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Projekt Zukunft

21.11.2016

„Sportstadt Höchstädt“ feiert Kim-Halle

Die neue Abteilung der SSV: die Teddys mit ihrem Boogie-Woogie-Team.
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Die neue Abteilung der SSV: die Teddys mit ihrem Boogie-Woogie-Team.

Die neue Mehrzweckhalle der SSV soll die Menschen in der Donaustadt und in der Region zusammenführen – sportlich, kulturell und gesellschaftlich. So wurde bei der Einweihung getanzt, geschwitzt und gelacht

Hätten Rudolf Kimmerle und seine Mitarbeiter nicht so einen Druck ausgeübt und nicht solch eine Geschwindigkeit an den Tag gelegt, dann wären die Stadträte, die Sponsoren, die Mitglieder, die Ehrengäste und die Sportler durch den Matsch gelaufen – und hätten schon vor der offiziellen Einweihung Dreck in die neue Kim-Halle der SSV Höchstädt hineingeschleppt. Denn bis vor wenigen Tagen war das Außengelände noch mit Sand, Kies und Schotter überzogen. Kombiniert mit dem Dauerregen am vergangenen Samstag hätte das eine schöne Sauerei gegeben, „aber dank Rudi können wir jetzt alle über Teer laufen. Er hat gesagt, das geht so nicht, und hat es in zehn Tagen gemacht. Unglaublich“, sagte Jakob Kehrle, Vorsitzender der SSV, bei der Einweihung. Kehrle dankte dem Unternehmer für sein großes Engagement für das „Projekt Zukunft“, ganz speziell für die nötige Finanzspritze der neuen Mehrzweckhalle, die deshalb nicht zufällig „Kim“-Halle heißt. Kehrle betonte, dass vieles ohne die großzügigen Unterstützer aus der Heimat nicht möglich wäre. Rudolf Kimmerle sagte zu Kehrle: „Mit deiner Energie und deinem gewalthaften Druck hast du es geschafft, dass ich größer eingestiegen bin. Das mache ich eigentlich gar nicht. Hier kann ich nichts vermieten und nichts verkaufen.“ Diese Investition für die SSV habe er aber gerne gemacht, „weil hier etwas Tolles geschaffen wird“. Er sicherte auch künftig seine Unterstützung zu, „der Zaun liegt schon bei mir im Hof“.

Dass der Höchstädter Sportverein dringend auf solche Hilfe angewiesen ist, betonte Vorsitzender Kehrle deutlich. Er sagte, dass die vergangenen acht Jahre Bauzeit nicht spurlos an ihm und seinem Bauteam vorbeigezogen seien. Nach wie vor sei das „Projekt Zukunft“ Bayerns größte ehrenamtliche Baustelle. Seit Baubeginn wurden 52000 freiwillige Arbeitsstunden geleistet – allein 10000 fallen dabei auf Polier Dieter Musselmann, der von Anfang an alle Daten und Fakten rund um das Projekt aufschreibt. So konnte er am Samstag bei der Einweihung der Kim-Halle sein drittes „Bauchbuch“ vorstellen. Kehrle: „Wir haben ein Konzept und wir haben ein Ziel. Wir haben unsere Zukunft selbst in die Hand genommen.“ Ein wichtiger Meilenstein sei nun die Kim-Halle. Bauingenieur Josef Weiß sagte, dass man diese Halle nicht hätte besser machen können. Die „lange Zeit voller Mühen“ habe sich gelohnt. „Den sportlichen Bürgern der Stadt steht eine einmalige Sportanlage zur Verfügung“, so Weiß. Von Außenstehenden habe er schon viel positives Feedback erhalten und auch manches neidvolle Wort gehört. „Ist das nicht den Einsatz aller Kräfte wert?“ Insgesamt 550000 Euro hat die Kim-Halle bisher gekostet, „kriegt das sonst noch jemand für das Geld hin?“, fügte Jakob Kehrle hinzu.

Auch wenn die Stadt Höchstädt konkret beim Bau der Halle nicht finanziell an Bord war, so war es Bürgermeister Stefan Lenz ein wichtiges Anliegen zu sagen, dass die Stadt viel geleistet habe und es noch weitergehe. Lenz: „Wir wollen das Projekt zu einem guten und erfolgreichen Ende bringen. Warum? Weil wir es zum Wohl für alle Menschen in Höchstädt und der Region brauchen.“ Dabei reiche eine neue Halle nicht aus. Die Angebote des Sportvereins müssten stimmen und Lösungen für die neuen Sportverhaltensweisen der Menschen bereithalten. Speziell das Thema Reha- und Gesundheitssport lag Lenz am Herzen. Er sprach von einer systematischen Entwicklung der qualitativen Programme. Gleichzeitig sehe er aber auch, dass die komplette Fertigstellung des Projekts keine „Kleinigkeit und kein Spaziergang sei“. Wie berichtet, soll im nächsten und letzten Bauabschnitt die alte Mehrzweckhalle saniert und mit Kegelbahnen ausgestattet werden. Außerdem soll eine Stockschützenarena gebaut werden. Bürgermeister Lenz betonte, dass so die modernste und attraktivste Sportanlage im ganzen Landkreis entstehe. „Daran arbeiten wir. Das Gesamtkonzept überzeugt mich immer noch.“

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Überzeugt war am Samstag auch Bundestagsabgeordneter Ulrich Lange. Zwar war er zum ersten Mal beim Sportverein zu Gast, aber er zollte seinen Respekt an Kehrle und sein Team. „Das ist ein Projekt, das nicht jeder stemmen würde und könnte. Darauf können Sie stolz sein.“ Er sagte, dass dies eine Perspektive für die Auszeichnung „Sportstadt Höchstädt“ sei. Lange sprach von einem „gemeinsamen Erlebnisraum“, der unter anderem zur Verwurzelung in den Vereinen beitrage. „Das ist nicht nur eine Halle, sondern eine große gesellschaftliche Klammer“, sagte Ulrich Lange. Dafür bewundere er die Ausdauer und das Durchhaltevermögen der SSVler.

Dass der Höchstädter Sportverein mit seinem Projekt und den damit verbundenen zukunftsweisenden Ideen recht hat, bestätigte Alfons Strasser, Kreisvorsitzender des Bayerischen Landessportverbandes. Er sagte, dass den Erfolg der SSV nicht die Mund-, sondern die Handwerker ausmachen. Von Planung bis Ausführung seien Fachleute – ehrenamtlich – mit dabei. „Die Mitglieder haben sich weiter über das Maß hinaus eingebracht“, so Strasser. Auch die Unterstützung der Sponsoren vor Ort würde sich mancher Profiverein wünschen. Dass der BLSV vom Projekt überzeugt ist, zeige die erneute Zusicherung von 102000 Euro Fördermittel für den nächsten Bauabschnitt. „Der BLSV stand und steht hinter dem Projekt“, sagte Alfons Strasser. Ihm gefalle besonders, dass dank der Kim-Halle die Teddys nun zum Sportverein zählen. Solche Zusammenführungen seien die Zukunft. Davon konnten sich die Gäste überzeugen: erst Boogie-Woogie-Tänze, dann Aufführungen der Turnerinnen. Das ist es, was auch dem evangelischen Pfarrer Manuel Kleiner gut gefällt. Mit der Halle, die er gemeinsam mit Stadtpfarrer Daniel Ertl segnete, sei ein Ort der Begegnung geschaffen worden. „Vom Rumsitzen und Datteln auf elektronischen Geräten wird der Geist nicht gesund bleiben. Er braucht frische Luft und Sport“, so Kleiner.

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