tod insgesamt 2664 Organe entnommen. Zum 1. Januar 2018 warteten bundesweit mehr als 10000 Menschen auf ein rettendes Organ.

Mit Blick auf diese Zahlen scheint es einfach zu sein: Die Widerspruchsregelung kann dieses Problem lösen. Schließlich würde das System dazu führen, dass mehr Menschen ihre Organe spenden. Die Widerspruchslösung kann Leben retten. Deswegen ist die aktuelle Debatte sinnvoll.

Die Bedenken sollte man erst nehmen

Nun gibt es aber Bedenken, die ebenso ernst genommen werden müssen. Auch, wenn es weiterhin möglich sein würde, eine Organspende abzulehnen, schränkt das Gesetz die Freiheit ein. Aktuell gibt es die Möglichkeit, die Frage zur Organspende nicht zu beantworten. Dass vielen Menschen diese Entscheidung schwerfällt, sollte man respektieren. Genauso sollte man eine bewusste Entscheidung gegen eine Organspende respektieren. Auch ein Widerspruch lässt sich auf dem Organspenderausweis festhalten.

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Am besten wäre es, wenn die Widerspruchsregelung unnötig wäre. Und das ist zu schaffen. Denn viele Menschen, die eigentlich zur Organspende bereit sind, haben diese Entscheidung nicht festgehalten. Das führt dazu, dass es nach dem Hirntod doch nicht zur Entnahme kommt. Eine ungenutzte Chance.

Wer die Entscheidung trifft, hilft mehrfach

Wenn alle Willigen einen Ausweis ausfüllen, wird die Widerspruchsregelung unnötig. Wer die Entscheidung trifft, hilft gleich mehrfach. Er kann zum Lebensretter werden. Er erspart es seinen Angehörigen, im Moment des Leids eine derartige Entscheidung treffen zu müssen. Und er ermöglicht es denjenigen, die für eine Entscheidung nicht bereit sind, sich nicht entscheiden zu müssen.

Dieser Kommentar bezieht sich auf den Artikel: Wer im Landkreis Dillingen hat einen Spenderausweis?

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