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Aislingen

25.01.2019

Streit um Gerätehaus in Aislingen

Seit fünf Jahren beschäftigt sich der Markt Aislingen mit einer Lösung für das Feuerwehrhaus. Dabei kamen viele Varianten auf den Tisch, mit der nun getroffenen Lösung sind nicht alle einverstanden.
Bild: Karl Aumiller

Der Gemeinderat des Marktes hat sich gegen einen Neubau des Gebäudes entschieden. Das ärgert einige Mitglieder der Feuerwehr.

Der Standort der Feuerwehr beschäftigte den Gemeinderat Aislingen intensiv rund fünf Jahre, vor rund einer Woche fiel die Entscheidungen zugunsten der „kleinen Lösung“: Statt eines Neubaus gibt es nun die „Optimierung“ des bestehenden Standorts (wir berichteten). Nicht alle sind mit dieser Lösung einverstanden.

Feuerwehrkommandant sieht keine langfristige Lösung

Florian Eser, Erster Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Aislingen, sagt, „die Gemeinde hat die Feuerwehr Aislingen in die Planungen nicht miteinbezogen“. Die Kosten für einen Neubau in Höhe von circa 1,6 Millionen Euro habe die Gemeinde veranschlagt, er schätze die Kosten ganz anders ein: „Bei einem Zweckbau mit drei Stellplätzen und einem Sozialtrakt kommen wir bei unter einer Million Euro raus“, sagt Eser. Die Feuerwehr habe eine gute Zusammenarbeit mit dem Aislinger Bürgermeister Jürgen Kopriva – dennoch sei ihr Wunschstandort im Gewerbegebiet gewesen.

„Wir haben darum gebeten, bei den Planungen berücksichtigt zu werden. Das ist aber nicht geschehen“, sagt der Kommandant. Bei der Kläranlage habe es einen Platz gegeben, die jetzige Lösung in der Dorfmitte beim Rathaus sei sowohl von den Stellplätzen als auch von den Räumlichkeiten her zu klein. Nun habe es der Gemeinderat so beschlossen, sagt Eser. „Für mich ist es aufgrund der Infrastruktur keine langfristige Lösung.“ Was sagt Bürgermeister Kopriva zu den Vorhaltungen?

Entscheidung gegen Neubau soll nichts mit Mitbewerbern zu tun haben

Laut Kopriva hat er mit dem Architekten Gespräche geführt, in denen alle möglichen Varianten, darunter ein Zweckbau, besprochen wurden. Der Architekt habe gesagt, mehr als 200000 Euro einzusparen, sei bei keiner Variante möglich, erklärt Kopriva. „Wir haben mehr als 15 Lösungen im Gemeinderat besprochen, mehr ist nach der Kosten-Evaluation nicht drin“. Schließlich habe die Gemeinde viel vor, sagt der Bürgermeister: Die Sanierung von Kanälen und Ortskern sei nun möglich, da Schulden abgebaut wurden. „Unsere sehr aktive Feuerwehr im Ortskern zu halten, empfinden wir als positiv – schließlich wollen wir den Ortskern stärken und mit Leben füllen“, erklärt Kopriva. Dem gesamten Gemeinderat sei es sehr wichtig, dass die Feuerwehr über gute Ausrüstung verfüge, daher habe man zum Beispiel sehr kurzfristig dem Wunsch der Feuerwehr entsprochen, doch das größere Feuerwehr-Auto anzuschaffen.

Auch habe die Entscheidung gegen einen Neubau im Gewerbegebiet nichts mit Mitbewerbern zu tun, erklärt Kopriva. „Die Zimmerei Oberlander, die Firmen Kerner und Wekea wollen sich alle vergrößern, aber da ist noch nichts entschieden.“ Im Rat sei es immer darum gegangen, die Wünsche aller Parteien zu berücksichtigen. Der Bürgermeister sagt, er hoffe, noch in diesem Jahr die Ausschreibungen für die Gewerbeflächen herausgeben zu können.

Die Gemeinde sei bereit, erklärt Kopriva, ihr Rathaus in das ehemalige Sparkassengebäude zu verlagern. So könne im jetzigen Rathaus mehr Raum für die Feuerwehr geschaffen werden, der Feuerwehrkommandant Eser wisse davon. In Zukunft werde es Gespräche zu diesem Thema geben. „Ältere Feuerwehrleute haben mir versichert, die jetzige Lösung reicht ihnen – es fehlt lediglich eine Garage. Und die kommt nun“, sagt Kopriva. Er könne nicht verstehen, wenn sich jemand ganz auf eine Lösung festlegt, und nicht mit sich reden lasse.

Zweiter Kommandant der Feuerwehr kritisiert Planungen

Thomas Wecker ist Zweiter Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr und Mitglied des Gemeinderats Aislingen. Laut ihm hat der Gemeinderat bereits vor rund einem Jahr beschlossen, erst eine Entscheidung in der Sache zu treffen und dann die Feuerwehr einzubinden. „Es gibt eine Feuerwehrgerätehaus-Verordnung“, erklärt Wecker, „darin wird Gemeinden unter anderem empfohlen, Feuerwehren bei solchen Entscheidungen von Beginn an miteinzubinden.“ Er glaube nicht, dass die nun getroffene Entscheidung zukunftsfähig sei, sagt Wecker, der gegen die jetzige Lösung stimmte.

Weder seien ausreichend Stellplätze noch Sanitärräume vorhanden, auch die Bausubstanz sei schlecht. „Aktuell liegen die Kosten bei etwa 350000 Euro, mit Sanitäranlagen sind wir bei 500000 Euro und erhalten dafür im Endeffekt eine Garage.“ Wecker präferiert ebenfalls den Zweckbau, er sagt: Für rund 1,2 Millionen Euro hätte es einen Neubau mit allem drum und dran gegeben, der 30 bis 40 Jahre hält. „Und die Feuerwehr wäre sicher zu noch mehr Eigenleistungen motiviert gewesen.“

Außerdem kritisiert er die Planungen des Architekten zu dem Neubau-Modell. Dies sei als Ziegelbau mit Schlauchturm geplant gewesen – beides brauche es aber nicht, erklärt Wecker. Dadurch seien die hohen Kosten für den Neubau zustande gekommen. Und: „Bei einem Neubau hätten wir gute Chancen auf staatliche Zuschüsse gehabt.“

Unbegrenzt Geld ist in der Gemeinde nicht vorhanden

Dass die Gemeinde Aislingen sparen muss und viele Projekte vor der Brust hat, ist Wecker laut eigener Aussage bewusst. „Ich kann Bürgermeister Kopriva teilweise verstehen.“ Unbegrenzt Geld sei nun mal nicht vorhanden, sagt Wecker, auch in Funktion als Gemeinderat. Und Kopriva habe in den vergangenen Jahren – zusammen mit dem Gemeinderat – bereits den Schuldenberg erfolgreich abgebaut.

Mögliche Bauvorhaben in den Gewerbegebieten haben laut Wecker jedenfalls keine Rolle bei der Entscheidung für oder wider den Neubau des Feuerwehrhauses gespielt. Der Gemeinderatsbeschluss sei ohnehin deutlich gegen einen Neubau ausgefallen.

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