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Haunsheim

28.03.2016

„Stabat mater“ – ein seltener Hörgenuss

Einen Hörgenuss bot das Instrumentalensemble um Heidrun Krech-Hemminger und die beiden Sängerinnen beim Karfreitagskonzert in Haunsheim.
Bild: Weitershausen

Eine gelungene Darbietung unter der Leitung von Heidrun Krech-Hemminger in der Dreifaltigkeitskirche

Das „Stabat mater“ von G.B. Pergolesi stand in diesem Jahr auf dem Programm des Karfreitagskonzerts in der voll besetzten Dreifaltigkeitskirche von Haunsheim. Dabei handelt es sich um das Requiem der Muttergottes für ihren gekreuzigten Sohn.

Zwischen einer fein ausbalancierten Folge von sieben Duetten und fünf Arien erläuterte Haunsheims evangelischer Pfarrer Axel Schmidt den Text der Passionsgeschichte: Emotionale Worte aus der Sicht Mariens, die ihr Leiden am Fuß des Kreuzes vermitteln und an ihrem Schmerz teilhaben lassen.

In Haunsheim erklang die Originalfassung für Sopran, Alt, Streicher und Basso continuo. Als Gesangssolistinnen wirkten Berenike Beitzel (Sopran) und Iris Lutzmann (Alt). Begleitet wurden sie von Heidrun Krech-Hemminger (1. Violine), die auch die Leitung dieser Konzertreihe hat, Dr. Achim Schwesinger (2. Violine), Jürgen Härtel (Viola), Dr. Elisabeth Haberl-Ernst (Violoncello) und Andreas Käßmeyer (Cembalo). Die Musik beginnt mit der erwarteten Gravität und dem Ernst barocker Karfreitagsmusik und wechselt anschließend trotz des ernsten Textes in einigen Passagen schnell in einen leichten, gar beschwingten Gesang, wie beispielsweise im Duett von Sopran und Alt „Inflamatus et accensus“, oder dem Altsolo „Quae morebat et dolebat“. Dies ist auf den süditalienischen Barock zurückzuführen, in dem Karfreitags- und Auferstehungsmusiken oft äußerst hell, lebendig, voller Freude und Reichtum an Ausschmückung und Prunk erklingen.

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Das Instrumentalensemble um Heidrun Krech-Hemminger spielte punktiert, zurückhaltend und äußerst präzise, wobei sich die Stimmen der beiden Solistinnen mit den Streichquartett und Cembalo ausgezeichnet zusammenfügten. Bewegend dabei die tonale Schmerzlichkeit mit feinen Ausdeutungen der Nuancen im Zusammenspiel des Instrumentalensembles. Dazu die intensiven und virtuosen Stimmen der Sängerinnen, die in ihren Duetten mit ihrem reinen, klaren Sopran von Berenike Beitzel und dem weichen Alt von Iris Lutzmann geradezu miteinander in ihren Klangfarben verschmelzen, dabei jedoch ihre stimmlichen Charakter und Individualität erhalten. Hier wurde den Besuchern der Dreifaltigkeitskirche zum Karfreitag ein gelungenes Konzert geboten, das ganz den Geist der barocken Kontemplation in traurig melodiösen Bögen und zuweilen doch flott bewegten Tempi atmet.

Das Publikum belohnte Musiker und Sängerinnen mit minutenlangem Beifall für einen Hörgenuss, wie er nur sehr selten im Landkreis geboten wird. So wie eben am Karfreitagskonzert in Haunsheim.

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