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Kommunalpolitik

19.03.2013

Stadt erteilt SSV eine weitere Abfuhr

So sehen die Sportanlagen der SSV Höchstädt aus. Fünf Jahre lang wurde schon am Projekt „Zukunft“ gearbeitet, der dritte Bauabschnitt fehlt zur kompletten Fertigstellung. Der Stadtrat unterstützt dies aber nicht und erteilte dem Sportverein und seinen Verantwortlichen eine erneute Abfuhr.
Bild: Sartor

Höchstädter Sportverein darf Projekt „Zukunft“ nicht fertigstellen

Die erste Entscheidung gegen die SSV fiel schon vor Beginn der Sitzung. Der Höchstädter Stadtrat entschied in geheimer Abstimmung, dass der Antrag des Sportvereins nicht wie gefordert in den öffentlichen Teil der Tagesordnung vorverlegt wird – trotz der rund 40 anwesenden Sportler am Montagabend, die nach dieser Entscheidung größtenteils den Saal verließen. Jakob Kehrle, Stadtrat und SSV-Vorsitzender, hatte einen Antrag gestellt, in dem er erneut um Unterstützung der Stadt bat, damit der Sportverein sein Projekt „Zukunft“ komplett fertigstellen kann.

Wie berichtet, hatte der Stadtrat mit seiner Entscheidung im August vergangenen Jahres dem dritten Bauabschnitt einen Riegel vorgeschoben. Nun machte die SSV einen erneuten Anlauf und bekam erneut eine Abfuhr von der Stadt, wie Bürgermeisterin Hildegard Wanner gestern der Donau-Zeitung mitteilte: „Wir haben den Antrag abgelehnt. Wir sind keine reiche Stadt, in der man einen Sport-Mercedes fahren kann, sondern eben nur einen Sport-Golf.“

Im Antrag der SSV wird bemängelt, dass im vorderen Sportanlagenbereich seit zwei Jahren keine Heizung funktioniere, die 42 Jahre alte Mehrzweckhalle dringend saniert werden müsse und der einzige warme Versammlungs- und Sozialraum für die zehn Abteilungen das Tennisheim sei. Rund 541000 Euro benötigt die SSV für diese Maßnahmen. Für diesen Bauabschnitt stehen laut Jakob Kehrle ein Zuschuss des BLSV in Höhe von 183000 Euro und ein Darlehen von circa 101500 Euro zur Verfügung. Ein Restzuschuss des Bauabschnitts II in Höhe von 68000 Euro der Stadt sei ebenfalls noch vorhanden. 188500 Euro bleiben demnach noch übrig, die die SSV mithilfe eines weiteren Darlehens selbst stemmen will, so Kehrle in seinem Antrag. Zur Vorfinanzierung würde die SSV das der Stadt zustehende andere BLSV-Darlehen in Höhe von 107700 Euro (BA II) abtreten. Dafür, so Kehrle weiter, wollte der Sportverein eine Umwandlung des bestehenden Pachtvertrags auf Erbbaupacht beantragen – zur Absicherung der Darlehen. Doch auch der detaillierte Finanzierungsplan überzeugte den Stadtrat nicht. „Es tut mir sehr leid. Aber die SSV sieht nur ihre eigenen Anliegen“, so Wanner. Der Stadtrat befürchte, dass sich der Sportverein mit dem dritten Bauabschnitt übernehme und dann die Stadt einspringen müsse. „Niemand kann ohne Eigenmittel bauen. Die SSV will das aber. Das geht nicht.“ Solch eine Abfuhr und Missachtung des Ehrenamtes habe Jakob Kehrle in seiner 23-jährigen Tätigkeit im Stadtrat noch nie erlebt, sagte er gestern auf Anfrage der DZ. „Wenn der Verein so bleibt, dann geht er zugrunde“, so Kehrle weiter. Kein Sportverein könne ohne richtige Sportanlage überleben.

Er sprach von einem rabenschwarzen Tag, von einem „Schlag ins Gesicht“. Laut dem Vorsitzenden sei seit einem Jahr alles fertiggestellt, 140000 Euro habe der Verein selbst geschultert. Lediglich das Sportheim müsse noch gemacht werden. „Wir haben bislang 38000 Stunden ehrenamtlich gearbeitet. Billiger bekommt eine Stadt keine Sportanlagen.“ Er wirft der Bürgermeisterin und dem Stadtrat vor, dass der Sport, die Jugendarbeit und das Ehrenamt nicht erste Priorität hätten. Aufgeben wolle man aber nicht. „Wir gehen jetzt an die Öffentlichkeit.“

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